Am Sonntag schaut Nicolas Cage Monsterpornos

by on 10/23/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 25. und 26. Oktober 2014

cutrin empfiehlt Am Sonntag bist du tot von John Michael McDonagh im Kino

© Ascot Elite

© Ascot Elite

Am Sonntag bist du tot habe ich in einem ganz besonderen Umfeld sehen dürfen: bei seiner Premiere auf der letzten Berlinale in Anwesenheit des Regisseurs und des großartigen Brendan Gleeson, der nur vier Reihen vor mir saß. Vielleicht habe ich öfter auf seinen Nacken gestarrt als auf die Leinwand. Und dann war es auch noch mein erster Film im neu eröffneten Zoopalast – das absolute Komplettpaket. Der Film hätte mir aber auch ohne all diese beglückenden Umstände außerordentlich gut gefallen. Er hat nämlich alles, was ich mir von ihm versprochen habe: einen straffen Spannungsbogen, viel irisch-schwarzen Humor und eine hübsche Portion Religionskritik. Oder besser gesagt Kritik am Menschen im Allgemeinen. Das klingt in der Kurzfassung zu schwammig? Na, dann nichts wie ab zu meiner Kritik – und anschließend ins Kino. Nicht nur für Fans von The Guard zu empfehlen.

logofilmosophie empfiehlt das Pornfilmfestival Berlin

Es ist wieder so weit: Vom 22. bis zum 26. Oktober 2014 zeigt das Pornfilmfestival wieder eine bunte Auswahl an Filmen mit und über Sexualität. Da der Schwerpunkt diesmal auf dem feministischen Porno liegt, dürfen natürlich auch prominente Vertreterinnen wie Erika Lust oder Petra Joy nicht fehlen, die ihre neuen Filme präsentieren. Dazu gibt es natürlich auch wieder viele interessante Dokumentarfilme, darunter auch der von uns hier schon mehrfach gelobte Vulva 3.0 (hier cutrins Kritik), den ich nicht müde werde jedem Menschen ans Herz zu legen. Unter den Filmmakers in Focus ist diesmal auch Jan Soldat, der seine großartigen dokumentarischen Kurzfilme über alternative Sexualitäten präsentiert. Dazu gibt es dann noch Sonderveranstaltungen zu verschiedenen Themen. Was soll ich sagen, da ist doch wirklich für jede_n was dabei! Und keine Scheu: Ich kann aus Erfahrung sagen, dass die Atmosphäre beim Pornfilmfestival Berlin sehr angenehm ist. Also traut euch. Es lohnt sich!

dennis empfiehlt Joe – Die Rache ist sein von David Gordon Green auf DVD/BluRay

© Koch Media

© Koch Media

Eigentlich trifft es sich ganz gut, dass Euch cutrin oben Am Sonntag bist du tot empfiehlt, den ich Euch auch sehr ans Herz legen will, schon alleine wegen der tollen Darbietung von Brendan Gleeson. Aber eigentlich ist cutrins Tipp ein gutes Beispiel dafür, wie komisch falsch die deutschen Verleihtitel doch liegen können, denn im Grunde genommen passt der Originaltitel Calvary viel besser zum Film. Ein ähnlicher Fall ist mein cineastische Tipp, dessen deutscher Titel eigentlich auch den eigentlichen Kern der Geschichte verkennt und dabei die Tiefgründigkeit der Figuren dieses Films mit Nicolas Cage und Tye Sheridan völlig außer Acht lässt. Also, wenn ihr das Kino von David Gordon Green mögt, dann solltet ihr Euch auf keinen Fall vom reißerisch brutalen Titel abschrecken lassen und den Film anschauen. Mehr Infos zum Film selbst findet ihr in meiner Kritik.

quadzar empfiehlt Monsters von Gareth Edwards, am Sonntag, den 26. Oktober um 23:00 Uhr auf rbb

© Capelight Pictures

© Capelight Pictures

Dank Gareth Edwards konnte Godzilla seit dem unsäglichen Versuch von Roland Emmerich wieder einmal halbwegs würdig sein „Skreoooooonk!“ von sich geben. Gareth Edwards den Original-Filmen sehr naher Reinterpretation stand ich in meiner Godzilla Kritik mit gemischten, aber im Mittel positiven Gefühlen gegenüber. Monsters ist zwar der Film, der Edwards für Godzilla ins Blickfeld rückte, schlägt aber subtilere Töne an. In Monsters geht es um die Nachwirkungen einer Invasion von Krakenaliens. Insbesondere geht es aber weniger um die die Erde immer noch unsicher machenden Viecher, sondern eher um Grenzverhältnisse und zwischenmenschliche Beziehungen. Der Krisenfotograf Sam (Scoot McNairy) soll die Tochter (Whitney Able) seines Chefs von Südamerika zurück in die Vereinigten Staaten bringen. Dank der durch die Invasion noch verhärteten Grenzpolitik ist das aber kaum zu bewerkstelligen. Es entfaltet sich ein stiller Film, in dem die eigentlichen Monster kaum noch von Bedeutung sind und eher die Geschichte der beiden jungen Menschen und der ihrer metaphorischen Lebenswelt in den Mittelpunkt rückt.

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