Anyways, das Leben des Nosferatu schlägt zurück

by on 01/24/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 24., 25. und 26. Januar 2014

cutrin empfiehlt Laurence Anyways auf DVD

© NFP

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Die Filme des jungen Kanadiers Xavier Dolan haben es mir einfach angetan, ob I Killed My Mother oder Herzensbrecher. Aber auch sein dritter Spielfilm Laurence Anyways ist eine kleine Offenbarung. Er erzählt nämlich die Geschichte eines Paares, in der der Mann irgendwann zulässt, dass er eigentlich eine Frau sein will. Das fast dreistündige Drama besticht einerseits durch seine Perspektive, die alle Figuren und ihre Gedankengänge gleichermaßen berücksichtigt. Andererseits aber auch durch die mitreißende Optik, die beinahe an Musikvideos erinnert und die großartigen Schauspieler (zum Beispiel die hinreißende Monia Chokri) perfekt in Szene setzt. Nicht zuletzt erfahren wir bei der Sichtung von Laurence Anyways auch eine ganze Menge über uns selbst, aber dazu mehr in meiner ausführlichen Kritik.

filmosophie empfiehlt Meine Braut, ihr Vater und ich am Freitag, den 24. Januar 2014 um 20:15 Uhr auf Sat1:

© Paramount

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Ich bin ja bekennende Romantic-Comedy-Hasserin, aus Gründen, die ich an dieser Stelle nicht näher darlegen möchte. Das würde den Rahmen dieser Rubrik eindeutig sprengen. Meine Braut, ihr Vater und ich ist für mich aber weniger eine Romantic Comedy als eine rundum gelungene Komödie, in der es nebenbei auch ein bisschen um die Liebe geht. Das Aufeinandertreffen des von Ben Stiller verkörperten Helden mit dem zukünftigen Schwiegervater (Robert DeNiro) ist eine unterhaltsame Horrorvision, die all unsere Ängste bezüglich solcher Situationen in sich vereint. Dass die Schwiegereltern uns einem Lügendetektortest unterziehen, mag wie eine maßlos übertriebene Befürchtung wirken, ich spreche jedoch aus Erfahrung, wenn ich sage, dass auch diese Szene gar nicht so absurd ist, wie sie zunächst scheint. Zudem wartet Meine Braut, ihr Vater und ich mit großen Lebensweisheiten auf: „Man kann alles melken, was Nippel hat.“ Jetzt wisst ihr’s! Ich jedenfalls kann auch bei der zehnten Sichtung dieses Films immer noch herzhaft lachen.

dennis empfiehlt Das Leben des Brian von Terry Jones am Samstag, den 25. Januar 2014 um 20:15 Uhr auf RTL II:

Sony Pictures Home Entertainment

Sony Pictures Home Entertainment

And now for something completely different: Anarchocomedy von der britischen Kulttruppe Monty Python. Das Leben des Brian ist wohl einer des besten und bissigsten Bibelfilmparodien die ich kenne. Zu seiner Zeit definitiv nicht unumstritten und kontrovers, hat der Streifen heute wohl Kultstatus erreicht und viele Zitate und Wörter (wie z.B. „Spalter“) haben Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch gehalten.
Bibelfilmparodie trifft aber nicht ganz den Kern des Films. Der Film zitiert zwar immer wieder die klassischen Elemente der Bibelfilme, macht sich aber nicht über selbige oder wie manch einer glaubt, über die Religionen lustig, sondern eigentlich über die religiösen Fanatiker im Allgemeinen und hält ihnen mit diesem herrlich unkorrekten und schrängen Film den Spiegel vor. Und ja, wer zur Schulzeit im Lateinunterricht nicht aufgepasst hat, sollte vor diesem Film noch einmal die Deklinationen üben oder zumindest die Hand lockern: Romani …

quadzar empfiehlt Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück von Irvin Kershner am Freitag, den 24. Januar um 20:15 auf Pro 7

©

© Disney

Jeder dürfte diesen Film schon einmal gesehen haben. Wie aber Das Leben des Brian auch ist die Star Wars – Trilogie, und ja, nur die ersten drei Filme sind Star Wars, ein niemals langweilig werdendes Filmerzeugnis. Natürlich spricht da auch die Nostalgie aus mir. Aber dennoch haben wir George Lucas (und hier Regisseur Irvin Kershner) dafür zu danken, dass er den Stoff trashiger Abenteuer-Serials und zugegeben einfache Philosophie-Konzepte zu einer für viele extrem ansprechenden Serie verbinden konnte. Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück ist für mich der Höhepunkt der Serie, vor allem wegen der schamanisch-archaischen Szenen mit Yoda. Do. Or do not. There is no try… Schade, dass sein späterer CGI-Gegenpart nicht auch solche Sprüche drauf hatte.

ben empfiehlt das Film-Konzert Nosferatu: Phantom der Nacht am Samstag, den 25. Januar um 21 Uhr im projekttheater Dresden

© Studiocanal

© Studiocanal

Meist ist der künstlerische Prozess eines Films nach der Veröffentlichung vorbei. Der Stoff ist im Kasten, geschnitten und fristet meist fortan ein immerwährend gleiches Dasein. Doch könnte man einen fertigen Film nicht auch weiterentwickeln und damit herumexperimentieren und damit eine völlig andere Erfahrung hervorrufen? Zum Beispiel indem man einen Kultfilm aus dem Jahre 1979 als Stummfilm zeigt und dem Publikum von heute mittels einem Sprecher und improvisierter Live-Musik näher bringt? Genau das macht das projekttheater Dresden mit dem Film Nosferatu: Phantom der Nacht von Werner Herzog. Die Idee finde ich grandios, weshalb ich dieses Event allen Vampir- und Kinski-Fans in und um Dresden herum wärmstens empfehle.

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