Muppets finden Perlmuttknopf im White Russian

by on 12/11/2015

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende
Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung
am 12. und 13. Dezember 2015

cutrin empfiehlt Der Perlmuttknopf von Patricio Guzmán im Kino

© Real Fiction

© Real Fiction

Der Perlmuttknopf war auf der letzten Berlinale der einzige Dokumentarfilm im Offiziellen Wettbewerb. Und was für einer! Der Chilene Patricio Guzmán setzt sich in seinem Werk, das eigentlich viel eher als Essayfilm statt als trockene Doku daherkommt, mit der Diktatur unter Augusto Pinochet außeinander, die sein Heimatland beinahe zwei Jahrzehnte lang in enger Umklammerung hielt. Zeitzeugen kommen darin zu Wort und einige Reenactmentszenen gibt es auch, geprägt wird Der Perlmuttknopf aber von einer bildgewaltigen Metaphorik: nicht nur die titelgebenden Knöpfe erzählen eine Geschichte, in diesem Film ist alles miteinander verbunden. Anfangs- und Endpunkt ist dabei das Wasser – wunderschön, unergründlich und tödlich zugleich. Dieser Film ist nicht unbedingt leicht zu ertragen, seine Thematik und Machart lassen ihn aber zu einem echten Muss werden. Das fand auch die Jury der Berlinale, die das Drehbuch mit dem Silbernen Bären auszeichnete.

dennis empfiehlt Die Muppets Weihnachtsgeschichte von Brian Henson am Freitag, den 11.12. um 20:15 auf ZDF Neo

© Walt Disney Pictures

© Walt Disney Pictures

Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung? Angesichts des wenig weihnachtlichen Wetters eher nicht. Daher hier ein Versuch um Euch besser zu fühlen: Die Muppets Weihnachtsgeschichte von Brian Henson. Es stimmt, die Geschichte von Charles Dickens wurde schon x-Mal verfilmt und wer weiß wie viele Male schon kopiert. Doch sie gehört zum Weihnachtsprogramm wie It’s a wonderful life oder auch Der kleine Lord. Aber die Umsetzung von Henson gehört einfach zu den schönsten. Primär auch deswegen, weil die Muppets mitspielen. Doch der Film schafft es eine wunderbare Balance zwischen Puppen und Schauspielern zu behalten, ohne dabei kindisch zu wirken. Darüber hinaus bleiben sie den Originalstoff treu und setzen ihm doch ihrem eigenen Humor auf. Sehenswert aber vor allem wegen Michael Caine, der auf wunderbare Art und Weise den bösen Ebenezer Scrooge spielt, der von Weihnachten, diesem Humbug, nichts wissen will. Wie wir aber alle wissen, ist es aber nie zu spät um sich zu ändern. Anschauen und auf Weihnachten vorbereiten.

quadzar empfiehlt The Big Lebowski von den Ethan Coen und Joel Coen am Freitag, den 11. Dezember um 22:35 Uhr auf 3sat

© Universal Pictures Germany

© Universal Pictures Germany

Wenn ich an die Coen-Brüder denke, denke ich auf der einen Seite an bitterstböse Dramen und Krimis und auf der anderen Seite an Komödien, die sich um die Lächerlichkeit menschlichen Schaffens drehen. The Big Lebowski ist Letzteres. „Ach hört mich an, ich schwafel schon wieder.“ Jemandem, der einen Filmblog liest, brauche ich den Film wohl kaum vorstellen. Gesellt Euch zu Donny (Steve Buscemi), Walter (John Goodman), Jeff Lebowski (Jeff Bridges) und seinem Johannes auf die Bowlingbank und genießt den Abend. Vielleicht einen kleinen Weißen Russen dazu? Falls ihr den Film nur auf Englisch kennt, solltet ihr nicht vor der deutschen Fassung zurückschrecken: Hier ist gute Arbeit geleistet worden und überhaupt klingt „bekackt“ doch viel besser als „Fuck.“

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