Gemeinsam wohnt man besser

by on 01/01/2017

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© Alamode Film

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Eigentlich wollte der pensionierte Witwer Hubert Jacquin (André Dussollier) nur eine Putzfrau einstellen, doch durch ein Missverständnis nistet sich in seiner großen Pariser Altbauwohnung eine junge Mitbewohnerin ein. Die quirlige Studentin Manuela (Bérengère Krief) versteht zwar nichts davon wie man einen Haushalt führt, aber davon wie man den Alltag eines Rentners gehörig auf den Kopf stellt umso mehr. Am Ende eines rauschenden Abends lässt sich Hubert sogar überreden die Wohngemeinschaft zu erweitern. Schon kurz darauf ziehen die etwas verspannte Krankenschwester Marion (Julia Piaton) und der in Scheidung lebende, neurotische Anwalt Paul-Gérard (Arnaud Ducret) ein. Trotz aller Unterschiede wächst die ungewöhnliche Wohngemeinschaft schon bald zusammen. Und auch Hubert erkennt allmählich, dass man für eine Wohngemeinschaft nie zu alt ist.

Gemeinsam wohnt man besser oder Adopte un veuf, wie der Film im Original heißt, ist einer dieser seltenen Fälle, in denen sich der Originaltitel und der deutsche Verleihtitel mal nicht meilenweit unterscheiden. Im Gegenteil, beide treffen sogar den Kern der Sache. Was aber auch das Problem ist.

Dem deutschen Titel nach, handelt es sich bei dem Film von Regisseur François Desagnat um die, ja leider, schon fast übliche WG-Komödie, in der die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander prallen. Was in der Tat auch so ist. So sehr charmant die vier Bewohner aber auch sind, kommen ihre Einzelschicksale, die – auch wenn teils ein bisschen vorhersehbar – eigentlich recht interessant sind, in den über 90 Minuten des Films leider doch zu kurz. Würde man dem französischen Titel hingegen folgen, so wird Witwer Hubert die zentrale Figur des Films. Auch das trifft zu. Denn es ist nunmal Huberts Leben, dass durch die Gründung der WG in neue, positive Bahnen gerät. Doch auch hier ist wieder das Problem, dass die von André Dussollier verkörperte Figur des frischen Witwers eigentlich zu kurz kommt, dafür, dass sie so eine wichtige Rolle in der Geschichte hat.

© Alamode Film

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So sehr das Thema auch charmant ist und ich ein Fan von französischen Filmen bin, muss ich feststellen, dass der Funke in diesem Fall nicht wirklich überspringen wollte. Es liegt zum großen Teil eben an der Tatsache, dass die Figuren durchaus Potenzial haben, gerade wenn es um die Interaktion zwischen den WG-Bewohnern geht, aber als Einzelfiguren hinter ihren Möglichkeiten bleiben.
Vielleicht liegt es auch daran, dass der Plot, wie es meistens bei Filmen über WGs, ebenfalls auch vorhersehbar ist und der Film hier das Rad (leider) nicht neu erfindet. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass das Thema schon leider ausgelutscht ist. Denn wie immer in solchen Fällen, steuert die WG auf ihre Auflösung hin, sodass alle die Geborgenheit der Gruppe aufgeben müssen und ihren neuen Weg finden müssen.
Schlussendlich ist Gemeinsam wohnt man besser zwar eine charmante französische Kömodie, die man durchaus sehen kann, doch der große Wurf gelingt ihr leider nicht.

Kinostart: 22.12.2016

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