Dracula fährt alleine auf der Ringautobahn

by on 03/26/2015

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 28. & 29. März 2015

© Kairos

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filmosophie empfiehlt Sacro Gra von Gianfranco Rosi im Kino:

Ein Dokumentarfilm über die Ringautobahn in Rom? Das klingt nun wirklich nicht besonders spannend. Aber falsch gedacht! Gianfranco Rosi filmt keinen Asphalt, sondern außergewöhnliche Menschen, die am Rand der dichtbefahrenen Straße leben. Seine Auswahl der Protagonist_innen, die Authentizität seiner Inszenierung und die intelligente Montage der einzelnen Szenen entfaltet nicht nur eine Sogwirkung, sondern gar einen gewissen Zauber. Und am Ende sind wir völlig überrascht, wie spannend so ein Dokumentarfilm über eine Autobahn sein kann. Meine ausführliche Kritik zum Film findet ihr bei kino-zeit.de.

cutrin empfiehlt Heute Gehe Ich Allein Nach Hause von Daniel Ribeiro auf DVD

© Berlinale

© Berlinale

Heute Gehe Ich Allein Nach Hause war in der Sektion Panorama der ultimative Tipp und Publikumsfavorit auf der Berlinale 2014 und einen Teddy Award gab es auch. Der brasilianische Regisseur Daniel Ribeiro erzählt in seinem Coming of Age-Drama sehr einfühlsam von einem blinden Jungen aus Sao Paolo, der entdeckt, dass er sich in seinen besten Freund verliebt. Die Optik einer US-amerikanischen Indie-Produktion verbindet der Film dabei mit einer ganz besonderen Perspektive, die nah an die Figuren heranrückt und sie somit sinnlich erlebbar macht. Den nächtlichen Wind, den Stoff der Kleidung, wir meinen all das beinahe selbst zu fühlen. Heute Gehe Ich Allein Nach Hause ist ein Feelgood-Movie im wortwörtlichen Sinne. Hier könnt ihr meine Kritik von der Berlinale 2014 noch einmal nachlesen.

dennis empfiehlt Bram Stoker’s Dracula von Francis Ford Coppola am 29. März um 20:15 auf ProSieben MAXX:

Dracula

© Columbia Pictures

Zugegeben, Francis Ford Coppolas Film ist – auch wenn es die mitunter werktreueste Adaption von Stoker Vampirroman ist – nicht unbegingt jedermanns Sache. Der Film ist aber in mehrfacher Hinsicht interessant. Allen voran die Darbietung von Gary Oldman, der wieder einmal seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt. Auf der anderen Seite ist der Film auch gutes Beispiel für das Postmoderne Kino, das von seinen Verweisen lebt, nicht nur auf die Kultur, sondern auch auf die Thematik des Sehens. So ist der Film in vielerlei Hinsicht auch sehr selbstreflexiv. Der Film ist zuletzt auch ein spannendes Beispiel für die ebenfalls schon irgendwie postmoderne und höchst künstliche Atmosphäre des Films, die hauptsächlich durch die Tatsache entsteht, dass Coppola, genau wie schon bei One from the Heart, komplett im Studio gedreht hat.

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