Fürs Gemüt: Tage am Strand oder Acht Kostbarkeiten

by on 11/29/2013

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung 

am 29., 30. November und 01. Dezember 2013

cutrin empfiehlt Tage am Strand von Anne Fontaine im Kino

© Concorde

© Concorde

Wenn ich so aus dem Fenster schaue, den grauen Himmel und den Fieselregen sehe, wünsche ich mir nichts sehnlicher, als die Augen zu schließen und mich einfach mal eben auf die Südhalbkugel zu beamen, wo gerade mehrheitlich die Sonne scheint und die Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt liegen. Zum Beispiel an diesem einen Strand in Australien, an dem in Anne Fontaines neuem Film immer Naomi Watts und Robin Wright herumliegen und Verhältnisse mit dem Sohn der jeweils anderen beginnen. Tage am Strand ist aber auch abseits des blauen Wassers sehenswert, zum Beispiel, weil er nicht auf die ewige 08/15-Familienpropaganda hinausläuft. Mehr dazu könnt ihr jederzeit in meiner Kritik nachlesen. Und jetzt: Augen zu uuuund…

dennis empfiehlt die 9. Russische Filmwoche vom 27. 11 – 04.12. in Berlin

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Zur Verfügung gestellt von Interfest

Selbst wenn ich Gefahr laufe mich zu wiederholen, Berlin bietet wohl wie keine andere Stadt die einmalige Chance einmal um die Welt zu reisen, ohne dabei den Kinosaal verlassen zu müssen. Dieses Mal empfehle ich jedem der in der Hauptstadt ist, das Ticket nach Russland zu lösen.
Ich möchte an dieser Stelle mal die These wagen, dass Russland – genauso wie andere Filmnationen auch – oft zu kurz kommt und vielleicht immer auch ein bisschen im Schatten der eigenen Übervater wie Eisenstein oder Vertov steht. Wie die letzten Jahre gezeigt haben, bieten internationale Festivals wie z.B. die Berlinale zwar immer wieder die Gelegenheit, einzelne aktuelle russische Filme zu sehen, jedoch ist die Auswahl und die Bandbreite dadurch oft sehr begrenzt und wird der Vielfalt nicht gerecht. Solche länderspezifischen Festivals wie eben die Russische Filmwoche bieten die Möglichkeit, sich intensiv und vor allem auf einer großen Bandbreite mit der zeitgenössischen Kinematografie eines Landes zu befassen. Das Programm des Festivals reicht von Animationsfilmen wie z.B. Mascha und der Bär über Katastrophenfilme (Metro – Im Netz des Todes) bis hin zu melanchonischen und doch irgendwie kritischen Filmen wie Der Geograf, der den Globus austrank, der am 27. das Festival eröffnet hat.
Wer also sein Ticket gen Osten lösen will, findet alle Reisedaten hier.

filmosophie empfiehlt Tore Tanzt von Katrin Gebbe:

© Rapid Eye Movies

© Rapid Eye Movies

Zugegeben: Nach dem Screening von Tore Tanzt vergangenen Mai in Cannes fühlte ich mich geradezu traumatisiert. Nicht in der Lage, direkt im Anschluss einen anderen Film zu sehen, so wie das auf  einem Festival eigentlich üblich ist, ging ich erst mal ein Bier trinken. Katrin Gebbes Kinodebut ist nichts für schwache Nerven und gerade deshalb ist ihr Film so etwas Besonderes. Er sticht in der deutschen Kinolandschaft hervor wie ein bunter Hund. Und das ist gewollt. Die Geschichte über einen jungen, frommen Mann, den titelgebenden Tore, und sein selbst gewähltes Martyrium als Sklave eines masochistischen Ehepaars, kann uns gefallen oder nicht – sie lässt uns in jedem Fall nicht kalt. Tore Tanzt bewegt. Um ganz ehrlich zu sein will ich an dieser Stelle trotz aller Wertschätzung für Gebbes Werk eine Warnung aussprechen: Wem Kinofilme sehr nah gehen, wer beispielsweise die Darstellung von sexueller Gewalt und Erniedrigung nicht verträgt, der sollte hier eine cineastische Wissenslücke lieber in Kauf nehmen! Wer sich noch einmal genauer über den Film informieren will, dem lege ich cutrins Kritik sowie mein Interview mit der Regisseurin bei kino-zeit.de ans Herz.

patrick empfiehlt The Wolverine auf DVD und Blu-Ray:

© 20th Century Fox

© 20th Century Fox

Diese Woche tue ich mich sehr schwer, etwas zu finden, was ich empfehlen kann. Die Kinostarts habe ich alle noch nicht gesehen (ich habe einige Pressevorführungen verpasst in letzter Zeit), einen Berlin-Tipp hat dennis schon für Euch und so musste ich wieder bei den Heimkinostarts gucken, denn auch im TV kann ich wenig empfehlen, da ich Synchron-Nazi bin und ich somit höchstens deutsche Filme empfehlen könnte. Ich mochte The Wolverine auch, allerdings mit einer großen Einschränkung: Das Ende ist doch schon sehr misslungen. Der Film baut eine schöne Stimmung auf und James Mangold, dessen Regiestil ich sehr mag, entwickelt den Charakter Logan/Wolverine in eine wunderbare Richtung. Das sehr gezwungene, unstimmige und gekünstelte Finale hat mir die Freude am Film dann doch ein wenig geschmälert. Ein typisches Schurken-Problem (zu viele, zu wenig Background-Geschichte, einfach zu unstimmig) hat dann nicht gerade dabei geholfen, über dieses Action-Finale hinweg zu sehen. Nichtsdestotrotz ist The Wolverine ein etwas anderer Superheldenfilm, der in den ersten zwei Dritteln Vieles richtig macht und auch tolle Action-Sequenzen hat, die aber in einem auf Stimmung und Charakterentwicklung ausgelegten Film nicht das Wichtigste sind. Ich kann ihn also doch ruhigen Gewissens empfehlen. Wer meine Meinung zum Film noch ausführlicher hören möchte, kann sich die passende Folge des Kontroversum Podcasts anhören, in der wir ausführlich über den Film geredet haben.

© Glücklicher Montag

© Glücklicher Montag

ben empfiehlt die 22. MDR-Kurzfilmnacht am 29./30. November ab 0:00 Uhr im mdr

Eine üppige Mahlzeit lässt sich im Prinzip durch nichts ersetzen. Manchmal können Häppchen aber auch ganz lecker sein, aber leider wird das sehr oft vergessen. Ähnlich verhält es sich mit Filmen und Kurzfilmen. Der MDR gibt euch allerdings in der Nacht zum 30. November in seiner 22. Kurzfilmnacht die Chance, mal wieder ein paar Häppchen zu kosten. Das Spektrum der ausgewählten regionalen Kurzfilme reicht von skurrilen Schauergeschichten, wie zum Beispiel Herr Albtraum und die Segnungen des Fortschritts, der eigentlich eine Liebesgeschichte erzählt, bis hin zu einem Garten-Drama (Der Maulwurf). Hier findet ihr einen kurzen Überblick der 8 dargebotenen Kostbarkeiten. Falls ihr den Abend schon anderweitig beschäftigt seid, könnt ihr euch diese auch gerne am Wochenende zu einem Zeitpunkt eurer Wahl einverleiben, denn wie bereits üblich werden die Filme nach der Ausstrahlung in der Mediathek des mdr bereitgestellt.

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