Kennst Du eigentlich… Irina von Bentheim?

by on 03/12/2013

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Ne? Echt nicht? Glaube ich nicht. Irina von Bentheim ist nämlich die Synchronstimme von Sarah Jessicer Parker in Sex and the City. Und die hat ja wohl jeder schon mal gehört. Ich hatte kürzlich das Vergnügen Frau von Bentheim persönlich kennenzulernen und habe dabei herausgefunden, dass sie nicht nur Synchronsprecherin, sondern auch Kaberettistin ist und vor allem erotische Hörkolumnen schreibt und mit hörbarWeiblich sogar einen sinnlichen Hörbuchverlag gegründet hat. Dies hat natürlich sofort mein Interesse geweckt: Eine Frau, die sich traut, offen über (ihre) Sexualität zu sprechen. Und so ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf, Irina von Bentheim für die aktuelle Ausgabe des AGM Magazins zu interviewen. Mit freundlicher Genehmigung desselbigen Blattes, das ich anbei allen Gaming- und Filmfans ans Herz legen möchte, folgt hier das komplette Interview. 

© Irina von Bentheim

© Irina von Bentheim

filmosophie: Woher kam die Idee, einen „sinnlichen“ Hörbuchverlag ins Leben zu rufen?

Irina von Bentheim: Vorlesen ist schon lange eine Leidenschaft von mir. In meinem Verlag lese ich neben meinen eigenen Texten auch gerne die Bücher, die ich privat lese und die auch mal ganz weit weg von „Carrie“ führen. Aktuell habe ich gerade zwei ungekürzte Lesungen zum Download auf audible.de: Ein Roman spielt in Ägypten, der andere im Amazonas und in beiden stehen starke Frauen im Mittelpunkt, im Hintergrund und im Vordergrund!

filmosophie: Wie sind Sie dazu gekommen, erotische Kolumnen zu verfassen? Gibt es da einen Zusammenhang zu ihrer Arbeit an Sex and the City?

Irina von Bentheim: Sicherlich. Der Sex spielte zwar schon immer eine Rolle in meinem Leben, auch das Reden darüber, aber in der Öffentlichkeit – sprich im Radio – darüber zu reden war eine tolle Erfahrung. Und so habe ich angefangen für meine Erotik-Radiosendungen Kolumnen zu schreiben, die inzwischen zu meinem Leben gehören und demnächst auch wieder zum Download veröffentlicht werden.

filmosophie: In den Beziehungskisten erzählen Sie sehr intime Geschichten. Entspringen die dem wahren Leben oder ist auch ein bisschen Fiktion dabei?

Irina von Bentheim: Also ich bin noch nie mit einem vibrierenden Glibbervibrator von einem Zollbeamten verfolgt über den Flughafen getigert!

filmosophie: Frauen, die offen über ihre Sexualität sprechen, haben ja oft etwas Skandalöses. Warum glauben Sie, ist das so?

Irina von Bentheim: Ich glaube das Reden darüber und Schreiben ist ja inzwischen sehr gefragt, aber dass Frauen ihre Sexualität offen leben und dazu stehen, dass sie viele wechselnde Partner hatten oder haben, das ist immer noch anrüchig. Männer hingegen werden bis zur Senilität dafür (angeblich) gerühmt viele Frauen zu haben und gehabt zu haben.

filmosophie: Würden Sie auch einen Porno synchronisieren?

Irina von Bentheim:: Das habe ich auch schon, wie die meisten meiner Kollegen. Allerdings habe ich mehr im Softporno-Bereich gesprochen, für die harten Filme war und ist meine Stimme nicht geeignet.

filmosophie: Sie sind in den verschiedensten Bereichen aktiv: Synchronisation, Kabarett, Kolumnen und nun ein Hörbuchverlag. Was macht Ihnen eigentlich am meisten Spaß und warum?

Irina von Bentheim: Glücklicherweise macht mir alles Spaß was ich mache und dafür danke ich dem lieben Gott jeden Tag! In der Synchronisation habe ich die Ehre, neben Sarah Jessica Parker auch Robin Wright und Naomi Watts zu sprechen und einer Giraffe in Barbar, die sich immer den Kopf stösst, darf ich auch meine Stimme leihen. Mit unseren beiden Kabarett-Programmen sind Klaus-Peter Grap und ich regelmäßig unter anderem in Die Stachelschweine in Berlin, auf dem Theaterschiff in Bremen oder am Staatstheater Cottbus zu sehen. Das ist anstrengend, aber wenn die Zuschauer jubeln, freuen wir uns unendlich! Die Kolumnen sind ein Teil von mir und eigentlich bin ich innerlich immer dabei, mir Geschichten auszudenken.

filmosophie: Was ist Ihr nächstes Projekt?

Irina von Bentheim: Nach den zwei Romanen und meinen eigenen Kolumnen werde ich zum Frühsommer wieder einen schönen Erotikroman lesen und veröffentlichen, die Kabarettprogramme weiter voran treiben und meine Coachingarbeit ausbauen.

filmosophie: Was sind Ihre Ziele und Träume? Gibt es noch neue Herausforderungen, denen Sie sich stellen wollen?

Irina von Bentheim: Das Sprech-Coaching ist tatsächlich noch eine Herausforderung für mich. Ich coache regelmäßig bei international-voice.de und privat kommen auch immer mal wieder angehende Sprecher oder Menschen, die schon im Beruf stehen, um sich von mir Tipps zu holen. Eine äußerst befriedigende Arbeit, die ich gerne intensivieren möchte und wo ich eine Menge zu geben habe. Ansonsten wünsche ich mir, dass meine hörbarWeiblich Projekte bekannter werden!

 

Das wünsche ich mir auch. Vielleicht kann ja dieser kleine Blogpost ein wenig dazu beitragen. Daher viel Erfolg bei all diesen Plänen und lieben Dank für das Interview!

 

 

 

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