Ich kam, sah und sneakte Riddick

by on 09/07/2013

Ich wollte Filmosoph werden! Es gibt daher von mir nun wöchentlich die Kolumne „Ich kam, sah und sneakte“ über die Sneak-Preview meines Vertrauens im Cinestar am Potsdamer Platz: Originalton, kein 3D und vor allem ein ziemlich gutes Publikum für Sneak-Verhältnisse. Daher möchte ich nicht nur jede Woche hier etwas über den Film schreiben, den ich gesehen habe, sondern auch etwas zu der Stimmung, um danach den Propheten zu spielen und zu sagen, wie erfolgreich der Film wohl in Deutschland im Kino laufen wird.

Vorhang noch zu!

Ich war verdammt lange nicht mehr in der Sneak und das ist eigentlich unentschuldbar. Jedoch bin ich umgezogen und hatte leider oft Donnerstags Termine. Was soll man machen? Naja ich habe es diese Woche endlich wieder geschafft und es war ein tolles Gefühl, wieder dort zu sein. Ich habe es schon vermisst, muss ich sagen. Micha war auch endlich wieder dabei. Da ich so lange nicht dort war, hatte ich auch gar kein Gefühl, was mich so erwarten könnte. Kurz vor dem Start tippte ich ganz spontan auf 2 Guns, aber der wurde es dann doch nicht. Auch eine Frage konnte ich nicht beantworten. Ich darf einfach nicht mehr so lange Pause machen, da kommt man aus dem Rhythmus.

 Vorhang auf!

Als Filmkritiker hat man in der Sneak immer Angst, dass etwas kommt, was man schon in einer Pressevorführung gesehen hat. Wenn der Film gut ist, dann schaut man ihn sich gerne nochmal an, aber wenn nicht, dann muss man sich überlegen, ob man nicht doch lieber das Kino wieder verlässt. Diese Angst habe ich auch heute, denn in letzter Zeit war ich auf ziemlich vielen Pressevorführungen. Beim Vorpann ist mir aber schnell klar, dass ich diesen Film noch nicht gesehen habe. Es ist tatsächlich Riddick, den ich vor habe, morgen früh um 10 Uhr in der Pressevorführung in der Astor Film Lounge zu gucken. So gesehen bin ich erstmal froh, dass ich jetzt nicht mehr früh aufstehen muss. Auf der anderen Seite ist mir klar, dass einige im Publikum vielleicht nicht ganz so zufrieden sind mit dem Film. Ich habe keinen Teil bisher gesehen und ich glaube, dass es auch einigen anderen so gehen könnte. Wir werden also erstmal voll in die Story hinein geschmissen:

© Universum Film

© Universum Film

Riddick (Vin Diesel) findet sich halbtot auf einem fremden Planeten wieder. Völlig verloren, scheint der ganze Planet, vor allem die ziemlich verschiedenen aber auch alle ziemlich tödlichen Tiere und Monster hinter ihm her zu sein. Wir erfahren in einer Rückblende, dass er auf der Suche nach seinem Heimatplaneten Furya war, aber von seinen Reisegenossen hinter das Licht geführt wurde und sie versuchten ihn zu töten. Alleine auf diesem unbekannten Planeten versucht er nun sein Leben zu führen. Irgendwann bekommt er Besuch von Kopfgeldjägern (u.a. Dave Bautista und Katee Sackhoff), diese aber sind gar nicht die größte Gefahr, die er zu bewältigen hat und so tun sich beide Parteien scheinbar zusammen im Kampf gegen riesige Massen von Monstern.

Der Film fängt super an. Während der Abwesenheit irgendeiner Art von Soundtrack muss Riddick sein Bein wieder herrichten und jede Menge Gefahren überleben. Währenddessen ist alles in gelb-rötlichen Farben gehalten und es entsteht ein sehr artifizieller Studio-Look. Trotz des großen, leeren Planeten ist alles ziemlich klein und gedrungen, zwei bis drei Schauplätze reichen dem Film in seiner ersten halben Stunde aus. Sobald die Kopfgeldjäger kommen, verliert der Film ein wenig an seiner Stimmung und auch an seinem besonderen Storytelling. Trotzdem bleibt der Film sehr cheesy, die Spezialeffekte, zugegebenermaßen auch dem Budget geschuldet, haben Ähnlichkeit mit denen von Flash Gordon damals. Aber mir gefiel dieser Art von Schlechtheit ja schon immer. Trotzdem verliert der Film in seiner zweiten Hälfte das Besondere und kommt über Action-Massenware nicht mehr weit hinaus. Abgesehen von einer Todesszene, in der Riddick glänzt, die toll inszeniert ist und die natürlich nicht ohne  passenden One-Liner von Vin Diesel auskommt.

Ich habe mich außerdem gefreut, Katee Sackhoff wiederzusehen, denn wer Battelstar Galactica (natürlich ist die Neuauflage gemeint) geguckt hat, wird das zu schätzen wissen. Ich muss mir jetzt unbedingt die anderen Teile der Riddick-Trilogie ansehen und feststellen, ob die ebenfalls so schön „schlecht“ sind und vielleicht eine ähnliche Atmosphäre wie hier der erste Teil des Films hatten. Während der Vorführung gehen einige Zuschauer raus und ich kann das voll und ganz nachvollziehen. Vor allem das weibliche Publikum kann nicht allzu viel mit dem Film anfangen. Auch hier bin ich natürlich nicht verwundert. Aber schade ist es trotzdem, dass die Ästhetik von „Schlechtheit“, also der Trash immer noch keinen höheren Stellenwert bei Filmen hat. Ich finde, es gehört viel Mut und auch Kunst dazu, solche Filme zu drehen. Aber ich möchte keine Lobhudelei auf den Film schreiben, denn dafür hat er im zweiten Teil zuviel von dem verloren, was ich am Anfang so mochte.

Vorhang zu!

Film-o-meter: Ich gab eine 6. Micha war gar nicht begeistert und da blieb dem Film nur eine 4.

Sneak-o-logie: Ich denke, der Film wird es schwer haben in Deutschland. Viele sind bestimmt schon beim 2. Teil ausgestiegen und es ist nun mal schon ein krasser Genrefilm, der sogar schon eher Richtung Trash geht. Aber das macht den Film aus. Leider ist das aber für das Mainstream-Publikum in Deutschland so gar nichts.

Hier schöne Empfehlungen, die man nach dieser Kolumne SOFORT kaufen sollte:

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