Cinderella spielt Secretary für Mister Grey

by on 03/13/2015

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 14. und 15. März 2015

cutrin und dennis empfehlen Cinderella von Kenneth Branagh im Kino

Jonathan Olley © Disney Enterprises

Jonathan Olley © Disney Enterprises

cutrin: Es ist einfach toll, wenn die melancholischen, langsamen und anspruchsvollen Berlinaletage ab und an durch ein bisschen konventionelle Kost unterbrochen werden. Cinderella von Kenneth Branagh erledigte diese Aufgabe vor ein paar Wochen problemlos. Die Märchenverfilmung ist nicht nur ein optimistisches Plädoyer für einen Generationenwechsel, sondern dabei auch noch irre unterhaltsam in all seiner lebensbejahenden Opulenz. Außerdem glänzen neben der hervorragend eingesetzten CGI-Technik Cate Blanchett als bitterböse Stiefmutter und Helena Bonham Carter als leicht derangierte Gute Fee. Dazu gibt es Wespentaillen, weit schwingende Röcke und Pferde mit Mäuschenohren. Meine ausführliche Kritik von der Berlinale 2015 könnt ihr hier nachlesen.

dennis: die Tatsache, dass cutrin und ich Euch gleich beide die Cinderella-Verfilmung nur wärmstens empfehlen, spricht definitiv für den Film. Wie meine Kollegin es schon treffend in ihrer Kritik beschrieben hat, passt an diesem Film alles und nicht ohne Grund gab es bei der Premiere auf der diesjährigen Berlinale Szenenapplaus. Das wohl Beste ist aber, dass Branagh es mit Bravour schafft sehr dicht am Originalstoff von 1950 zu bleiben und es dabei doch dem Stoff einen frischen Glanz verleiht. Ein Markenzeichen von Branagh. Müsste ich mein Highlight des Films nennen, so wäre es wohl die Szene von Cinderellas Ankuft auf dem Ball. Eine Szene, in der nicht nur das fantastische Kleid von Sandy Powell im Glanz erstrahlt, sondern auch Regisseur und vor allem Kameramann Haris Zambarloukos sich selbst übertroffen haben. Ja, wer da nicht schmachtet, dem kann man wirklich nicht mehr helfen!

quadzar empfiehlt Secretary von Steven Shainberg am Sonntag, den 15. März um 23:35 Uhr auf ARD

© Lionsgate

© Lionsgate

Ich persönlich habe Secretary noch nicht gesehen. Seit geraumer Zeit wollte ich das aber immer mal tun. Dank 50 Shades of Grey gibt es nun ein allgemeines größeres Interesse an S&M, was auch daran zu sehen war, dass ich und meine Freundin vor kurzem in einem Hotelzimmer in Rotterdam von erwerbbaren 50 Shades of Grey – Merchandise – Anal-/Vaginalvibratorperlen begrüßt wurden (wir haben sie nicht erworben). Und dieses größere Interesse ist wohl auch der Grund für die Ausstrahlung des dem genannten Film vermutlich überlegenen Secretary. Dort geht es um die zur Selbstverletzung neigende Lee Holloway (Maggie Gyllenhaal), die bei dem SM-affinen Rechtsanwalt E. Edward Grey (James Spader), dessen Name wohl eine „Inspiration“ für den jetzigen Kinofilm war, eine Anstellung bekommt. Es entwickelt sich eine Dom-Sub-Beziehung, die aber natürlich das allgemein zwischenmenschliche Verhältnis der beiden schwarzhumorig auf die Probe stellt.

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