Eine Nymphomaniac auf dem Fahrrad im Bad & Lust auf Schokolade

by on 02/21/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 21., 22. und 23. Februar 2014

cutrin empfiehlt: Nymphomaniac Volume One von Lars von Trier im Kino

© Concorde

© Concorde

Er hat es endlich wieder getan. Nach Melancholia hat es Lars von Trier endlich wieder geschafft mich zu begeistern. Noch ganz frisch unter dem Eindruck dieses Films, bin ich nach wie vor beeindruckt von der ersten Hälfte der Lebensgeschichte einer bekennenden Nymphomanin, gespielt von Charlotte Gainsbourg, die ihren Retter Seligman (Stellan Skarsgard) davon überzeugen will, dass sie ein schlechter Mensch sei. Auch wenn der von manchen vielleicht erhoffte Skandal letztlich ausbleibt, überzeugt der Regisseur mit den ersten vier Kapiteln, die allesamt unterschiedliche Stilrichtungen eingehen. Überblendungen, Schwarzweißaufnahmen, Splitscreens, Bachs Orgelmusik und Uma Thurmans absurde Komik machen Nymphomaniac Volume One zu einem Film, der definitiv nachwirkt.

filmosophie empfiehlt Drei Zimmer, Küche, Bad am Freitag, den 21. Februar 2014 um 20:15 Uhr auf Arte:

© Indigo

© Indigo

Gerade noch haben Dietrich und Anna Brüggemann bei der Berlinale 2014 den Silbernen Bären für das Beste Drehbuch zu Kreuzweg erhalten (mehr zu jenem Film gibt’s hier), schon läuft ein weiteres ihrer gemeinsamen Werke im Fernsehen. Im Gegensatz zum Berlinale-Gewinner ist Drei Zimmer, Küche, Bad eine locker leichte Komödie über die Irrungen und Wirrungen junger Menschen in Berlin. Auch wenn mich der Film dramaturgisch nicht völlig überzeugt hat, musste ich doch ein ums andere mal herzlich lachen, weil es den Geschwistern Brüggemann auf wunderbare Weise gelingt, das wahre Leben einzufangen. Auch der Cast ist großartig, hat man doch das Gefühl, eine ganze Schauspielergeneration hätte sich hier versammelt (Jacob Matschenz, Robert Gwisdek, Aylin TezelAlexander Khuon, Amelie Kiefer,…). Lieblingszitat: „Wir sind die Generation, die kein Geld hat und auch nie welches verdienen wird.“ Jenau!

dennis empfiehlt Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück am Freitag, den 21. Februar 2014 um 20:15 Uhr auf ZDF Neo:

© Universal Pictures Germany

© Universal Pictures Germany

Ich frage mich gerade, wann ich diesen Film das letzten Mal gesehen habe. Bestimmt schon eine Ewigkeit her. Der Film mit einer höchst charmanten Renée Zellweger in der Hauptrolle macht einfach Spass und ist definitiv eine dieser entspannten britischen Komödien, die einem mit einem Lächeln entlassen. Aber nicht nur die stellenweise bemitleidenswerte Hauptfigur macht den Film aus, sondern auch die beiden männlichen Nebendarsteller Hugh Grant und Colin Firth. Soweit ich mich erinnern kann, war dieser Film auch meine erste bewusste Begegnung mit Renée Zellweger und Colin Firth. Abgesehen vom Dialogwitz, den dieser Film bietet und den man bei vielen Komödien vermisst, zeigt er, dass der als charmante und doch etwas tollpatschige bekannte Hugh Grant aus Vier Hochzeiten und ein Todesfall oder Notting Hill durchaus auch mal ein eingebildetes und arrogantes „Arschloch“ spielen kann.

quadzar empfiehlt Moebius, die Lust, das Messer von Kim Ki-Duk auf DVD

© Ascot Elite

© Ascot Elite

Seit Pieta hielt ich keine großen Stücke mehr auf Kim Ki-Duk. Zu simpel, zu märchenartig und deswegen in seiner antimaterialistischen Botschaft nicht effektiv. Das hat sich mit meiner Sichtung von Moebius, die Lust, das Messer geändert. In der vollkommen wortlosen Geschichte einer namenlosen Familie wird ein gnadenloser Regenbogen des Sex, der Gewalt und der sexuellen Gewalt aufgespannt. Kastration, Inzest, Vergewaltigung, alles ist drin. Neben dem offensichtlichen Shock-Value bietet Moebius, die Lust, das Messer aber auch eine pointiert vorgetragene Botschaft über die verrinnende Empathie und Sinnlichkeit in unser aller Leben, was ihr auch in meiner Kritik zum Film nachlesen könnt. Moebius, die Lust, das Messer ist ganz sicher kein Feel-Good-Film, aber ein starkes Stück koreanisches Kino. Und das gibt es jetzt auf DVD.

ben empfiehlt den VELOBerlin Film Award vom 19. – 23.02.2014 in München oder online

© interfilm Berlin Management GmbH

© interfilm Berlin Management GmbH

Am 14. Februar 2014 startete das Online-Film-Festival VELOBerlin Film Award und bekundet in 18 Kurzfilmen seine Liebe zum treuesten „Gefährten“ des Menschen, dem Fahrrad. Bereits zum zweiten Mal bietet VELOBerlin Interessierten die Möglichkeit, sich von diesem umweltfreundlichen Fortbewegungsmittel und seiner visuellen Inszenierung begeistern zu lassen und für seinen Favoriten abzustimmen. Die Kurzfilme könnt ihr aber nicht nur auf der offiziellen Homepage begutachten, sondern auch bei Screenings in München, Bremen und Berlin. An diesem Wochenende findet das Screening auf der Reise- und Freizeitmesse f.r.e.e. in München statt. Bis zum 29. März habt ihr übrigens noch Zeit, euch diesen kunterbunten Kurzfilmmix aus aller Herren Ländern zu Gemüte zu führen und zu voten!

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