A Million Ways to Die in New York Tomorrow

by on 05/30/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 31. Mai und 01. Juni 2014

filmosophie empfiehlt Edge of Tomorrow von Doug Liman im Kino:

© Warner

© Warner

Und täglich grüßt das Murmeltier meets Elysium meets Starship Troopers meets Tom Cruise. Und ja, das macht Spaß. Edge of Tomorrow ist neben seiner sehenswerten Action wirklich großartig erzählt, was man wahrlich nicht von vielen Sci-Fi-Actionfilmen behaupten kann. Tom Cruise spielt einen unfreiwilligen Soldaten, der in einem Gefecht gegen außerirdische Invasoren verletzt wird und daraufhin stets den Tag der Schlacht von Neuem erlebt. Er muss nun einen Weg finden dieser Zeitschleife zu entgehen und trotz fehlender martialischer Kompetenzen die Menschheit zu retten. Zum Glück gibt es Emily Blunt, die weit mehr auf dem Kasten hat. Das ist mal wieder Blockbuster-Kino, das wirklich Spaß macht. Und das ganz ohne moralische Keulen zu schwingen. Und selbst wer Tom Cruise nicht leiden kann, kommt auf seine Kosten: In einer fast selbstironischen Performance bekommt er in der ersten Stunde einen Arschtritt nach dem anderen.

dennis empfiehlt Playtime von Jacques Tati auf DVD:

© Les Films de Mon Oncle

© Les Films de Mon Oncle

Ich hatte ja schon in einem der letzten Media Mondays meine Verehrung für Jacques Tati und seine Filme kundgetan. Daher möchte ich euch einen weiteren Film vom ihm ans Herz legen. In diesem Zusammenhang würde ich euch gleich den dazugehörigen 70mm-Projektor und die entsprechende Leinwand dazu empfehlen, doch das würde wohl jeden Geldbeutel sprengen. Daher muss wohl die DVD herhalten. Jedoch entfaltet dieses Meisterwerk von Tati eigentlich nur in diesem übergroßen Bildformat seine bildgestalterische Genialität. Wer also einmal die Chance dazu haben sollte, sollte sie sich nicht entgehen lassen.
Im Gegensatz zu seinen anderen Filmen ist Playtime auch ungewohnt lange, jedoch macht es auch auf dem heimischen TV einen Heidenspaß Tatis Alter Ego, Monsieur Hulot, durch ein total anonymes und steriles Paris zu begleiten, dessen so typische Monumente und Bauwerke und wahres Herz nur in den Spiegelungen der Glasfassaden der Hochhäuser und Geschäfte zu sehen sind. Ein klassischer Nicht-Ort. Das Finale dieses tollen Films erinnert sogar in vieler Hinsicht an das kunterbunte Treiben und die Fröhlichkeit in seinem Film Jour de fête, in dem Tati einen Postboten in einem kleinen französischen Dorf spielt.

cutrin empfiehlt den Thementag New York am Sonntag, den 01.06.2014 auf 3Sat:

© MGM Home Entertainment

© MGM Home Entertainment

Sollte das Wetter am Sonntag noch einmal so trist werden wie über den Großteil der hinter uns liegenden Woche, dann ist das nur halb so schlimm, denn 3Sat bietet von morgens bis abends große Reisen an, für die wir das heimische Sofa nicht verlassen müssen. Der Thementag New York beginnt am Vormittag mit einer ganzen Reihe sehenswerter Dokus über die Stadt aller Städte. Aber auch Spielfilme kommen nicht zu kurz. Das beginnt um 17:25 Uhr mit der wunderbaren von Woody Allen in Schwarzweiß gedrehten Tragikomödie Manhattan, einem der allerbesten Werke des Regisseurs. Zur Auflockerung geben im Anschluss Simon & Garfunkel ihr legendäres Konzert im Central Park bevor um 20:15 Uhr der Höhepunkt folgt: Frühstück bei Tiffany. Dieser unsterbliche Klassiker lohnt sich allein schon wegen Audrey Hepburns zerbrechlicher Darbietung des Liedes „Moonriver“. Und am Schluss darf es mit Cotton Club noch ein bisschen Film Noir geben. Ach, da bekomme ich richtig Lust, in den Flieger zu steigen.

quadzar empfiehlt Lilja 4-ever von Lukas Moodysson auf DVD:

© Tiberius Film

© Tiberius Film

Vor einiger Zeit wurde mir der Film Lilja 4-ever empfohlen, mit dem Hinweis, dass es sich dabei um ein quintessenzielles Feel-Bad-Movie handele. Den Film um ein in der ehemaligen Sowjetunion lebendes, junges Mädchen (Oksana Alexandrowa Akinshina), dass von ihrer perspektivenlosen und antagonistischen Wohnbausiedlung in die menschenhändlerische Prostitution abrutscht, wollte ich letztes Wochenende so nebenbei beim Arbeiten schauen. Das hat nicht so ganz geklappt, denn am Ende stand der Laptop ungenutzt an der Seite und ich stand auch irgendwie neben mir, die Augen fix auf diesen Schlund der Abartigkeiten und der dunklen Verdammnis in meinem Fernseher gerichtet. Lilja 4-ever ist der vermutlich hoffnungsloseste Film, den ich je gesehen habe. Ungeschönte Bilder unschöner Gegenden und Umstände und überhaupt kein Platz für innerliche wie äußerliche Schönheit (nur kurzes Aufflackern ist erlaubt). Und mit Lukas Moodysson ein Regisseur, der es erfrischenderweise einmal wagte, auf Heldenfiguren gänzlich zu verzichten und ein grausames Thema bis zum Schluss grausam zu inszenieren. Offensichtlich ist für diesen Film die richtige Stimmung nötig, aber dann entfaltet er seine emotionale Wirkung ohne Gnade.

ben empfiehlt A Million Ways to Die in the West von Seth MacFarlane im Kino:

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Ständig dieser Anspruch: Ein Film muss entweder total originell und neu sein oder spannend und clever oder aber tiefgründig und fordernd. Diese Erwartungshaltung übertragen wir dann gerne auch auf viele andere Dinge. Aber manchmal muss ein Film meiner Meinung nach auch absoluter Blödsinn sein, quasi als Selbstreinigung. A Million Ways to Die in the West könnte euch diese Selbstreinigung bieten. Mit Family Guy hat Seth MacFarlane bereits eine große Fangemeinde (mich eingeschlossen) gewonnen und nun versucht er zum zweiten Mal sein Glück im Kino, dieses Mal nicht mit einem sprechenden Teddybären, sondern mit einer Westernkomödie. Die Hauptrollen sind mit Charlize Theron, Liam Neeson, Neil Patrick Harris und Sarah Silverman interessant und gut besetzt und der Trailer war zum Totlachen. Wer keine falschen Erwartungen hat, wird sicher nicht enttäuscht!

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