Mud, McConaughey und das Comeback der Südstaaten

by on 01/28/2013

Flattr this!

Matthew-McConaughey-Mud

© Everest Entertainment

Matthew McConaughey hat ein verdammt gutes Jahr hinter sich. Es wirkt ein bisschen so, als wäre er eines Morgens aufgewacht und hätte sich gedacht: „Ach, was soll’s, fang‘ ich halt wieder an, anspruchsvolle Rollen zu spielen.“

Na gut, vielleicht hat ihm das auch sein Agent nahe gelegt, aber auf jeden Fall hat er es durchgezogen. Sowohl Magic Mike als auch Killer Joe waren wirklich tolle Filme. Besonders als eiskalter Killer Joe Cooper hat McConaughey wirklich brilliert, weshalb es doppelt schade ist, dass der Film es nicht in die deutschen Kinos geschafft hat. Dabei sieht es so aus, als wäre McConaughey jetzt erst richtig warm geworden, denn mit der nächsten Charakterrolle steht er schon in den Startlöchern. Mud heißt der jüngste Film, in dem er die gleichnamige Hauptrolle spielt und der mir in den letzten zwei Wochen doch sehr in mein immer wahnsinnig kritisches Auge gefallen ist.

Die Story führt uns in die Wildnis des Mississippi-Deltas, wo zwei Jugendliche bei ihren Streifzügen auf den mysteriösen Landstreicher Mud treffen, der sich in ihrem Baumboothaus eingerichtet hat und ein paar Geheimnisse zu viel mit sich herum trägt. Und weil Bilder manchmal noch viel mehr sagen, als mein Kauderwelsch, hat Youtube auch einen Trailer für euch.

Ich sage das eher seltener über einen Mann, aber McConaugheys Stimme ist einfach grandios. Niemand sonst kann so gut wie ein Typ klingen, mit dem man ganz entspannt abhängen und gleichzeitig Prostituierte umbringen kann. Hm, ist das jetzt noch ein Kompliment? Gute Frage, aber auf jeden Fall macht McConaughey in letzter Zeit so guten Nutzen von dieser Stimme, dass man sich fragt, warum er das nicht schon viel eher getan hat. Mud sieht für mich auf jeden Fall wie ein weiterer Schritt in die richtige Richtung aus, nachdem McConaughey sich in den letzten zehn Jahren eine kleine Auszeit von den anspruchsvollen Filmen genommen hat. Schon allein für die schauspielerische Leistung werde ich ihn mir angucken, aber da ist auch noch was anderes. Vielleicht geht es nur mir so, aber ich habe das Gefühl, dass Hollywood Amerikas Süden wieder vermehrt als Kulisse für große Geschichten entdeckt.

Allerdings nicht mehr als der sumpfige Hinterhof der Vereinigten Staaten, in dem Hillbillies Teenager mit Kettensägen und Bärenfallen malträtieren. Die Gegend wird plötzlich wieder relevant. Das ist zwar kein vollkommen neues Phänomen, aber in letzter Zeit bekommen wir wirklich viel Süden zu sehen. Beasts of the Southern Wild, Django Unchained und jetzt auch Mud, sie alle haben den tiefen Süden für sich entdeckt. Mir hat schon gefallen, wie Benh Zeitlin aus den wilden Sumpfgebieten eben nicht nur wilde Sumpfgebiete, sondern eine magische Gegend gemacht hat, in der so einige fantastische Geschichten passieren können. Auf mich wirkt es so, als würde sich Mud einer ganz ähnlichen Herangehensweise bedienen, bloß dass dieses fantastische Element hier zurück tritt und der düster-mysteriösen Seite dieses Landstriches den Vorrang lässt. Generell ist das aber eine interessante Entwicklung und ich bin mal gespannt, ob der Süden zum neuen Westen Amerikas avanciert. Nur…anders irgendwie, mit weniger Heuballen und Saloons und mehr Krokodilen. Ein anderer Mythos, dafür aber ein fantastischerer. Genug Projektionsflächen bietet die Landschaft ja. Und sobald der Film auch eine Projektionsfläche in Deutschland findet, werde ich ihn mir ansehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* 6+0=?

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.