Finsterworld, Schlingel oder lieber ein weiterer Film von James Franco?

by on 10/18/2013

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung 

am 19. und 20. Oktober 2013

dennis empfiehlt Schindlers Liste von Steven Spielberg am Sonntag, 20.10. um 20:15 Uhr auf RTL II

© Universal

© Universal

Von manchen Seiten auch kritisiert, denke ich jedoch, dass Spielbergs Film Schindlers Liste  – abgesehen davon, dass er auf die „Must see Liste“ eines jeden Zuschauers gehört – wohl einer der bedeutensten und auch bewegensten Filme der Geschichte zum Thema der Shoah ist. Nicht nur, dass der Film durch einen brillianten Cast glänzt, sondern er schafft es auf eindringliche und keines Falls kitschige oder gar verklärte Art und Weise dem Zuschauer das Grauen und vor allem die Angst der Juden während der Shoah nahe zu bringen.
Ich kann auch aus eigener Erfahrung sagen, dass trotz der Tatsache, dass ich den Film schon sehr oft gesehen hab, er mich immer noch berührt und ich immer wieder an der gleichen Stelle weinen muss. In der Hoffnung, dass RTL II ihn ohne Werbung zeigen wird, empfehle ich diesen Film jedem zum ersten Mal oder auch zum x-ten Mal.

cutrin empfiehlt Belle de Jour – Schöne des Tages von Luis Bunuel am Sonntag, 20.10. um 23.35 Uhr auf 3Sat

© MFA Filmdistribution

© MFA Filmdistribution

Wie wäre es denn mal wieder mit einem entspannten Fernsehabend am Sonntag? Wenn Schindlers Liste vorbei ist, könnt ihr nämlich direkt umschalten auf 3Sat, wo Belle de Jour – Schöne des Tages läuft. In dem Klassiker des ehemaligen Surrealisten Luis Bunuel spielt die junge Catherine Deneuve eine unzufrieden verheiratete Frau, die sich vor ihrer sexuellen Frustration zunächst in sadomasochistische Fantasien und später in die Prostitution flüchtet. Neben der Tatsache, dass es sich bei dem Streifen um Bunuels ersten Farbfilm und auch sein erfolgreichstes Werk handelt, ist Belle de Jour – Schöne des Tages auch eine regelrechte Bühne für Catherine Deneuve und ein beißend kritischer Blick auf die Bourgeoisie.

filmosophie empfiehlt Schlingel – Internationales Filmfestival für Kinder und Junges Publikum

© Kinderfilmfestival Sclhingel

© Kinderfilmfestival Sclhingel

Wie Ihr vielleicht schon wisst, habe ich aktuell die Ehre als Mitglied der FIPRESCI-Jury beim Kinderfilmfestival in Chemnitz über die Vergabe eines Preises mitzubestimmen. Daher möchte ich natürlich die Chance nutzen, diese Veranstaltung auch Euch ans Herz zu legen. Wenn Ihr also Kinder habt oder einfach gerne Kinderfilme schaut und im Raum Chemnitz wohnt, dann nichts wie ab zum „Schlingel“. Dort gibt es am Wochenende noch einmal Filme aus allen Sektionen zu sehen, die für die ganz kleinen Zuschauer ebenso etwas bieten können wir für Teenager und auch Erwachsene. Und am Sonntag gibt es dann noch einmal die Gewinnerfilme zu sehen. Welche das sind, darf ich natürlich nicht verraten…

patrick empfiehlt Interior. Leather Bar von James Franco im Kino

© Pro Fun

© Pro Fun

Ein etwas anderer Kinotipp mal von mir. Der Film wird wohl nur ein sehr kleines Release bekommen und ich schätze man wird etwas suchen müssen, aber der offizielle Start ist nun einmal heute. James Franco wird ja gerne geärgert für seine „prätentiösen“ Hobbys neben dem Schauspielern. Er bringt jedes Jahr mindestens einen Film heraus, bei dem er auch für das Konzept und die Regie verantwortlich ist. Dieses Jahr ist es Interior. Leather Bar., ein Experimentalfilm, in dem es darum geht, die geschnittenen Szenen aus William Friedkins Klassiker Cruising nachzustellen. In Cruising von 1980 muss sich Al Pacino als Undercover Cop in die Underground Schwulen-Szene umsehen, die damals sehr düster und wild war. Die geschnittenen Szenen waren meist sexuelle Szenen und James Franco bringt seine Darsteller nun dazu diese Szenen noch einmal neu nachzuspielen. Dabei ist es nicht ganz klar, worum es Franco nun eigentlich geht: Die Grenzen der Schauspieler mit den schwulen Szenen auszureizen oder die geschnittenen Szenen haargenau nachzuspielen. Der Film ist eher eine Meta-Dokumentation oder Mockumentary, aber auf jeden Fall ist sie sehr interessant. Und wenn man mal sehen möchte, was James Franco neben seiner Schauspielkarriere so macht, dann noch viel mehr.

ben empfiehlt Finsterworld von Frauke Finsterwalder im Kino
© Alamodefilm

© Alamodefilm

Ich bin ein großer Fan von Christian Kracht und war schon leicht aufgeregt, als ich Anfang des Jahres im Internet las, dass er als Drehbuchautor an einem Film mit dem komischen Titel Finsterworld arbeitet. Jetzt hat das Warten ein Ende, denn seit Donnerstag läuft das Spielfilmdebüt seiner Ehefrau Frauke Finsterwalder in den deutschen Kinos. Das durchweg positive Echo des Feuilletons hat meine ohnehin bereits vorhandene Neugier weiter geschürt. Das unterschwellige Thema des Films gehört zu Christian Krachts Lieblingsthemen: Deutschland, Deutschsein und das Problem der deutschen Vergangenheit. Im Vordergrund stehen wunderbar verschrobene Charaktere und eine skurril anmutende Handlung. Falls ihr auf der Suche nach einem völlig untypischen deutschen Film seid, der sich mit Leichtigkeit vom sonstigen Einheitsbrei der deutschen Filmlandschaft abhebt, schaut euch auf der offiziellen Homepage den Trailer an und lasst euch im Kino von Finsterworld überraschen!

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