Men in Black 3

by on 05/24/2012

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© Sony Pictures

Mit Aliens, die unerkannt unter den Menschen leben, kann ein Film heutzutage niemanden mehr hinterm Ofen vorlocken. Deshalb wird auch keine Fortsetzung von Men in Black jemals an die Qualität des Originals heranreichen. Immerhin aber bietet der dritte Teil genug Innovationen, um das Publikum nach Hollywoodmanier angemessen zu unterhalten.
In Men in Black 3 treten Will Smith und Tommy Lee Johnes zum dritten Mal als Agentenduo J und K auf. Während ihr Verhältnis wohl noch nie als „herzlich“ zu beschreiben war, ist die Stimmung zwischen den beiden diesmal besonders angespannt. J (Will Smith) vermutet, dass K (Tommy Lee Jones) ihm bedeutungsvolle Informationen vorenthält. Als sein älterer Kollege und Mentor dann plötzlich verschwindet als wäre er niemals dagewesen und eine Alieninvasion die Erde zu vernichten droht, muss J in die Vergangenheit reisen, um mit dem damals 29jährigen K gemeinsam die Welt vor dem Untergang zu retten.
Men in Black 3 hat alle Zutaten, die dieses Franchise braucht: Schwarze Anzüge, Sonnenbrillen und vor allem zahlreiche, kunterbunte und ausgefallene Aliens (mein Favorit ist der sprechende Hefekloß, der sich gemütlich auf einer heißen Herdplatte ausruht).  Make-Up Künstler Rick Baker hat sich hier erfolgreich ausgelebt und wie schon in den ersten beiden Teilen der Reihe absonderlich-interessante Außerirdische geschaffen. Der meist rein optische Reiz dieser Figuren ist jedoch leider nur am Anfang präsent und bis auf Bösewicht Boris (Jemaine Clement) verkommen die fantasievollen Geschöpfe im Filmverlauf zu Randfiguren. Optisch nicht besonders spektakulär, dafür unterhaltsam ist allerdings die Figur des Griffin (Michael Stuhlbarg), der in verschiedenen potentiellen Realitäten gleichzeitig lebt und dessen leicht glasiger Blick sowie seine herzensgute und friedliebende Art ihm beim Zuschauer Sympathiepunkte einbringen.
Das innovative Element Men in Black 3 ist ohne Frage J’s Reise in die Vergangenheit. Als Existenzberechtigung reicht diese Neuerung allemal aus – es wurden schon Fortsetzungen mit weit weniger inhaltlicher Weiterentwicklung gedreht. Leider bleibt bei der Inszenierung dieser Zeitreise eindeutig Luft nach oben. Das Jahr 1969 manifestiert sich insbesondere durch die Kostüme. Es scheint, als hätten die Komparsen in der Drehpause nur rasch die Kleidung gewechselt. So richtig überzeugen kann die 60er Jahre Atmosphäre nicht. Auch wenn ein kleiner Auftritt von Andy Warhol und der zu dieser Zeit noch stärker präsente Rassismus in den USA ein wenig Zeitgeist vermitteln, bleibt Men in Black 3 hier Meilen hinter seinem eigenen Potential zurück.
Natürlich kommt der Film, wie es sich heutzutage gehört, in einer dreidimensionalen Version daher (das wäre doch mal ein Gag gewesen, wenn der Film mit der Zeitreise von 3D zu 2D wechseln würde…). Im Gegensatz zu manch anderem Film, der meint, sich einer weiteren Dimension bereichern zu müssen, passt die 3D-Technik hier eindeutig ins Konzept. Cartoon-ähnliche Actionenszenen, Kamerafahrten und insbesondere das actionreiche Finale sorgen dafür, dass die Technik hier kein reiner Selbstzweck bleibt.
Was die Geschichte selbst angeht, so unterscheidet sich Men in Black 3 nicht grundlegend von seinen Vorgängern: Die Welt wird von schlecht gelaunten Außerirdischen bedroht, die Spezialagenten müssen die Katastrophe verhindern – alles nicht besonders spektakulär. Die Auflösung des zu Beginn aufgeworfenen Geheimnisses aber dürfte so manchem MIB-Fan eine Gänsehaut zaubern. Es ist auch eben diese Auflösung, die uns mit der etwas schwachen Storyline auszusöhnen vermag.

Die Macher von Men in Black 3 haben sich eindeutig Mühe gegeben, im dritten Teil nicht nur Altbekanntes wiederzukäuen, sondern das Konzept durch kleinere Innovationen aufzupeppen. Das ist ihnen größtenteils gelungen, auch wenn eine konsequentere Umsetzung der 60er Jahre Realität dem Gesamtwerk mehr Pfiff verliehen hätte. Men in Black 3 ist kein Meisterwerk, aber solides Blockbuster-Kino, das Fans der Reihe mit liebenswerten Charakteren, ausgefallenen Aliens und einer angemessenen Prise Selbstironie und Humor zu unterhalten weiß.

KINOSTART: 24. Mai 2012

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