Der Shame-mane und das Ratatouille

by on 04/22/2016

Flattr this!

Angewandte Filmosophie zum Wochenende
Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung
am 21. bis 23. April 2016

dennis empfiehlt Ratatouille von Brad Bird am Freitag, den 21. April um 20:15 auf Disney Channel

Ratatouille

© Buena Vista International Film Production

In der Regel haben Ratten und gutes gehobenes Essen nicht viel gemeinsam, im Gegenteil. Doch die putzige Ratte Remy ist da wohl eine seltene Ausnahme. Pixar steckt viel Liebe zum Detail in seine Filme und Ratatouille von Brad Bird ist das keine Ausnahme. Nicht nur, dass die Story einfach nur wunderbar schön ist (wer würde schon eine Ratte vermuten, die Koch werden will?), sondern man merkt in jeder Einstellung, und das besonders in den Küchenszenen des Feinschmeckerrestaurants, wie intensiv die Recherchen der Machern im Vorfeld waren. So spürt und riecht man in jeder Einstellung die Atmosphäre und die Gerüche der französischen Nobelküchen und am Liebsten würde man gleich in den Fernseher steigen und vom Essen probieren. Ein köstliches Vergnügen dieser Film – inhatlich und visuell!

cutrin empfiehlt Der Schamane und die Schlange von Ciro Guerra im Kino

© MFA+ / Filmagentinnen

© MFA+ / Filmagentinnen

Wer keine Lust auf problembehaftetes Runterzieher-Weltkino mit Postkartenlandschaften und bleierne Langeweile hat, sollte unbedingt in Der Schamane und die Schlange gehen. Ja, der deutsche Verleihtitel täuscht. Das Plakat auch, und erst recht die Nominierung für den Oscar als Bester Fremdsprachiger Film. Tatsächlich hat Ciro Guerra hier einen wunderbaren Film in schwarzweißer überirdischer Schönheit geschaffen, der in bester Manier des magischen Realismus eine Geschichte direkt aus dem Amazonasregenwald erzählt. Von zwei Forschern, die zu unterschiedlichen Zeiten auf der Suche nach einer psychoaktiven Pflanze in den Dschungel aufbrechen und dort beide auf den selben Schamanen treffen. Ein Film aus der Perspektive eines Indigenen, mit einem unverstellt kritischen Blick auf das Treiben der weißen Interessengruppen im Urwald und nicht zuletzt auch ein wunderbarer Film über das Geschichtenerzählen. Mehr dazu in meiner ausführlichen Kritik.

quadzar empfiehlt Shame von Steve McQueen am Freitag, den 22. April um 22:35 Uhr auf 3Sat

Shame ist der Film, mit dem ich Michael Fassbender so richtig schätzen lernte. Das liegt nicht nur daran, dass er in diesem Film großzügige Nacktszenen hat, sondern an der tiefgehenden Zerrüttung, die er seiner Figur verleiht. Brandon (Michael Fassbender) ist ein Single in New York, der sich seine Freizeit überwiegend mit One-Night-Stands, Porno-Surfen und Masturbation vertreibt. Als seine scheinbar instabile Schwester Sissy (Carey Mulligan) sich ihm aufdrängt, ändert sich dieser Ablauf und auch Brandon merkt, dass er nicht unbedingt das Musterbeispiel für Stabilität in punkto menschlicher Beziehungen ist. Und das, als er gerade so etwas wie eine echte Verbindung zu seiner Mitarbeiterin Marianne (Nicole Beharie) aufbaut. Was sich erst einmal wie der Plot einer RomCom anhört, ist in Wirklichkeit eine tiefgehende Charakterstudie. Steve McQueen hält, wie für ihn typisch, die Kamera auch dann drauf, wenn andere wegschauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* 3+3=?

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.