Fire with Fire – Rache folgt eigenen Regeln

by on 03/20/2013

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© Universum Film

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Bruce Willis ist ein schwerbeschäftigter Mann, dreht einen Film nach dem anderen. Dieses immense Arbeitspensum hält der Endfünfziger nunmehr seit über 25 Jahren aufrecht. Wo andere sich schon langsam seelisch auf die Rente vorbereiten und sich Hobbys für die Zeit nach dem Job suchen, wetzt und ballert Bruce Willis durch die Filmlandschaft. Verschleißerscheinungen? Kaum wahrnehmbar. Es ist vielleicht das Erfolgsgeheimnis des Actionstars: Er hat sich kaum verändert. Gut, das Gesicht ist etwas zerfurchter, die Denkerstirn hat sich bis zum Genick ausgeweitet und Willis’ Mimik ist nicht mehr so schalkhaft wie einst, aber ansonsten ist die 2013er-Ausführung des markanten Schauspielers erstaunlich nah an der von 1988 (nur zur Info: das ist das Jahr, in dem Stirb langsam über den Erdball rollte). Kein Wunder also, dass Bruce Willis genügend Rollenangebote bekommt. Wo einige Kollegen irgendwann im künstlerischen Nirwana verschwinden, ist Bruce Willis immer aktuell.

Wer begehrt ist und offenbar gerne arbeitet, der läuft allerdings auch Gefahr bei Projekten mitzuwirken, die bei genauerer Betrachtung nichts in der Vita eines Weltstars zu suchen haben. Bruce Willis unterläuft immer mal wieder ein Schnitzer bei der Auswahl seiner Rollen. Vielleicht wird ihm auch schnell langweilig, weshalb er dann und wann in Filmen mitspielt, in denen er sich nicht voll verausgaben muss, aber trotzdem beschäftigt ist und nicht angeödet auf der heimischen Couch rumlümmelt. Wer weiß schon, was in Bruce Willis’ Kopf vorgeht…

Einer dieser Filme, die auch gerne mal unter den Tisch fallen gelassen werden können, ist Fire with Fire – Rache folgt eigenen Regeln. Willis’ Mitwirken ist wohl deshalb forciert worden, weil sein Name auf dem Cover Eindruck schindet. Dass er sich hat breitschlagen lassen, obwohl sein Part nicht wirklich beeindruckend ist, lässt sich unter Umständen durch die restliche Besetzung erklären: Josh Duhamel (Transformers), Rosario Dawson (Death Proof – Todsicher), Vincent D’Onofrio (Full Metal Jacket), Julian McMahon (Fantastic Four), Richard Schiff (Vergessene Welt: Jurassic Park), Vinnie Jones (Fußballplatz)… und das ist jetzt nur eine Auswahl, denn es gibt tatsächlich noch ein paar bekannte Gesichter mehr zu sehen. Die Cast-Liste klingt auf jeden Fall ansprechend. So gewinnt man dann auch die Stars für einen solchen Film: Bruce Willis kriegt die Info, dass Vincent D’Onofrio mitmacht, Vincent D’Onofrio, dass Rosario Dawson am Start ist, Rosario Dawson zeigt sich begeistert von Bruce Willis’ Mitwirken, und so weiter. Dass der gute alte Gangsterrapper 50 Cent auch noch als Produzent fungierte, mag dem ein oder anderen Schauspieler womöglich gefallen haben – warum auch immer. Am Schluss war dann eine hochkarätige Besetzung vorhanden – ein ausgefeiltes Drehbuch aber leider noch lange nicht. Und daran krankt der Film.

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Fire with Fire – Rache folgt eigenen Regeln handelt von dem heldenhaften Feuerwehrmann Jeremy, der nach Dienstschluss in einer Tankstelle noch ein paar Besorgungen machen will und dabei Zeuge eines von dem Nazi-Gangster Hagan durchgeführten Doppelmordes wird. Um den berüchtigten Kriminellen ins Kittchen zu bringen, muss Jeremy vor Gericht aussagen. Damit er bis zur Verhandlung nicht den Löffel abgibt, wird er ins Zeugenschutzprogramm gesteckt. Zunächst scheint alles glatt zu gehen, doch dann kommt es zum Verrat und Jeremy steht in der Schusslinie. Um seine Haut zu retten (und später auch noch die einer anderen Person), muss Jeremy selber aktiv werden. Er muss Feuer mit Feuer bekämpfen!

Wer eben die Story gelesen hat, der weiß ziemlich genau, wie der Hase läuft. Erzählt wird nicht mehr als eine Selbstjustizgeschichte, die den üblichen Mustern folgt – und das ziemlich frei an überraschenden Wendungen. Was manch einer als schnörkellos bezeichnen würde, kann man auch schlicht einfallslos nennen. Das trifft auch auf die Regie zu: sehr präzise, ohne prägnante Höhepunkte. Das klingt so trocken wie es sich tatsächlich darstellt.

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Man möchte meinen, dass mit dieser Einschätzung der Daumen nach unten zeigt. Ganz so stimmt das jedoch nicht. Durch die – ich drücke es freundlich aus – Geradlinigkeit gelingt es Fire with Fire – Rache folgt eigenen Regeln in schon beinahe beeindruckendem Maße, weder nach oben noch nach unten signifikante Ausschläge zu verzeichnen. Oder um es kürzer auszudrücken: Dieser Film ist brutal durchschnittlich.

Dass er dennoch einen Blick wert sein kann, liegt aber vor allem an der erwähnten hochklassigen Besetzung. Dass Vincent D’Onofrio den stärksten Eindruck hinterlässt, dürfte neben seinem Können als Schauspieler auch daran liegen, dass er die dankbare Rolle des Bösewichts bekommen hat. Da lässt sich mehr rausholen als aus dem Part, den Bruce Willis inne hat. Als Kaufanreiz funktioniert Willis jedoch offensichtlich wesentlich besser als D’Onofrio, denn während der Actionheld mit nacktem Schädel vom Cover der deutschen DVD stiert, wird der Darsteller des Detective Robert Goren in der Krimiserie Criminal Intent – Verbrechen im Visier auf der Front noch nicht einmal namentlich erwähnt. Aber was soll’s…

VERKAUFSSTART: Bereits erschienen am 22. Februar 2013

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