Fröhlich hüpfende Frauen oder indische Sinnlichkeit

by on 11/22/2013

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung 

am 23. und 24. November 2013

cutrin empfiehlt: Venus im Pelz von Roman Polanski im Kino

© Prokino

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Das hier ist mal wieder so eine typische Woche, in der ich mich zwischen den vielen aufregenden Kinostarts kaum für eine Empfehlung entscheiden konnte. Letztlich ist die Wahl aber auf Venus im Pelz gefallen. Ein typisches Spätwerk des Regisseurs Roman Polanski, auf das ich mich nicht nur wegen der Namensverwandtschaft zu meinem liebsten Song der Band The Velvet Underground seit der ersten Ankündigung sehr gefreut habe. Nach der Vorlage einer Novelle von Leopold Sacher-Masoch erzählt Venus im Pelz die Geschichte der etwas ordinären Wanda, die bei einem Theaterregisseur (Mathieu Almaric) vorspricht und dabei in schönster Kammerspielmanier die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen lässt. Interessant ist dieser verbale Schlagabtausch zwischen den Geschlechtern nicht zuletzt, weil Hauptdarstellerin Emmanuelle Seigner mit Roman Polanski verheiratet ist, der in Sachen Frauengeschichten am Filmset selbst nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt ist. Noch mehr über Venus im Pelz gibt es übrigens in meiner Kritik zu lesen.

patrick empfiehlt: To the Wonder von Terrence Malick ab Donnerstag auf Blu-Ray/DVD

© Studiocanal

© Studiocanal

Ich finde es sehr schwierig, etwas über diesen Film zu schreiben. Er wird in meiner Top 10 des Jahres einen Platz finden und er hat eine unheimliche Faszination auf mich. Es ist aber sehr schwer, diese Faszination genau in Worte zu fassen und sie so zu beschreiben, dass ich anderen den Film empfehlen könnte. Ich kann sogar verstehen, wenn manche diesen Film überhaupt nicht mögen, vor allem, wenn sie vorher noch keinen Terrence Malick Film gesehen haben. (Ne, filmosophie?) Fakt ist aber, dass dieser Film, der fast frei von Narration ist – die vielleicht höchstens wie ein sehr schwacher Schleier über den Bildern hängt – eine Schönheit, eine Ruhe und eine Mystik ausstrahlt, die mich komplett in ihren Bann gezogen hat. Man kann so viel über fröhliche Frauen, die durch Wiesen hüpfen (ein bekanntes Motiv bei Malick) lästern, wie man möchte, aber für mich funktioniert das. Ich will nicht behaupten, dass ich die komplette metaphorische Ebene des Films verstanden hätte, aber es hat gereicht, dass ich jede Sekunde des Films versucht habe dort hinter zu steigen. Daher war der Film nie langweilig, immer faszinierend und wunderschön anzuschauen. Da ich persönlich näher an cutrins Meinung bin, empfehle ich dieses mal die Kritik auf ihrem blog, statt die auf dieser Seite von filmosophie. Aber um zu sehen, wie Malick das Publikum spalten kann, sind natürlich beide im Vergleich die beste Wahl.

dennis empfiehlt: Lunchbox von Ritesh Batra im Kino

© NFP

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Eine kleine persönliche Premiere. Ich möchte an dieser Stelle einen Film empfehlen, den ich eigentlich (noch) nicht gesehen habe. Auf der einen Seite vertraue ich da dem kompetenten Urteil meiner Co-Filmosophin cutrin, auf der anderen Seite bin ich Fan des indischen Kinos, und gerade des Bollywood-Kinos, und bin persönlich auch in gewisser Hinsicht mit dem indischen Subkontinent verbunden. Daher auch dieser Tipp. Wie cutrin in ihrer Kritik schreibt, ist Lunchbox aber kein klassischer Bollywood-Film. Gerade weil Bollywood – so schön es auch ist – stellenweise so überpräsent und dominierend ist, bieten aber solche Filme wie Lunchbox die Möglichkeit eine weitere der vielen Facette des indischen Kinos zu entdecken. Einem Kino, das so vielfältig ist wie die zahlreichen Sprachen auf dem Subkontinent. Vielleicht sind es auch Filme wie dieser hier, die auf wunderschöne Art und Weise die anziehende und betörende Sinnlichkeit Indiens am Besten vermitteln können.

filmosophie empfiehlt: Parkland am Freitag den 22. November 2013 um 20:15 Uhr auf ProSieben

© Exclusive Media Group

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Ich habe zwar Parkland schon in meinen TV Tipps auf dem AGM Blog empfohlen, aber ich will es nicht versäumen auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen. Ich kann mich noch gut an die Vorführung beim Filmfestival in Venedig erinnern, nach der ich unter den mir bekannten die einzige Kollegin war, die diesen Film zu schätzen wusste. Ja, Parkland ist kein großes Kino und war im Wettbewerb der Filmfestspiele eindeutig fehl am Platz. Dennoch finde ich die Geschichte über die Tage nach dem Attentat auf John F. Kennedy sehr interessant. Mir hat der Film geholfen, das Ausmaß dieses nationalen Traumas nachzuvollziehen und zu verstehen, welche Bedeutung der amerikanische Präsident für viele seiner Landsleute hatte. In jedem Fall ist Parkland mit Paul Giamatti, Billy Bob Thornton und Zac Efron grandios besetzt. Allein dafür lohnt es sich schon einzuschalten!

ben empfiehlt: Doctor Who Jubiläums-Special am 23. November ab 20 Uhr in ausgewählten Kinos
© BBC

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Eigentlich ist filmosophie.com ein Film-Blog, aber natürlich schauen wir auch gerne Serien. Eine ganz besondere Serie, die ihrem großen Bruder Film in nichts nachsteht, feiert an diesem Wochenende ihr 50-jähriges Jubiläum: Doctor Who. Die britische Kult-Serie flimmert bereits seit 1963 (mit Unterbrechungen) auf den heimischen Fernsehröhren und gilt damit als langlebigste Science-Fiction-Serie der Welt. Die BBC feiert dieses Jubiläum am 23. November mit der Folge „The Day of the Doctor“, die weltweit und zeitgleich ausgestrahlt wird. Begrüßenswerter Weise läuft diese Folge auch in ausgewählten deutschen Kinos und das sogar in 3D! Als Fan der Serie freue ich mich natürlich riesig und kann dieses einmalige Event jedem Fan nur ans Herz legen. Und falls ihr Doctor Who nicht kennen solltet, empfehle ich, die Serie in den kalten Wintermonaten „nachzuholen“. Viel Spaß!

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