Dorf – Ein Golfzwerg beweist Größe

by on 09/26/2012
© Mill Creek Entertainment

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Was sagen euch die Namen Luke Donald, Vijay Singh und Rory McIlroy? Nichts? Ohne Wikipedia hätte ich auch keine Ahnung, wer diese Männer sind und was sie machen. Also noch einmal von vorne, diesmal etwas einfacher: Was sagen euch die Namen Tiger Woods, Martin Kaymer und Bernhard Langer? Richtig, das sind alles Golfprofis. Die auf saftigem Grün ausgetragene Ballsportart ist zwar für den Spieler recht einträglich und hat weltweit auch einige Fans, aber die breite Masse interessiert sich nicht besonders für Handicaps, Wedges und Dimples.

Mir selbst ging es nicht anders. Golf war für mich stets ein Sport, bei dem alte Männer über den Rasen wackeln und ab und zu einen Ball in die Walachei brettern. Herausragende Fähigkeiten oder besonderen Spaß am Spiel konnte ich nicht ausmachen. Das änderte sich jedoch, als ich das erste Mal einen, wenn nicht gar den größten Golfer aller Zeiten sah – und der misst nur einen knappen Meter! Dorf ist der Name des Mannes, der mir seine Lieblingssportart nähergebracht hat. Mit dem grandiosen Lehrvideo Dorf on Golf fing alles an: Der kleinwüchsige Toupetträger demonstriert hier auf unnachahmliche Weise, welche Technik anzuwenden ist, um den Golfball möglichst schnell zu versenken. Dass der Lehrer selbst zwar die Theorie, nicht jedoch die Praxis beherrscht, spielt angesichts des pädagogischen Mehrwerts keine Rolle.

Nicht nur mit Dorf on Golf verzauberte mich dieser Athlet, sondern auch mit den nicht weniger grandiosen Nachfolgern Dorf’s Golf Bible und Dorf and the First Games of Mount Olympus. In all diesen Werken wird deutlich, dass ein fähiger Caddie Gold wert ist – sofern man einen solchen hat. Und selbst wenn die Helfer nicht den eigenen Ansprüchen genügen, lässt sich durch Ruhe und Ausgeglichenheit – Eigenschaften, die Dorf auszeichnen – noch immer eine ordentliche Runde spielen.

So sah ich also hunderte Male diese drei Filmchen (es gibt noch weitere, aber die wurden nie im deutschen Fernsehen ausgestrahlt), kugelte mich vor Lachen und verinnerlichte den Geist des Golfspiels. Ich gucke zwar nicht mehr Übertragungen an, kenne immer noch kaum einen Profi und interessiere mich auch wenig für diesen Sport, aber ich weiß nun zumindest, dass Golf mehr ist als über das Grün zu stapfen. Golf ist eine Lebenseinstellung. Golf ist ein Gefühl. Golf ist beschissen schwierig und nervenaufreibend, und ich werde es wohl niemals spielen. Das hat Dorf mich gelehrt – und dafür danke ich dem kleinen Kerl.

Früher liefen diese drei Filme regelmäßig auf DSF. Mittlerweile heißt dieser Sender Sport1 und Dorf ist in der Mottenkiste verschwunden. Größenmäßig passt er da auch problemlos rein, sein Unterhaltungswert prädestiniert den von Tim Conway verkörperten Golfzwerg jedoch zum ständigen TV-Auftritt. Deswegen schließe ich mit einer Bitte: Gebt mir, gebt uns allen unseren Dorf wieder, denn nie war Golf dermaßen amüsant!

2 Responses to “Dorf – Ein Golfzwerg beweist Größe”

  • filmosophie says:

    Wie konnte diese Perle des deutschen Qualitätsfernsehens nur an mir vorbei gehen? Ich hab auf DSF immer nur die sexy Sportsclips geschaut… 😮

    • guggenheim says:

      Die Sportclips sind aber nicht ganz so komisch. Naja, wenn eine der Ischen sich erotisch über den Center Court schlängelt, dann muss ich schon grinsen 🙂

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