Die Goonies suchen das fünfte Brandneue Testament

by on 12/03/2015

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende
Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung
am 05. und 06. Dezember 2015

cutrin empfiehlt Das Brandneue Testament von Jaco van Dormael

© NFP/Filmwelt

© NFP/Filmwelt

Gott (Benoît Poelvoorde) ist ein Arschloch und lebt in Brüssel. Für mich, eine nach Jahren der religiösen Indoktrination Abgefallene, war dieser Film völlig ohne vorherige Erwartungen eins der großen Highlights in Cannes 2015. Herrlich kätzerisch, nihilistisch, ein kompletter Rundumschlag. Jaco van Dormael macht Gottes Tochter zur Heldin der Geschichte. Nachdem ihr großer Bruder als Dekofigur auf der Schrankwand gelandet ist (zu aufsässig), verrät sie allen Menschen per SMS ihre Todesdaten und macht sich daran, mit einer Handvoll neuen Aposteln ein eigenes Testament zu verfassen. Und eigentlich reicht es doch schon, wenn ich Folgendes berichte: das komplette Kino im überaus kritischen Cannes lag lachend auf dem Boden. Wer also schon am zweiten Adventswochenende genug von all der Weihnachtsharmonie hat – ab in Das Brandneue Testament.

dennis empfiehlt Die Goonies von Richard Donner am Sonntag, den 6. Dezember um 20:15 auf RTL II

© Warner Bros. GmbH

© Warner Bros. GmbH

Dieser Film von Richard Donner hat schon Kultcharakter, zu Recht. Er ist nicht nur der Karrierestart für mehrere Schauspieler, sondern ist auch charmant schaurig und weckt in jedem ein bisschen die Abenteuerlust. Zumindest bei mir war das so. Es ist aber nicht nur die spannende Geschichte die fasziniert, sondern auch die witzigen und tollen Charaktere. Darunter z.B. auch der damals noch junge Josh Brolin, der in diesem Film seinen ersten Filmauftritt hat. Neben ihm spielen auch Sean Astin (Herr der Ringe) und Jonathan Ke Quan mit, den viele vielleicht aus Spielbergs Indiana Jones und der Tempel des Todes kennen, wo er 1 Jahr zu vor die Rolle des Shorty hatte. Überhaupt ist das teilweise auch mehr ein Steven Spielberg und ein Chris Columbus Film, die Story und Drehbuch geschrieben haben. Den es sind gerade die Atmosphäre des Abenteuers und vermischt mit den märchenhaften, dem phantastischem und dem Thema der Freundschaft, die den besonderen Reiz ausmachen. Eben die Eigenschaften, die sich in vielen Filme von Spielberg und Columbus wiederfinden.

quadzar empfiehlt Das fünfte Element von Luc Besson am Freitag, den 4. Dezember um 22:35 Uhr auf 3Sat

© Universum Film

© Universum Film

Es war einmal Alejandro Jodorowsky, der versuchte, seine unmöglich aufwändige Vefilmung des von Frank Herbert geschriebenen Romans Dune zu realisieren. Das Scheitern des esoterisch-surrealen Science-Fiction-Megaprojekts wurde in der Dokumentation Jodorowsky’s Dune festgehalten. Aus dem Scheitern erwuchs aber in Kollaboration mit Moebius der Incal, einer der wohl legendärsten und folgenreichsten europäischen Comics überhaupt. Ähnlich unverfilmbar wie Der Herr der Ringe (daher: bis es einer tut), wartet der Incal nun darauf, dass Jodorowsky-Vertrauter Nicolas Winding Refn sich endlich einmal Zeit nimmt. Wo war ich? Ja, Das Fünfte Element. Bis Nicolas Winding Refn sich endlich Zeit nimmt, ist Das Fünfte Element dank der vom Comic stark inspirierten Storyboards von Moebius und dank Jodorowsky-Beratung das an einer Incal-Verfilmung Nächstliegende (und daher athmosphärisch das am Jodorowsky-Dune Nächstliegende). Und das Blockbuster-Treatment hat der Geschichte noch nicht einmal geschadet, zumindest meiner Meinung nach. Dune durch die Brille von Jodorowsky und Moebius durch die Brille von Luc Besson.

 

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