Das war die San Diego Comic Con: Fantasy, Monster, Science Fiction

by on 07/21/2012

© Warner Brothers

Hier geht es weiter mit meiner Zusammenfassung der San Diego Comic Con. Im Bereich Superhelden gab es einiges zu berichten, aber der Löwenanteil der Neuigkeiten stammt aus dem Genremarkt. Fans von Fantasy, Monsterfilmen und Science Fiction werden in den kommenden Jahren auf ihre Kosten kommen. Aber lest selbst.

Fantasy

Aus dem Land des Peter Jackson flogen den Con-Besuchern 12 1/2 Minuten aus Der Hobbit – Eine unerwartete Reise entgegen. Gab es nach ersten Testvorführungen der hochauflösenden 48fps-Aufnahmen noch Zweifler, müssen diese nun still sein: Trotz der Kontroverse begeisterte Martin Freeman die Besucher in seiner Rolle als Bilbo. Zu sehen waren Szenen mit den Zwergen, die von Ian McKellen alias Gandalf angeleitet werden. Auch Cate Blanchett als Galadriel gab es zu sehen und Gollum (Andy Serkis) kroch publikumswirksam in seiner Höhle herum. Einen vollständigen Bericht könnt ihr auf io9 lesen. Außerdem ist es sehr gut möglich, dass Der Hobbit: Hin und Zurück in zwei Teile aufgespaltet wird. Peter Jackson sagte Coming Soon, dass dies aufgrund der Masse an potenziell noch zu drehenden Szenen, die an Notizen von Tolkien angelehnt sind, zurzeit überdacht wird. Vielleicht ist das auch nur reine Geldmacherei, aber wen stört das schon? Mich nicht. Immer her mit dem dritten Hobbit-Film.

Unvermeidlich war das Twilight Event, dass den vierten und letzten Teil Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht, Teil 2 mit neuen Aufnahmen nach vorne hypte. Die Fans konnten  Bellas (Kristen Stewart) erste Jagd als Vampir und ihre Anpassungsversuche an eine nun fremd gewordene Menschenwelt beobachten. Im anschließenden Panel gab eine scheinbar etwas verwirrte Stephenie Meyer zu verstehen, dass sie nun endlich mit Vampiren durch sei (io9). Wir werden sehen. Auch erste Aufnahmen der Meyer-Adaption The Host (Andrew Niccols) wurden gezeigt und versetzten die Zuschauer in eine dystopische Zukunft voller von Aliens besessener Menschen. Saiorse Ronan ist ebenfalls besessen, kann ihren Eindringling aber in Schach halten, was durch einen inneren Monolog/Dialog verdeutlicht wird. Die noch nicht fertiggestellten Szenen sahen laut Empire Online durchaus solide aus, doch wirklich Handfestes kann noch nicht gesagt werden.

Sam Raimi sagte ein paar Worte zu Oz – The Great and Powerful, dessen Trailer unmittelbar vor der Comic Con in die virtuellen Weiten entlassen wurde. Der Film wird laut Raimi zwar ohne Blechmann und Vogelscheuche auskommen müssen, kann dafür aber mit einer Horde fliegender Affen und einem Hammercast aufwarten: James FrancoMila Kunis und Michelle Williams sind dabei, genauso wie der jetzt gestätigte Bruce „Boomstick“ Campbell. Raimi sagte, dass Oz – The Great and Powerful kein für ihn typischer Film sei (à la Evil Dead), sondern eher in eine familienfreundliche Richtung geht (io9). So manchen erinnerten die gezeigten Aufnahmen an Tim Burtons Alice im Wunderland, was diese bunten Bilder beweisen. Warum nicht? Solange Bruce Campbell dabei ist.

Monster

Auch Guillermo del Toro meldete sich mit seinem Roboter vs. Monster-Film Pacific Rim zurück und zeigte auf der Comic Con erste Szenen, die laut /Film vor allem die Effektabteilung gut dastehen lassen. Trash-Fans bekommen anscheinend genau das, was sie erwarten. In positivem Sinne.

Der bitter benötigte Reboot von Godzilla, der von dem bisher nur durch den Low-Budget-Film Monster aufgefallenen Regisseur Gareth Evans umgesetzt wurde, versetzte die Kritiker ebenfalls in Begeisterung. Der Teaser-Trailer zeigte sehr organische, liebevoll in Szene gesetzte Aufnahmen einer zerstörten Stadt und einen beendeten Monsterkampf. Mit einem Zitat des Atombombem-Vaters Robert Oppenheimer („I am become Death. Destroyer of worlds.“) beschwört dieser neue Teaser die japanischen und atomgeschwängerten Ursprünge des Franchises hervor. Der Film soll laut Evans ein realistisches Gefühl vermitteln, was mich insbesondere im Kontext eines Films über Riesenmonster in eine angenehme Form von Verwirrung stürzt (Bleeding Cool).

Lustiger wurde es bei den Panels zu ParaNorman und Frankenweenie. Die beiden Stop-Motion-Filme verbinden Horrorelemente mit ihren ganz eigenen Formen von Skurrilität. Bei Frankenweenie, dem Leidenschaftsprojekt von Tim Burton, äußert sich das vor allem durch B-Film-Flair und den typisch Burtonschen Humor (io9). ParaNorman erinnert teilweise an die 80er-Komödien von John Hughes, vermischt mit retroartig schlurfendem Zombiehorror und soll mit seinem Charme Grusel-Klassiker wie Ghostbusters oder Fright Night ins Gedächtnis rufen. Regisseur Chris Butler beschrieb das Ganze als „The Breakfast Club meets The Fog“ (Screen Rant). Beide Filme erhielten für ihre vorab gezeigten Szenen gute Kritiken und bewiesen Liebe zum Detail, die vielleicht eine Welle von neuen Stop-Motion-Meisterwerken ins Leben rufen könnte.

Science Fiction

Meine Erwartungen an Looper schießen mit jedem weiteren Trailer in unrealistische Höhen. Tief fallen werden sie im Kino wohl nicht, denn die ersten Aufnahmen dieses Noir-Zeitreisefilms waren scheinbar mehr als vielversprechend. Cinema Blend hebt insbesondere die Chemie zwischen Joseph Gordon-Levitt und seinem Zukunfts-Ich Bruce Willis hervor. Von den Charakteren soll Looper leben. Zeitreisen sind nur ein Mittel zum Zweck, die Atmosphäre zu transportieren. So erklärte es auch Regisseur Rian Johnson, der in diesem Interview mit io9 noch einmal erklärt, warum die Zukunft in Looper eher wie ein von Straßengangs regiertes Amerika der 20er-Jahre aussieht.

Ebenfalls mehr als positiv aufgenommen wurde das Nachfolgewerk des District 9 – Regisseurs Neill Blomkamp. Elysium schickt einen glatzköpfigen Matt Damon als einen dem Tod geweihten Beamten in eine Zukunftsdystopie, in der nur die Reichen (darunter Jodie Foster) vernünftige medizinische Versorgung bezahlen können. /Films Germain Lussier tweetete: „Ich kann jetzt, da ich die Aufnahmen von Elysium gesehen habe, als glücklicher Mann sterben. Stell dir District 9 auf intergalaktischem Maßstab vor. Pures Wow.“ Bei mir war der Film bisher gar nicht richtig auf dem Schirm. Jetzt ist er es. Entertainment Weekly hat eine detaillierte Beschreibung der gezeigten Szenen. Außerdem erzählt Matt Damon, wieso er für seine Rolle in Scheiße baden musste.

Sogar das für seine klinische Sauberkeit bisher kritisierte Remake Total Recall von Len Wiseman (mit Colin Farrell, Jessica Biel, Kate Beckinsale und Bryan Cranston) konnte mit zahlreichen Hommagen an das Original von Paul Verhoeven punkten (io9). Clips zum Schwarzenegger-losen Spektakel zeigten bereits nostalgische Anspielungen auf vergangene Zeiten, indem auch im neuen Total Recall die dreibrüstige Frau nicht fehlen darf. Skeptizismus ist bei After Earth angebracht, dem von M. Night Shyamalan fabrizierten Vehikel für Will Smith – Sohnemann Jaden Smith. Laut io9 leidet die Prämisse des Films unter einer für nur einen Film viel zu komplizierten, aber durchaus interessanten Hintergrundgeschichte, die katastrophal unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen könnte (in einem…Twist, etwa?).

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