Jet Li, fern am grünen Rand der Welt

by on 07/17/2015

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 17., 18. und 19. Juli 2015

cutrin empfiehlt Am Grünen Rand der Welt von Thomas Vinterberg im Kino

© 20th Century Fox

© 20th Century Fox

Wie konnte das denn um Himmels Willen passieren? Rückblende Ende 2014. Auf meiner Vorfreude-Liste für das Jahr 2015 stand unter den wichtigsten Punkten in fetten Lettern Am Grünen Rand der Welt von Thomas Vinterberg. Nun kommt der Film endlich in die Kinos und ich habe es vorab nicht in die Pressevorführung geschafft, weiß der Teufel warum. Carey Mulligan spielt in der Thomas Hardy-Verfilmung eine Frau in den 1870er Jahren, die zwischen drei Männern hin und hergerissen ist (einer davon ist übrigens Matthias Schoenaerts – noch ein Argument für den Film). Und da momentan der Sommer ohnehin eine (hoffentlich kleine) Pause macht, wird an diesem Wochenende flugs ein wichtiger Punkt auf der Jahresliste nachgeholt. Macht ihr mit?

quadzar empfiehlt Hero von Yimou Zhang am Freitag, den 17. Juli 2015 um 20:15 auf RTL Nitro

© Constantin Film

© Constantin Film

Mit 16, 17 Jahren stand ich voll auf alles Fernöstliche, insbesondere die Kampfkunst. Neben einem Trainingsplan, der mir heute wahrscheinlich einen Herzinfarkt bescheren würde, frönte ich auch den Martial Arts – Filmen. Hero war einer der Filme, die ich immer wieder geschaut habe. Jet Li war damals ganz groß für mich und neben Twin Warriors ist Hero einer der ausdruckstärksten Filme mit ihm, zumindest in meinem von Nostalgie geplagtem Hirn. Es geht um den Kaiser Qin (Daoming Chen), der vor 2000 Jahren versuchte mit grausamen Mitteln alle Fürstentümer in China „unter einem Himmel“ zu vereinen. Drei Konkurrenten standen ihm dabei im Wege, die plötzlich kein Problem mehr sind. Ein Namenloser (Jet Li) hat sie aus dem Weg geräumt und darf sich daher nun dem Kaiser auf zehn Schritte nähern. Natürlich kann er das so oder so nutzen und während der Namenlose seine Geschichte erzählt und Schritt für Schritt näher kommt, beginnt der Kaiser zu zweifeln. Eine sehr formale und wunderschöne Bildsprache wird in Hero mit ästhetischen Choreografien und typisch fernöstlichem Pathos vereint. Ich kriege immer noch eine Gänsehaut.

dennis empfiehlt Den Menschen so fern von David Oelhoffen im Kino

Den Menschen so fern

© Arsenal Filmverleih

Ich schließen mich an dieser Stelle cutrin an. Den Menschen so fern von David Oelhoffen, der aktuell in den Kinos läuft, habe ich auch nicht in der Pressevorführung gesehen bzw. muss ich sagen, hatte ich ihn gar nicht auf dem Schirm. Auch weil mir das Thema des Algerienkrieges gar nicht nahe lag. Gut, dass eine Freundin mich dazu bewogen hat ihn am Mittwoch nun doch im Kino zu sehen. Der Trailer ist offen gesagt ein bisschen mißverständlich, denn er zeigt eigentlich mehr Action als im Film überhaupt vorkommt. Im Gegenteil, der Film lebt durch seine Langsamkeit, durch die fast schon meditativen und hypnotischen Panoramaaufnahmen der algerischen Wüste. Das alles untermalt von dem wirklich tollen und mehr als treffenden Soundtrack von Nick Cave und Warren Ellis. Neben dem sind es aber auch die beiden tollen Hauptdarsteller Viggo Mortensen und Reda Kateb, die im Kern die einzigen Figuren der Geschichte sind und von Anfang bis Ende den Film tragen. Ein sehr sehenswerter Film, der am Ende auch tief bewegt.

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