Mit dem Fahrrad zum Festival oder auf ein Tänzchen mit Vampiren

by on 10/24/2013

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung 

am 25., 26. und 27. Oktober 2013

 

cutrin empfiehlt Meine keine Familie von Paul-Julien Robert im Kino

© mindjazz

© mindjazz

An diesem Wochenende empfiehlt es sich trotz der für einen Oktober umwerfenden Temperaturen, mal wieder ins Kino zu gehen. Und zwar am allerbesten nicht in einen Blockbuster, sondern in eine sehr kleine Produktion, die mit allzu hohen Einnahmen wohl kaum rechnen können wird. Sehenswert ist sie aber allemal. In Meine keine Familie geht nämlich der Regisseur Paul-Julien Robert seiner eigenen Kindheit auf den Grund, die er in einer österreichischen Kommune verbrachte. In zahlreichen Archivaufnahmen und Interviews mit seiner Mutter und anderen ehemaligen Mitgliedern setzt er sich in seinem Dokumentarfilm durchaus kritisch mit Themen wie der Auflösung der Kleinfamilie und jeglichen Privatbesitzes auseinander. Mehr dazu könnt ihr noch einmal hier in meiner Kritik nachlesen.

 

filmosophie empfiehlt das Unabhängige Filmfest Osnabrück:

© Unabhängiges Filmfest Osnabrück

© Unabhängiges Filmfest Osnabrück

Es muss ja nicht immer Cannes oder Venedig sein, deshalb möchte ich die Wochenendtipps wieder einmal nutzen, um auf eines unserer unbekannteren deutschen Festivals hinzuweisen. Vom 23. bis zum 27. Oktober zeigt das Unabhängige Filmfest Osnabrück Kurz- und Langfilme unterschiedlicher Genres. Da wäre zum Beispiel das deutsche Drama Tore Tanzt, über den unsere cutrin schon eine Kritik verfasst hat, oder die Dokumentation The Act of Killing, die  bei der diesjährigen Berlinale für Furore sorgte. Auch für das junge Publikum wird etwas geboten. Aus dieser Sektion möchte ich Deine Schönheit ist nichts wert empfehlen, den ich kürzlich beim Schlingel in Chemnitz sehen durfte.

 

dennis empfiehlt Tanz der Vampire von Roman Polanski am Sonntag, 27.10. um 20:15 Uhr auf ARTE

© MGM

© MGM

So sehr ich das gleichnamige Musical auch mag und so sehr dieses auch zu Recht gehypt wird, darf man nicht vergessen, dass die Vorlage der Film von Roman Polanski ist, den ich an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen möchte. Die sehr amüsante und stellenweise sehr skurril anmutende Geschichte um den Vampirjäger Prof. Abronsius (Jack MacGowran) und seinen Assistent Alfred (Roman Polanski), die auf ihrer Suche nach Untoten in das Schloss des Grafen Kroloc (Ferdy Mayne) geraten, ist eine willkommene Abwechslung im filmischen Werk von Polanski, der sonst eher für schwermütigere Themen bekannt ist wie zum Beispiel in Chinatown oder Der Pianist.

 

patrick empfiehlt Tatort – Aus der Tiefe der Zeit von Dominik Graf am Sonntag 27.10. um 20:15 Uhr auf ARD

© Bayrischer Rundfunk

© Bayrischer Rundfunk

Ich bin kein regelmäßiger Tatort-Gucker und normalerweise würde ich auch keinen empfehlen, denn die Qualität schwankt doch sehr extrem bei der Berühmtesten aller deutschen Sendereihen. Auf diesen Tatort aber freue ich mich schon das ganze Jahr. Mein Lieblingsregisseur aus Deutschland, Dominik Graf, inszenierte ihn nämlich. Bekannt ist Graf für seine hochspannende Art, Geschichten zu erzählen und seine Affinität zum Genrekino. Oft kommt es vor, dass er verschiedene Genres anschneidet, wie zum Beispiel den Giallo in frühen Folgen des Kommissar oder in Polizeiruf 110: Cassandras Traum. Man darf sich beim Tatort diese Woche also auf eine spannende labyrinthische Reise durch München freuen. Es geht um die Gentrifizierung eines Münchner Stadtviertels und natürlich einen Mord, der in diesem Zusammenhang passiert ist. Meret Becker und Misel Maticevic spielen unter anderem an der Seite der Müncher Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) interessante Rollen. Also wenn ihr dieses Jahr nur einen einzigen Tatort guckt, dann diesen hier.

 

ben empfiehlt das International Cycling Film Festival am 25. und 26. Oktober in Herne

© International Cycling Film Festival

© International Cycling Film Festival

An diesem Wochenende zelebrieren Liebhaber von umweltfreundlichen Zweirädern ihre Liebe zum Fahrrad, und zwar auf dem International Cycling Festival in Herne. Bei Fahrrad fällt mir eigentlich nur der wunderschöne und sehr sehenswerte italianische Klassiker Ladri di biciclette ein, doch wie das Festivalprogramm beweist, gibt es noch viele weitere Filme zum Thema Fahrrad. Gezeigt wird unter anderem Das Mädchen Wadjda, den cutrin auch sehr sehenswert fand (hier ihre Kritik), mit anschließender Podiumsdiskussion und der Dokumentarfilm Breakin L.A.. Im Hauptprogramm werden am Samstag 17 Fahrrad-Filme aus 10 Ländern gezeigt. Highlight des Festivals dürfte die abschließende Preisverleihung sein, auf der die Goldene Kurbel und die Goldene Klingel verliehen werden. Falls Du also Dein Fahrrad über alles liebst und dieses Wunderwerk der Technik auch auf der großen Leinwand bewundern willst, sattele Dein Rad und fahre am Wochenende nach Herne!

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