Frances Ha sucht das Salz der Erde in der Nacht

by on 10/31/2014

Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 01. und 02. November 2014

cutrin empfiehlt Das Salz der Erde von Wim Wenders im Kino

© NFP

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Da quält man sich wochenlang, um halbwegs adäquate Wochenend-Tipps zu finden – und dann gibt es in einer Woche plötzlich so viele, dass man gleich die komplette Rubrik im Alleingang zusammenstellen könnte. Ich entscheide mich mal für Das Salz der Erde – mehrheitlich deshalb, weil ich als Semi-Pro-Fotografin eine ganze Menge mit der Thematik anfangen kann. Wim Wenders bringt uns in dem Dokumentarfilm den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado näher, der ganz im Stil des Sozialdokumentarismus erst die höllischsten Kriegsschauplätze der Erde bereiste und dann zum beeindruckenden Naturfotografen avancierte. Seine perfekten Bilder scheinen auf der Leinwand regelrecht zum Leben zu erwachen – und ich habe im Sommer direkt die Chance genutzt und habe mir in Stockholm seine Ausstellung in der Fotografiska angesehen. Ein großartiges Stück Film- und Fotografiegeschichte. Und außerdem waren die minutenlangen Standing Ovations in Cannes ziemlich einprägsam. Meine Kritik gibt es hier nachzulesen.

dennis empfiehlt Die amerikanische Nacht von François Truffaut auf DVD

Vor mehr als einer Woche jährte sich der Todestag von François Truffaut zum 30. Mal. Aus diesem Grund zeigt der Sender ARTE in diesen Tagen auch ein paar der wunderschönen © Warner Bros. GmbHFilme des französischen Regisseurs, die ich Euch nur empfehlen kann. Ich möchte Euch daher an dieser Stelle aber auch einen meiner persönlichen Lieblingsfilme des französischen Regisseurs für das Wochenende mitgeben: Die amerikanische Nacht. Während viele Filme von Truffauts Filmen doch schon eher einen melancholischen Ton haben, ist dieser eine schöne Ausnahme und er befasst sich mit dem wohl schönsten Thema der Welt: dem Film. Die amerikanische Nacht ist vieles in einem: Milieu- und Personenstudie was den Mikrokosmos eines Filmteams angeht, Selbstreflexion über den Job des Regisseurs (Truffaut interpretiert sich quasi selber) und Hommage an die Macht des Kinos. Und das alles gepaart mit der tollen Musik von Georges Delerue.

filmosophie empfiehlt 5 Zimmer Küche Sarg von Jemaine Clement und Taika Waititi im Kino:

© Weltkino

© Weltkino

Reicht es nicht mal langsam mit den Vampiren? Nein, noch lange nicht. Nicht so lange es Filme wie 5 Zimmer Küche Sarg gibt, die dem vermeintlich völlig ausgelutschten Blutsauger-Genre tatsächlich noch etwas völlig Neues abringen können. Bei der Komödie von Jemaine Clement und Taika Waititi, die beide auch vor der Kamera zu sehen sind, handelt es sich um eine herrlich witzige Mockumentary über turbulente Ereignisse in einer Vampir-WG in Neuseeland. Dort gibt es die klassischen Streitereien über den Putzplan ebenso wie ganz spezifische Probleme untoter Mitbewohner, wie die Bedrohung durch Vampirjäger und Werwölfe. Dabei verlieren die Macher ihr pseudo-dokumentarisches Konzept nie aus den Augen, was den trashigen Effekten besonderen Charme verleiht und einen ganz eigenen Humor erzeugt. Der erste Vampirfilm seit langem, der mal wieder so richtig Spaß macht!

quadzar empfiehlt Frances Ha von Noah Baumbach am Freitag, den 31. Oktober um 20:15 Uhr auf einsfestival

© filmcoopi

© filmcoopi

So ziemlich jeder dürfte mindestens einmal in seinem Leben eine Leerlaufphase haben in der nichts klappt. In der die Dinge noch nicht so richtig zusammenpassen. So ist es auch für die Tänzerin Frances (Greta Gerwig). Sie tanzt durchs Leben ohne sich für das eine oder das andere so recht entscheiden zu wollen. Als ihre beste Freundin (Mickey Summer) aus der gemeinsamen Wohnung auszieht und Frances sich aus Geldgründen nach einer neuen Bleibe umsehen muss, holt das Leben sie ein: Plötzlich passt ihre Lebensweise nicht mehr zu dem, was das Leben ihr im Laufe des Films nach und nach aufoktruiert und sie muss lernen, wie sie damit umgeht. Trotz all dem inszeniert Noah Baumbach den Film leicht und sprunghaft, in Schwarz-Weiß-Bildern, mit einer symphatischen Protagonistin und generell großartig natürlich wirkenden Schauspieler_innen wie Adam Driver (Girls).

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