Liebe, Adaptionen und Mysterien aus dem All

by on 06/12/2015

Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 12., 13. und 14. Juni 2015

cutrin empfiehlt Love & Mercy von Bill Pohlad im Kino

© Studiocanal

© Studiocanal

Wenn ein Biopic über eine Band Lust auf deren Musik weckt, dann kann es nicht alles falsch machen. Die Beach Boys habe ich bisher immer unter „Ferner Liefen“ verbucht, Love & Mercy hat das aber mühelos geändert. Der Film über den kreativen Kopf der Gruppe – Brian Wilson – zeigt eben Jenen auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn. John Cusack und Paul Dano in der Rolle des Musikers in verschiedenen Altersstufen werden seiner wechselvollen Vergangenheit gerecht: während ein Handlungsstrang die Aufnahmen zum legendären Album „Pet Sounds“ verfolgt, erzählt der Andere davon, wie Wilson in den Fängen des zwielichtigen Psychiaters Eugene Landy (Paul Giamatti) zu versauern droht. Pastellige Floridafarben liefern Eye-Candy, experimentelle Klangcollagen Ohrenschmäuse. Love & Mercy ist rundum gelungen – aber was red ich? Lest lieber meine ausführliche Kritik.

quadzar empfiehlt Adaptation von Spike Jonze am Freitag, den 12. Juni um 22:00 Uhr auf Pro7

© Sony Pictures

© Sony Pictures

Den filmphilosophischen Auswüchsen von Abed aus Community zufolge sind die Parameter von Nicolas Cage schauspierlerischer Darstellungskraft unergründlich. Entweder ist er furchtbar gut oder einfach nur furchtbar (was irgendwo auch wieder gut ist). In Adaptation ist er auf jeden Fall furchtbar gut, denn seine manchmal grenzdebile Art passt wie angegossen auf das Meta-Drehbuch von Charlie Kaufmann. Der hat zum Beispiel auch Eternal Sunshine of the Spotless Mind (alias Vergiss mein nicht) und Being John Malkovich geschrieben und mit Synecdoche, New York seine erste Regiearbeit abgeliefert. Wenn er nicht selbst Regie führt, tut das zumeist Langzeitkollaborateur Spike Jonze für ihn. So wie auch in Adaptation in der Charlie Kaufmann (ja, meta) an der Adaption eines (real existierenden) Sachbuchs über eine Orchideen-Betrügerin verzweifelt und mehr unfreiwillig mit seinem (nicht real existierenden) Zwillingsbruder Donald in einen surrealen Krimi-Plot stolpert.

dennis empfiehlt Unheimliche Begegnung der dritten Art von Steven Spielberg am Sonntag, den 14. Juni um 20:10 Uhr auf Pro7 MAXX

© Sony Pictures Germany

© Sony Pictures Germany

Steven Spielberg hat ein Händchen für das Thema Aliens. Unheimliche Begegnung der dritten Art ist ein, so möchte ich mal sagen, ein Klassiker seines Themas und wurde im Jahr 1977 aus gutem Grund für 8 Oscars nominiert. Die Ironie will es, dass der stärkste Konkurrent in diesem Jahr Star Wars war. Doch während sich die Saga von Lucas sich schon mit der Zukunft befasst und davon ausgeht, dass der Weltraum schon voll von Raumfahrern aller Art ist, stellt Spielbergs Film das Gegenteil dar und setzt bei der Frage an: „Was wäre wenn Besucher aus dem All hier landen würden?“. Die Geschichte spielt gekonnt mit den immer noch aktuellen Theorie zum Bermuda-Dreieck und der Ereignissen um Flug 19, der dort verschwand. Das schönste an Spielbergs Film ist aber, dass er – trotz dieser stellenweise unheimlichen Atmosphäre  –  doch eine positive Grundstimmung verbreitet und auf eine positive Zukunft blickt.

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