Bridge of Spies wirft Schwarze Schatten auf Ewige Jugend

by on 11/27/2015

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende
Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung
am 28. und 29. November 2015

cutrin empfiehlt Ewige Jugend von Paolo Sorrentino im Kino

© Wild Bunch

© Wild Bunch

Also. Mit La Grande Bellezza hat Paolo Sorrentino die Messlatte schon ziemlich hoch gelegt. Es kann schwer werden, die eigenen Leistungen zu übertrumpfen und mit Ewige Jugend hat der Regisseur es versucht. Er erzählt die Geschichte zwei alternder Freunde in einem Edelhotel in der Schweiz – ein Komponist im Ruhestand (Michael Caine) und ein emsig mit seinem letzten Film beschäftigter Regisseur (Harvey Keitel). Ständig werden die Vorhaben und die Idylle jedoch gestört und die Auffassungen über das Altern gehen auseinander. Manchmal wiederholt sich Sorrentino dabei ein bisschen zu arg und manchmal macht er auch zu sehr auf Fellini – aber letztlich ist Ewige Jugend doch eine überhöhte anthropologische Betrachtung, schön gefilmt, exzellent besetzt, mit feiner Ironie versehen. Und für Fans des gegenwärtigen Arthouse-Kinos ohnehin ein echtes Muss.

dennis empfiehlt Bridge of Spies von Steven Spielberg im Kino

© 2015 Twentieth Century Fox

© 2015 Twentieth Century Fox

Ich habe es vielleicht schon an der einen oder anderen Stelle mal erwähnt, dass ich ein Fan von Spielberg bin. Spielberg ist ein großer Geschichtenerzähler, wie einst Ben Kingsley sagte. In seinem neuesten Kinofilm Bridge of Spies knüpft er wieder an diese Tradition an. Genauer, er knüpft an seinen Blick auf die Geschichten hinter der Geschichte an, der er bereits bei Lincoln bravourös umgesetzt hat und mit dem er die Personen beleuchtet, die hinter wichtigen historischen Ereignissen standen. Und das zusammen mit seinem Freund und Kollegen Tom Hanks. Dabei verbinden sie Spielbergs Erzählstil mit einem historischen Thema, das die beiden schon seit Saving Private Ryan mit Erfolg meistern. Das alleine macht den Film schon sehenswert, doch hinzu kommen die pointierten und geschliffenen Dialoge der Coen-Brüder, die diesen Film zu einem spannenden, sehenswerten und vor allem – trotz der ernsten Themas – teils amüsanten Geschichtsthriller machen.
Meine vollständige Kritik zum Film könnt ihr hier nachlesen.

quadzar empfiehlt Anime Nere – Schwarze Schatten von Francesco Munzi im Kino

© Xenix Filmdistribution

© Xenix Filmdistribution

Wenn ihr Gamorrha von Matteo Garrone mochtet, könnte Anime Nere ein Film für euch sein. Der Film um eine Mafiafamilie zeigt das kriminelle Leben im Filz flascher Ehre ungeschönt. Mit einer nur kleinen Tat bringt der junge Leo (Giuseppe Fumo) seine beiden im Familiengeschäft aktiven Onkel Rocco (Peppino Mazzotta) und Luigi (Marco Leonardi) zurück in das Heimatdorf. Leos Vater Luciano (Fabrizio Ferracane) stieg vor längerer Zeit aus dem Geschäft aus und hütet nun Schafe. Über den Besuch ist nicht erfreut, sondern eher beunruhigt. Er soll Rechtbehalten. In kalten, musikalisch nicht unterlegten Bildern zeichnet Francesco Munzi ein fast schon ethnografisches Bild des kalabrischen Mafialebens. Meine vollständige Kritik findet ihr hier.

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