Der erwachsene Totoro auf dem Mond

by on 02/27/2015

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 27., 28. Februar und 01. März 2015

cutrin empfiehlt Bande de Filles (Girlhood) von Céline Sciamma im Kino

© Films Distribution

© Films Distribution

In der Coming of Age-Geschichte Bande de Filles erzählt Céline Sciamma von einem Mädchen namens Marieme (Karidja Touré), das in einem grauen Vorort von Paris lebt, in einer Welt voller Repressionen. Das Besondere daran: die Regisseurin zeigt sie niemals als passives Opfer dieser Umstände oder als bemitleidenswertes Objekt. Marieme ist eine starke Figur, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt und immer wieder auch Entscheidungen bewusst trifft, die weh tun. Bande de Filles ist durch und durch politisch und sozialkritisch, aber trotzdem in keiner Weise ein hölzerner Problemfilm. Wenn Marieme und ihre Freundinnen in einem Hotelzimmer ausgelassen zu Rihannas Song „Diamonds“ singen und tanzen, dann überzieht auch den grauen Pariser Vorort für einen Moment ein optimistischer Hauch Glamour. filmosophie hat sich mit dem Werk auch ausführlich in einer Kritik auseinandergesetzt.

quadzar empfiehlt Mein Nachbar Totoro von Hayao Miyazaki und Studio Ghibli am Sonntag, den 1. März um 22:45 Uhr auf SuperRTL

© Universum Film / Studio Ghibli

© Universum Film / Studio Ghibli

Eigentlich empfehle ich nicht nur Mein Nachbar Totoro, sondern auch Chihiros Reise ins Zauberland, denn der kommt in SuperRTLs Studio Ghibli – Abend vorher (20:15 Uhr). Nur habe ich Chihiros Reise ins Zauberland schonmal empfohlen, da ist etwas Varietät angebracht. Mein Nachbar Totoro ist aber nicht minder zauberhaft: Es geht um die kleinen Mädchen Satsuki und Mei, die mit ihrem Vater aufs Land ziehen. Ihre Mutter liegt schwerkrank im Krankenhaus. Diese etwas depressive Situation wird erleichtert, als Satsuki und Mei den katzenartigen, riesigen Waldgeist Totoro entdecken, der in einem Baum lebt, der eine Art Portal in eine kleine Wunderland-Welt ist. Und wie ein kleines Wunderland fühlen sich die Abenteuer von Totoro und den Mädchen dann auch an, ohne jemals den Charakter einer Realitätsflucht anzunehmen. Wie in vielen Filmen von Studio Ghibli.

dennis empfiehlt Iron Sky von Timo Vuorensola am Freitag, den 27. Februar um 20:15 Uhr auf RTL II

Der Plot dieser deutsch-australischen-finnischen Koproduktion ist so absurd, dass er schon wieder genial ist: eine Gruppe von Nazis ist nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf die dunkle Seite des Mondes geflüchtet und versucht jetzt wieder die Weltherrschaft an sich zu reißen. Klingt absurd, ist es auch. Aber das ist auch gut so, denn diese Satire ist weit mehr als das übliche Klischee-Film über Nazis, in dem die Deutschen am Ende wie die Doofen dastehen. Hier bekommen alle ihr Fett weg: „Gute“ und „Böse“. Und das Beste daran ist, dass mit Udo KierGötz Otto und Tilo Prückner auch deutsche Schauspieler an diesem Crowdfunding-Projekt mitgewirkt haben und sich dabei herrlich selbst auf die Schippe nehmen. Ein Film, der nicht nur sehr witzige Idee und geniale CGI-Effekte hat, sondern auch äußerst politisch ist. Hoffen wir, dass das geplante Sequel bald kommt. Viel Spaß! Ach ja, wer nochmal einen Blick auf meinen Text zum Thema Nazionalsozialismus und Humor im Film werfen will, wird hier fündig.

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