Es ist nicht alles GIF, was wackelt

by on 05/27/2014

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ClipTipp der Woche

Wir präsentieren unser Lieblingsvideo der Woche

The Pains of Being Pure at Heart „Simple and Sure“ from BANGS on Vimeo.

Ich gebe es ja zu: Das Video, das ich diesmal für den ClipTipp ausgewählt habe, ist nicht mehr so ganz taufrisch. Auf Vimeo und Youtube steht es genau genommen schon seit Ende März. Entdeckt habe ich es allerdings erst vor Kurzem, und da wir ja kein Musik-Blog sind, der im Fach der Klänge seine Expertise und Aktualität jeden Tag aufs Neue unter Beweis stellen muss, lasst ihr mir diese kleine Verspätung doch bestimmt durchgehen. Wer weiß, vielleicht entdeckt ihr das Musikvideo mit dem schönen Titel „Simple and Sure“ ja auch gerade zum ersten Mal.

Noch schöner als der Titel des Songs ist übrigens der dazugehörige Bandname: The Pains of Being Pure at Heart, wenn das mal nicht ambitioniert klingt. Ambitioniert ist auch der Clip, den die Musiker für ihr Lied zusammengeschustert haben. Dabei handelt es sich nämlich nicht etwa um einen einfallslosen Konzertmitschnitt oder andere tausend Mal gesehene Standardsituationen, sondern um ein intelligentes und gewitztes Spiel mit visuellen Konventionen. Zum einen wurde das Video zu „Simple and Sure“ komplett in altmodischem Schwarzweiß gedreht, was in der zeitgenössischen Videoclipästhetik nicht unbedingt üblich ist. Die eigentliche Besonderheit ist aber, dass das ganze Video aussieht wie eine Aneinanderreihung von GIFs, kleine Bewegtbilder, die nicht selten Filmen entnommen werden und als winzige Schnipsel zu Hunderten auf Plattformen wie Tumblr und Co auftauchen. Nur, dass es eigentlich keine GIFs sind, die wir sehen, sondern ganz normale Filmaufnahmen, in denen die Schauspieler alle ihre Bewegungen abgehackt wiederholen. Ich muss ehrlich gestehen: Als ich das Video zum ersten Mal sah, war ich von dieser originellen, ironischen und selbstreflexiven Idee so fasziniert, dass ich mich hinterher überhaupt nicht mehr daran erinnern konnte, was ich da eigentlich für Musik im Hintergrund gehört hatte. Da soll noch mal einer sagen, Musikvideos seien tot.

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