Ein bunter Reigen menschlicher Katastrophen

by on 02/28/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 01. und 02. März 2014

 

cutrin empfiehlt: Like Someone in Love von Abbas Kiarostami im Kino

© Peripher

© Peripher

Heute nutze ich die Gelegenheit, einen Film zu empfehlen, den ich bislang noch nicht sehen konnte, der aber definitiv noch auf meiner To-Watch-Liste steht und somit an diesem Wochenende gute Chancen hat. Denn Like Someone In Love vereint drei Zutaten, mit denen ich eigentlich immer etwas anfangen kann. Ein iranischer Regisseur und ein fernöstliches Setting, garniert mit einer zwischenmenschlichen Beziehung mit gravierendem Altersunterschied. Die Studentin Akiko (Rin Takanashi) aus Tokio verdient sich in dem Drama ihr Geld als Callgirl und entwickelt dabei ein außergewöhnliches Verhältnis zu ihrem älteren Kunden, einem Schriftsteller (Tadashi Okuno). Im Jahr 2012 war der Film sogar für eine goldene Palme nominiert. Und überhaupt hat Regisseur Abbas Kiarostami seit Filmen wie Der Geschmack der Kirsche oder Die Liebesfälscher bei mir einen Stein im Brett.

 

filmosophie empfiehlt Philomena von Stephen Frears im Kino:

© Pathé

© Pathé

Endlich kann ich mal wieder mit Leib und Seele einen Kinofilm empfehlen. Philomena war eines meiner Highlights beim Festival in Venedig 2013. Beschwingt, leichtfüßig und doch nicht platt, ausgezeichnet gespielt von Judi Dench (die eigentlich einen Preis hätte erhalten müssen, aber nun immerhin für den Oscar nominiert ist) und noch ausgezeichneter geschrieben von Steve Coogan und Jeff Pope. Der Film basiert auf der wahren Geschichte einer Frau, die – einst gezwungen, ihren Sohn zur Adoption freizugeben – in die USA reist, um das verlorene Kind wiederzufinden. Judi Dench als titelgebende Hauptfigur Philomena und Steve Coogan als emotional reduzierter Journalist Martin Sixsmith stellen ein gar herrliches Leinwandpaar dar, das uns abwechselnd zum Lachen und zum Weinen bringt. Und am Ende sogar zum Nachdenken. Was wollen wir mehr?

cutrins Kritik zum Film gibt’s übrigens hier.

dennis empfiehlt Es war einmal in Amerika von Sergio Leone am Sonntag, 2. März, 20:15 Uhr auf Pro Sieben MAXX:

© Warner Bros. GmbH

© Warner Bros. GmbH

Es ist eigentlich schade, dass im Fernsehen zu selten richtige Filmklassiker laufen. Und mit Filmklassikern meine ich solche Filme, die den Titel von vorne bis hinten ohne Wenn und Aber verdienen. Als dritter Teil der sogenannten „Amerika-Trilogie“ verdient Es war einmal in Amerika von Sergio Leone diesen Titel zweifelsohne. Es ist nicht nur ein Mafia-Film, sondern eine fast schon epische Geschichte, die Leone über mehrere Jahrzehnte in New York erzählt und die einem schon das ein oder andere Mal eine Träne in die Augen treibt. Einen sehr großen Anteil an der Magie dieses Films macht aber auch die fantastische Schauspielriege aus, die an diesem mitwirkt. Darunter zum Beispiel Robert de Niro, James Woods und Joe Pesci. Die Sahnehaube setzt diesem Film aber die wunderschöne Musik von Großmeister Ennio Morricone auf.

 

ben empfiehlt Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa von Lasse Hallström am Samstag, 1.März um 22:00 Uhr auf Bayern

© Concorde Video

© Concorde Video

Zur Zeit können wir Leonardo DiCaprio in seiner für einen Oscar nominierten Rolle in The Wolf of Wall Street im Kino bewundern. In der Nacht zum Montag wird sich dann herausstellen, ob er für diese Performance von der Academy endlich gebührend entlohnt wird. Bereits 1994, also vor genau 20 Jahren, wurde Leo zum ersten Mal für einen Oscar nominiert und zwar für seine meiner Meinung nach grandiose Darstellung des geistig behinderten Jungen Arnie in Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa. Mit seiner beeindruckenden Performance stiehlt er dem Hauptdarsteller Johnny Depp mehr oder weniger die Show. Spätestens seit diesem Film bin ich ein großer Fan von Leonardo DiCaprio, der seither zwar auch an ein paar enttäuschenden Filmen mitwirkte, mich in letzter Zeit aber immer wieder beeindrucken konnte. Daher hoffe ich sehr, dass er in diesem Jahr endlich eine der begehrten Trophäen sein Eigen nennen kann.

 

quadzar empfiehlt Drecksau (Filth) von Jon S. Baird auf DVD

© Ascot Elite

© Ascot Elite

James McAvoy hat sicher eines der markantesten Gesichter der englischsprachigen Hemisphäre. Und dessen Verformungsqualitäten stellt er in Drecksau unter Beweis, einem Film über einen hurenden, koksenden, rassistischen, opportunistischen und – das hat nichts mit den vorhergehenden Attributen zu tun – schottischen Cop. Dieser verliert im Laufe des Films zunehmend den Verstand und das lässt uns diese zweite Verfilmung eines Romans von Irving Welsh (Trainspotting) erst nach und nach wissen. Manches an diesem Absturz ist offensichtlich, manches wird erst später offensichtlich und James McAvoy als Erzähler trägt nicht unbedingt zur Klarheit bei. Skurril, surreal und in die Fresse werden uns Wendungen zugeworfen, von denen einige durchaus zu sehr aus der Luft gegriffen sind. James McAvoy macht das Ganze aber zu einem Fest der Rohheit, das ihr euch jetzt auf DVD gönnen könnt.

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