Angewandte Filmosophie zu Weihnachten

by on 12/23/2013

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Angewandte Filmosophie zu Weihnachten

Wir verraten euch unsere Lieblingsfilme – pünktlich zu den Feiertagen

 

patrick guckt: Schöne Bescherung / Hilfe, es weihnachtet sehr!

© Warner Home Video

© Warner Home Video

Es gibt so viele tolle Weihnachtsfilme. Mein absoluter Lieblings-Weihnachtsfilm ist wohl Stirb Langsam, der für mich der beste Actionfilm aller Zeiten ist. Da er an Weihnachten spielt, ist es auch ein Weihnachtsfilm. Da gibt es ja auch gar keine andere Definition. Toll sind auch Gremlins oder Batman Returns. Den Weihnachtsfilm, den ich hier nennen möchte, ist aber ein Film, der nicht nur an Weihnachten spielt, sondern auch das Weihnachtsfest als Thematik hat und für diese Liste am besten geeignet ist, denke ich. Ich liebe Weihnachten, ich mag das Verschenken und das Beschenkt werden, auch wenn ich da sehr angreifbar bin, was die Konsumkritik angeht. Für mich ist es aber ein Familienfest, das man mit seinen Liebsten begeht und Traditionen sind mir relativ wichtig. Daher gibt es kein Weihnachten ohne Schöne Bescherung / Hilfe, es weihnachtet sehr! oder auf englisch: Christmas Vacation. Mit der berühmten Familie Griswold gibt es ja mehrere Filme, den hier mag ich aber am liebsten. Beim Gedanken an einige Szenen muss ich anfangen zu lachen und im Kreise unserer Familie, vor allem mit meiner Schwester, gibt es viele Insider-Witze. Mit Chevy Chase in der Hauptrolle als Familienvater, Beverly D’Angelo als seine Frau, Juliette Lewis (Natural Born Killers) als seine Tochter und Johnny Galecki (The Big Bang Theory) als sein Sohn kann einfach nichts schiefgehen. Das Skript von John Hughes (The Breakfast Club) ist sehr ulkig und komisch, aber an einigen Stellen auch sehr tiefgehend. Und wie immer trifft er vieles genau auf den Punkt. Ein toller Film, den man gerne als Tradition jede Weihnachten gucken kann.

filmosophie guckt Die Muppets-Weihnachtsgeschichte:

© Disney

© Disney

Ich weiß nicht, ob es an meiner Erziehung liegt oder an meiner wachsenden Weihnachtsablehnung, aber das sogenannte Fest der Liebe steht für mich in keinerlei Zusammenhang mit meiner Filmauswahl. Nein, es gibt wirklich keinen Film, den ich während der Weihnachtszeit anschauen muss, weil es „dazugehört“, keinen Film, der mich nostalgisch werden lässt und positive Kindheitserinnerungen wachruft. Aber wenn ich denn einen Weihnachtsfilm benennen müsste, den ich mehrfach gesehen habe, dann ist es Die Muppets-Weihnachtsgeschichte, die ich mal auf VHS besaß. Irgendwann habe ich dann auch den zu Grunde liegenden Roman von Charles Dickens gelesen, aber irgendwie konnte der mich niemals so mitreißen wie Kermit und Co. Wenn ich so darüber nachdenke, sollte es viel mehr Muppet-Adaptionen von Literaturklassikern geben. Das ist doch eigentlich eine tolle Möglichkeit, um diese altehrwürdigen Geschichten auch einem jungen Publikum zugänglich zu machen.

dennis guckt Die Geister, die ich rief  / It’s a wonderful life:

© RKO Pictures

© RKO Pictures

Nun ja, ich gehöre zu den Menschen, die Die Muppets-Weihnachtsgeschichte zwar nicht auf VHS hatten, jedoch diesen Film definitiv zum Weihnachtsprogramm dazu zählen. Vielleicht bin ich in diesem Punkt Traditionalist und schaue deswegen jedes Jahr im Fernsehprogramm nach, ob und wann dieser Film im TV kommt. Eine sehr gute, wenn auch viel düsterere und mehr dem Buch von Charles Dickens entsprechende Alternative, ist die Version von 1999 mit Patrick Stewart in der Hauptrolle. Entgegen dem traditionellen Muster und dem üblichen Setting gehört aber auch die höchst amüsante und moderne Version Die Geister, die ich rief zum Programm. Eine Version, in der Bill Murray richtig schön böse spielt und jeden Ebenezer Scrooge  in den Schatten stellt. Doch weg vom üblichen Muster. Einen Film, den ich wohl erst in den letzten Jahren lieben gelernt habe, ist eben der amerikanische Weihnachtsklassiker It’s a wonderful life von Frank Capra mit dem tollen James Stewart. Die Geschichte ist vielleicht irgendwie typisch für die Weihnachtszeit und es passiert vielleicht nur zu dieser Jahreszeit voller Beschaulichkeit, dass man merkt, wie wertvoll die Menschen im eigenen Umfeld sind und dass man vielleicht selbst erst dadurch merkt, welchen Einfluss man auf sein Umfeld hat – ohne es eigentlich zu wissen und mitbekommen zu haben.

cutrin guckt Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

© WDR

© WDR

Ehrlich gesagt ist mir Weihnachten in fast jeder Hinsicht ein Gräuel: Hin- und Hergeschiebe von Konsumgütern, überteuerte Glühwein-Besäufnisse, erzwungene Familienidylle bis zum Würgereiz und penetrant blinkende Lichterketten in jedem zweiten Fenster. Aber zugegebenermaßen gibt es auch einige Rituale, auf die ich mich dabei freue: die obligatorische Gans an Heilig Abend gehört dazu oder auch der tschechische Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, den ich jedes Jahr mehr als einmal schaue. Durchgezappt, wiedererkannt, hängengeblieben, so läuft das. Zum Teil ist da wohl ganz viel Nostalgie mit im Spiel, weil ich den Film schon in meiner Kindheit immer wieder gezeigt bekam und mittlerweile sämtliche Dialoge mitsprechen kann. Die Musik ist bezaubernd und wenn gegen Ende die böse Stiefmutter im Tümpel landet, falle ich vor Lachen immer wieder vom Stuhl. Und nicht zuletzt steckt dieser Film voller intelligenter Frauen und dorftrotteliger Kerle, was ich hier mal genauer ausgeführt habe – für das Entstehungsjahr 1974 gar nicht mal so selbstverständlich.

ben guckt Buddy – Der Weihnachtself

© Warner Home Video

© Warner Home Video

Während ich früher mehrere Favoriten zu Weihnachten hatte, wie zum Beispiel Kevin – Allein zu Haus oder Stirb Langsam und vor ungefähr 5 Jahren den kompletten Dezember damit verbracht habe, möglichst viele Filme zum Thema Weihnachten neu- oder wiederzuentdecken, bin ich heutzutage genügsam. Mir reicht ein einziger Weihnachtsfilm, der zugegebenermaßen ziemlich kitschig und stellenweise etwas schwachsinnig ist: Buddy – Der Weihnachtself. Will Ferrell ist in dieser Rolle einfach grandios und bringt mich immer wieder aufs Neue zum Lachen. Allein die Szene mit dem „Besten Kaffee der Welt“ könnte ich in der Dauerschleife anschauen. Und auch die Szene mit Peter – Ich bin kein Elf- Dinklage ist immer wieder ein großer Spaß. Außerdem verbreitet der Film ein angenehmes festliches Gefühl und der Funke der Vorfreude auf Weihnachten springt zumindest bei mir über.

Die Filmosophen wünschen euch ein wunderschönes und gesegnetes Weihnachtsfest!

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