Media Monday #134 – Über die Oscars, Comics und Film-Feminismus

by on 01/20/2014

Zum Wochenauftakt haben wir wieder beim Media Monday mitgemacht, der mit seiner Frage nach starken Frauenfiguren im Film für mich ein echtes Heimspiel war.

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1. Was haltet ihr von den zahllosen Oscar-Artikeln und Prognosen, die derzeit wieder allerorten aus dem Boden schießen? Nett, unnötig, egal, spannend? Schlimmer als die Oscar-Artikel finde ich aktuell den Oscar selbst. Die aktuelle Nominierungsliste hat mich extrem geärgert. Irgendwie werden doch immer dieselben Kandidaten nominiert und ausgezeichnet. Den meisten Filmen merkt man schon beim Angucken an (12 Years A Slave), dass sie von vornherein auf Oscar getrimmt sind. Und die vielen, vielen wirklich guten Filme werden gar nicht erst erwähnt. Darüber kann man sich gar nicht genug auslassen, damit auch die Allgemeinheit merkt, dass der Oscar als „wichtigster Filmpreis“ abgelöst gehört. 

2. Aber die Oscars sind ja auch immer noch mal ein Rückblick auf das vergangene Jahr und ich denke, wir haben alle so einige Filme konsumiert. Welcher Film, den ihr im letzten Jahr geschaut (!) habt, meint ihr, hätte das Zeug zum Kultfilm? Ich glaube, dass Gravity ein Film ist, der auch in zehn Jahren immer noch etwas ganz Besonderes ist und den auch noch die Generation meiner Kinder guckt. Und ich könnte mir vorstellen, dass Sharknado so ein Film ist, der anhaltend im Rahmen feuchtfröhlicher Filmabende konsumiert wird. Auf jeden Fall sollte es so sein. 

3. Und dann bitte noch eine Empfehlung: Der ideale Anti-Schlechte-Laune-Film ist Das Dschungelbuch, weil er der beste Disney-Film überhaupt ist und zum Mitsingen und -tanzen einlädt.

4. Das Thema Comics hatten wir auch schon länger nicht mehr: Habt ihr euch vorgenommen, in der Richtung im noch jungen Jahr etwas zu lesen? Natürlich wenn ja was, wenn nein, warum nicht? Ich kann von mir behaupten, seit etwa 20 Jahren keinen Comic mehr gelesen zu haben, also seit ich Asterix & Obelix langweilig finde und meinem kleinen Cousin nicht mehr aus Lucky Luke vorlese, weil er schon lange selbst kann und sich ebenfalls nicht mehr dafür interessiert. Ich bin froh, wenn ich ein paar Romane im Jahr schaffe. Für Comics habe ich keine Zeit. 

5. Eine Frage zum Thema Umzug fällt mir doch schon ein, weil das heute bei uns aktuell war: Was ist die eurer Meinung nach sinnvollste Art, die eigene Film- und Büchersammlung zu sortieren? Da ich so wenige DVDs besitze, kann ich die in „Angeschaut“ und „Nicht-Angeschaut“ordnen. Meine Bücher sortiere ich in Gruppen (z.B. Genre, Herkunftsland, etc.) und innerhalb der Gruppe alphabetisch. Sollte ich eines Tages ausreichend DVDs haben, werde ich die wohl ebenso ordnen. 

6. Und dann noch was zum Thema Emanzipation: Ich habe in letzter Zeit immer wieder gelesen, wie schlecht Frauen grundsätzlich in den meisten Filmen wegkommen und das sie kaum sinnvolle Rollen haben, bedeutend weniger Dialoge und wenn doch, dann meistens über die Hauptfigur, die natürlich meistens männlich ist. Nennt doch mal als Gegenbeispiel eine richtig starke, charakterlich ausgearbeitete, überzeugende und eigenständige Frauenfigur in Film oder Fernsehen. Die Frage ist natürlich ein Heimspiel für mich Film-Feministin. Glücklicher Weise gibt es einige positive Beispiele. Kürzlich habe ich den Film Pippa Lee mit Robin Wright gesehen, der mir eben deshalb so gut gefallen hat, weil ich die Frauenfigur sehr rund und differenziert fand. Hier befreit sich eine Frau aus ihrer Rolle der braven Hausfrau und entscheidet sich, endlich mal ihre eigenen Leidenschaften zu verfolgen. Ich hatte das Gefühl, das in ihrer Charakterzeichnung sehr viele grundlegende Probleme von Frauen verarbeitet werden (das Thema Schuld zum Beispiel oder auch das Gefühl, intellektueller Unterlegenheit). Es ließe sich dem Film vorwerfen, dass er Pippa Lee keine berufliche Entwicklung zuspricht. Das ist wirklich schade und ein Wermutstropfen. Dafür ist die Sexszene des Films bezaubernd, in der er es ausschließlich um die Befriedigung der Frau geht (und nicht um die Potenz des Mannes, die sich in der Befriedigung der Frau niederschlägt!). 

7. Meine zuletzt gesehener Film war Pippa Lee und der war —— , weil —-. siehe oben

One Response to “Media Monday #134 – Über die Oscars, Comics und Film-Feminismus”

  • m00shpit says:

    Das Dschungelbuch sollte ich unbedingt mal wieder schauen, einer meiner absoluten Lieblingsfilme und mit „Der König der Löwen“ im Zweikampf um den Titel „Bester Disney-Film“.

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