Filth – Dieser September könnte schmutzig werden

by on 04/20/2013

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© Ascot Elite

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Steht außer mir hier noch irgendjemand auf britische Schimpfwörter und den Slang unserer Nachbarn auf der Insel? Und vielleicht auch ein bisschen auf Eskalation und sehr sehr unmoralisches Verhalten? Wenn ja, dann würde ich mich mit meiner Euphorie für den folgenden Trailer schon einmal nicht ganz so alleine fühlen.

Dass die Briten dreckigen Humor und schmutzige Typen in ihren Filmen nicht scheuen, das ist ja nichts neues. Filth, die heutige Filmverführung, hat sich dieses Konzept jetzt in seiner Gänze auf die Fahnen geschrieben, so scheint es. Der Name ist Programm und Regisseur Jon S. Baird und seine gesamte Crew scheinen sich hier mal so richtig ausgetobt zu haben. Den Trailer gibt’s bei HeyUGuys zu sehen:

James McAvoy als korrupter, herunter gekommener und krimineller Cop (und offensichtlich ist er noch viel viel mehr…) gefällt mir hier in seiner ungewohnt verkommenen und triebhaften Rolle und fügt sich super in die eskalative Spirale aus Gewalt, Sex, Drogen, Gewalt und so weiter ein. Und ich finde gut inszenierte Eskalation ist eines der unterhaltsamsten Werkzeuge, die ein Film benutzen kann.

McAvoy spielt Bruce Robertson, einen Polizisten, der einen mysteriösen Mord aufklären will, um die berufliche Leiter bis nach ganz oben zu erklimmen. Abgelenkt wird er in seiner Zielstrebigkeit dabei höchstens von der Tatsache, dass Partys, Drogen und perverse Sexpraktikten für ihn wie Händeschütteln ist (aber ich schätze, das muss ich nicht mehr erwähnen, nachdem der Trailer das tausend Mal klarer macht als meine keuschen Worte.)

Wen das jetzt verdächtig an Werner Herzogs Bad Lieutenant mit Nicholas Cage in der Hauptrolle erinnert, der liegt mit Sicherheit nicht ganz falsch. Die Storylines sind schon ziemlich identisch und ich hatte zwischendurch den Eindruck, dass sich McAvoy in seiner Darstellungsweise schon stark an Cage angelehnt hat (hey, hat das jemals zuvor ein Schauspieler getan?)

Denjenigen, die jetzt ein feiges britisches Plagiat wittern sei jedoch gesagt: Filth beruht auf dem gleichnamigen Roman des schottischen Kultautors Irvine Welsh, dessen düsteren Gehirnwindungen auch schon Trainspotting entsprungen ist. Ideales Material also, um Kultfilmgeschichte zu schreiben. James McAvoy werden wir dieses Jahr darüber hinaus ja auch im neuen Film des Mannes sehen, den die Verfilmung von Trainspotting bekannt gemacht hat: Danny Boyles neuer Film Trance ist mit Sicherheit genauso abgedreht wie Filth, wenn auch auf seine ganz eigene Art und Weise (es ist wahrscheinlich nicht wirklich überraschend, dass ich ihn vor einiger Zeit als Filmverführung der Woche vorgestellt habe). Vielleicht sollte man sich beide Filme in einem fucked-up british double feature reinziehen und ein Kilo Koks statt jeder Menge Cola und Kartoffelchips dabei vernichten.

Ganz nebenbei kommt der Soundtrack des Films von Clint Mansell, einem meiner absoluten Lieblingskomponisten in Sachen Filmmusik. Es dürfte also nicht nur sehens- sonder auch noch hörenswert werden.

Filth kommt in Großbritannien diesen September in die Kinos und in Deutschland wird er einen Monat später unter seinem deutschen Titel Drecksau starten. Mit ruhigeren Herbsttagen wird es also erstmal nix.

 

 

 

 

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