Media Monday #126 – Herr der Ringe, Christine Neubauer und Nachtzüge

by on 11/25/2013

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Voilà, mein erster Media Monday für filmosophie und überhaupt

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1. Ich habe ja wirklich mal versucht, das Buch Der Herr der Ringe ganz zu lesen, weil ich vor Kinostart der Reihe unbedingt wissen wollte, ob Peter Jackson sich auch an die Vorlage gehalten hat, musste es dann aber bald zur Seite legen, denn ich wäre vor Kinostart einfach nicht fertig geworden.

2. Ich glaube ich werde niemals in die Verlegenheit kommen, einen Film mit SchauspielerIn ________ zu sehen, denn ________ .
Diese Frage muss ich anders beantworten: Ich werde niemals in die Verlegenheit kommen, freiwillig einen Film der SchauspielerIn Christine Neubauer zu sehen, denn sie ist einfach überall. Wirft man mal einen Blick auf die deutsche TV- und Filmlandschaft, merkt man, dass Christine Neubauer einfach überpräsent ist und ich schon deswegen versuche kategorisch jeden Film mit ihr zu meiden. Darüber hinaus ist sie auch keine gute Schauspielerin, weil sie im Endeffekt immer die gleiche Art Rolle spielt und einfach nicht ihren bayerischen Akzent ablegen kann. 

3. Die Serie Under the Dome mag ja ihre Qualitäten haben und erfolgreich sein, konnte bei mir aber überhaupt nicht zünden weil die Serie aufgrund der sprichtwörtlichen Abgeschlossenheit des Serienuniversums einfach zu begrenzt ist, um daraus eine langlaufende Serie zu machen. Ich finde es immer schade, dass Themen, die perfekt in das Format einer Mini-Serie passen, aus kommerziellen Gründen mit Gewalt in ein langlebiges Serienformat gepresst werden.

4. Wenn ein Film schon damit beginnt, dass ein Erzähler aus dem Off erst einmal langatmig erklären muss was passiert ist oder warum der oder die ProtagonistIn in die Situation geraten ist, dann habe ich immer Bedenken, dass der Film nicht seiner eigenen Geschichte vertraut und es nicht schafft, die Vorgeschichte mit filmischen Mitteln zu erläutern.

5. Größte Enttäuschung in der jüngsten Vergangenheit war für mich auf jeden Fall The Colony, weil das Thema einer Erde, die durch die Umweltverschmutzung des Menschen zerstört wurde, sehr aktuell und eigentlich recht interessant ist. Leider hat es der kanadische Film einfach nicht geschafft eine eigene Identität zu entwickeln und hat sich lieber am großen Bruder im Süden und dessen Science-Fiction Filmen orientiert – und das nicht einmal gut.

6. Ganz ehrlich, neben Uwe Boll ist und bleibt Ed Wood einer der schlimmsten Regisseure, weil seine Filme einfach nur schlecht und plump gemacht sind. Die Genialität von Ed Wood ist aber, dass die Filme zum einen so schlecht sind, dass sie schon wieder gut sind. Er es zum anderen aber auch geschafft hat, trotz seiner schlechten Filme in aller Munde zu sein und sich einen Platz in der Kinogeschichte zu sichern, während Uwe Boll mir bis zu dieser Frage einfach niemals untergekommen ist.

7. Mein zuletzt gelesener Verriss war ________ auf ________ und der war ________ , weil ________ . Der (jüngste) Verriss der mir am stärksten präsent ist, ist der des Tagesspiegels zu Nachtzug nach Lissabon auf der Berlinale 2013. Was mir dabei im Gedächtnis geblieben ist, war die Tatsache, dass der Kritikerkollege von der mangelnden Spannung im Film gesprochen hat und ich mich wirklich gefragt habe, ob er wusste, dass es sich um eine Buchvorlage handelt. Was hat er erwartet? Das UFOs landen?

Ein paar Tipps zum Media Monday

4 Responses to “Media Monday #126 – Herr der Ringe, Christine Neubauer und Nachtzüge”

  • bullion says:

    Zu 4: Ich kann diese generelle Abneigung gegen Voice-over nicht verstehen. Es gibt Filme, da funktionieren sie wunderbar, um eine gewisse Stimmung zu erzeugen und entspringen nicht der Faulheit eines Autoren. Ich denke hier nur an „GoodFellas“ – ohne Voice-over unvorstellbar: „As long as I can remember, I always wanted to be a gangster…“ (frei aus dem Kopf)

    • dennis
      dennis says:

      Stimmt, es gibt definitiv gute Beispiele für Voice-Over. Vielleicht ist es auch übertrieben hier von einer „Abneigung“ zu sprechen. Ich merke nur, dass der Voice-Over einfach zu oft benutzt wird, um sich aus der Affäre zu ziehen.
      Im Fall von Goodfellas ist es auch eine andere Sache, denn erzählt der Voice-Over etwas über die Geschichte der Figur. Meine „Abneigung“ geht mehr gegen solche Voice-Overs, die dafür genutzt werden um eine Vorgeschichte zu erzählen, die man auch auf dramaturgischem Weg bzw. im Plot hätte aufdecken können.

  • filmosophie
    filmosophie says:

    Ich fand den „Nachtzug nach Lissabon“ übrigens auch zum Einschlafen (der Kollege neben mir schlief während der Pressevorführung auch tatsächlich ein). Ich finde, ein Film kann auch spannend sein, wenn es sich um eine Romanadaption handelt. Oder anders gesagt: Es ist die Aufgabe einer Adaption die Romandramaturgie in eine Filmdramaturgie zu übersetzen!!

    • dennis
      dennis says:

      Da hast du vollkommen Recht. Ich kann zwar nicht nicht den genauen Wortlauf der Kritik von damals widergeben, aber ich kann mich erinnern, dass der Kollege oder die Kollegin solche Worte wie „Action“ benutzt hat. Was ja per se nicht falsch ist, aber zumal die Romanvorlage sich auch schon über Seiten hinweg ausgiebig mit den Gedanken der Figuren befasst und recht philosophisch ist, bin ich z.B. schon mit dem Gedanken in den Film gegangen, das die Inszenierung auch entsprechen „Actionarm“ sein wird – vorausgesetzt man dichtet jetzt nicht Erzählstränge hinzu um die Spannung zu erhöhen.

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