Chappie und Alice – Gestern und Morgen

by on 03/06/2015

Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 07. & 08. März 2015

cutrin empfiehlt Still Alice – Mein Leben Ohne Gestern von Richard Glatzer & Wash Westmoreland im Kino

© Sony Pictures

© Sony Pictures

Für ihre Rolle der Alzheimerkranken Kommunikationsprofessorin in Still Alice – Mein Leben Ohne Gestern hat Julianne Moore den Oscar als Beste Hauptdarstellerin gewonnen. Und das war zu erwarten. Nicht nur, weil die Academy auf Krankheiten steht, sondern auch, weil Moore hier eine außerordentliche Leistung hinlegt. Der Film lohnt sich aber vor allem deshalb, weil er nicht nur eine Bühne für ambitionierte Schauspieler_Innen bietet, sondern weil tatsächlich die Krankheit und ihre Folgen im Mittelpunkt steht. Zwar wirkt er ab und zu etwas bemüht, immer wieder nimmt die Kamera aber auch sehr einfühlend Alices Perspektive ein. Der ansatzweise Versuch sich in eine Alzheimerpatientin hineinzusetzen, lässt sie dabei letztlich nie als bemitleidenswertes Wesen erscheinen, sondern als in ihrem Schicksal trotzdem starke und ernstzunehmende Figur.

dennis empfiehlt Chappie von Neill Blomkamp im Kino

© 2015 Sony Pictures Releasing GmbH

© 2015 Sony Pictures Releasing GmbH

Ich hatte in den letzten Tagen ja mehr als einmal die Chance gehabt Euch den neuen Science-Fiction Film von Neill Blomkamp näher zu bringen. Zum einen durch meinen Besuch bei Fan-Event in Berlin und zum anderen durch meine Kritik zum Film selbst. Nun möchte ich ihn Euch auch nochmal als Kinotipp für dieses Wochenende ans Herz legen. Chappie ist ein „typischer Blomkamp“, weil er auf der einen Seite eine spannende Geschichte gepaart mit hervorragenden Special-Effects hat (da merkt man, dass Blomkamp sein Handwerk in diesem Bereich gelernt hat) und auf der anderen Seite wieder den philosophischen Tiefgang über die menschliche Existent hat, den seine Filme ausmachen. Anders ist dieses Mal, dass Chappie – so komisch es auch klingen mag – schafft durch einen Roboter tiefe menschliche Emotionen im Zuschauer hervorzurufen und dadurch eine interessante Verbidung zum Protagonisten des Film etabliert. Ich konnte mir zumindest während des Films die ein oder andere Träne nicht zu verkneifen.
Und ja, vielleicht noch ein Hinweis. Ich habe Euch bewusst den englischen Trailer angefügt, weil die deutsche Version ein sehr gutes Beispiel dafür ist, wie man dem Zuschauer ein falsches Bild des Filminhalts vermitteln kann. Daher, das Original (das gilt auch für den Film) ist in jeder Hinsicht sehenswerter.

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