Media Monday #149 – Tinkerbell und die Kinokrise

by on 05/05/2014

Die Woche beginnt auch bei uns wie immer mit dem Media Mondayfilmosophie nutzt diese Gelegenheit mal wieder zum Meckern. Zum Beispiel über nervtötende Feen und unser Kinoprogramm. Und am Ende gibt es noch einen Hilferuf!

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1. Könnte ich die Filmfigur Bella aus der Twilight-Reihe im wahren Leben einmal treffen, müsste ich sie unbedingt einmal fragen, warum zum Teufel sie sich eigentlich gegen diesen über die Maßen heißen Werwolf und für den blutleeren Vampir entschieden hat. Ich raff es einfach nicht...

2. Das Franchise von Tinkerbell (Disney) möge man bitte schnellstmöglich beerdigen, weil das Frauenbild in diesen Filmen einfach zum Weglaufen ist. Zugegeben: Ich habe sie nicht alle gesehen. Einer reichte mir: Das Geheimnis der Feenflügel. Im Gegensatz zur Oberweite der Hauptfiguren, war dieser Streifen über die Maßen plattWenn die Filme der Reihe alle so sind, dienen sie eindeutig ausschließlich der Verblödung der nachwachsenden Generation und dem Postulat eines realitätsfernen Körperbildes. Bäh!

3. Wenn die Zeit nicht immer so knapp wäre, hätte ich schon längst einen Blick auf Filme von Rainer Werner Fassbinder, Jean-Luc Godard und noch so vielen mehr geworfen, aber im Stress sind es bei mir leider immer die Klassiker und großen Meister, die vernachlässigt werden. Asche auf mein Haupt.

4. Am meisten in Filmen nervt mich ja die Klischeefigur der/des Frau wie zum Beispiel in fast jedem Film. Besonders aber in romantischen Komödien, weil sich das Leben der Frau in den meisten Filmen immer noch ausschließlich um einen Mann dreht. Als gäbe in unserem Leben nichts anderes, worum wir uns sorgen müsstenFür eine ausführlichere Antwort auf diese Frage verweise ich auf meine Filmkritiken und feministischen Kolumnen.

5. For Those Who Can Tell No Tales hat mich tief bewegt, weil ich es immer wieder unfassbar finde, wie wenig filmische Repräsentation die furchtbaren Ereignisse des Balkankriegs finden. Außerdem machen mich als Frau Geschichten von (Massen)Vergewaltigungen besonders betroffen. Nicht zuletzt ist es Jasmila Zbanic aber auch einfach gelungen, ihr Thema sehr ergreifend zu inszenieren. Der Film ist einfach großartig.

6. Hätte man mich bei der Auswahl der Filme für unser Kinoprogramm, also bei einem Verleih, ein Wörtchen mitreden lassen, hätte ich vermutlich mit Sicherheit ganz andere Filme ausgewählt. Ich bin immer wieder schockiert, wie viele der großartigen Filme, die ich auf Festivals sehe, es niemals ins Kino schaffen und wie viel Mist ich mir so als Kritikerin ansehen muss, um Geld zu verdienen.

7. Zuletzt gelesen habe ich die aktuelle Ausgabe der „Neon“ und das war mal wieder nur mittelprächtig, weil ich irgendwie den Themen dieser Zeitschrift, insbesondere den Beziehungsthemen, entwachsen bin. Falls jemand einen Vorschlag hat, welches Magazin ich stattdessen lesen könnte, wäre ich sehr dankbar! 

3 Responses to “Media Monday #149 – Tinkerbell und die Kinokrise”

  • Ich lese die Neon auch fast nur noch aus Nostalgie-Gründen. Ich kann sehr „Dummy“ empfehlen – kommt nur vierteljährlich raus, ist aber immer ein Ereignis.

  • Wortman says:

    Ich hätte wohl Bella eher gefragt, warum sie sich nicht aus dem Fenster gestürzt hat. Dann hätte man den Rest der filme sparen können 🙂

  • Was dann bei 4. bei amerikanischen romantischen Komödien meist noch dazu kommt, ist die obligatorische Hochzeit am Ende… *augenroll*

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