Nymphomaniac oder die Kunst des Fakens

by on 05/23/2013

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© Zentropa

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Nymphomaniac von Lars von Trier sollte eigentlich auf den gerade stattfindenden Filmfestspielen in Cannes seine Premiere feiern. Doch daraus wird leider nichts, denn der Film steckt noch mitten in der Post-Produktion. Schade, denn der skandalumwitterte Film über das Sexleben einer Nymphomanin hätte in Cannes sicher für ein wenig Aufregung gesorgt.

Der Film machte bereits Schlagzeilen, bevor überhaupt nur eine Szene gedreht wurde, denn Shia LaBeouf behauptete tollkühn, er werde in diesem Film echten Sex haben. Und auch die anderen Stars des Films sollten in expliziten Sex-Szenen zu sehen sein. Stars wie Charlotte Gainsbourg, Willem Dafoe, Stellan Skarsgard, Christian Slater und Uma Thurman. Irgendwie war das doch schwer vorstellbar. Und jetzt ist die Katze aus dem Sack: die expliziten Sex-Szenen wurden mit Pornodarstellern gedreht.

Laut der Produzentin Louise Vesth wurden die Szenen in zwei verschiedenen Varianten gedreht. In der einen Variante geben die Hauptdarsteller vor, sie hätten echten Sex und in der anderen Variante haben dann die Body-Doubles tatsächlich echten Sex. In einem Interview mit The Hollywood Reporter beschrieb die Produzentin nun das aufwendige und „bahnbrechende“ Verfahren, in dem die beiden Varianten digital zusammengefügt werden. Verständlich, das bei so einem Aufwand die Post-Produktion mal etwas länger dauert.

Irgendwie erinnert mich das Ganze an gefakte Nacktbilder von bekannten Stars, die von irgendwelchen mehr oder weniger talentierten Photoshop-Nerds im stillen Kämmerlein zusammengeschustert und dann im Internet verbreitet werden. Natürlich hätte Lars von Trier Nymphomaniac von Anfang an mit unbekannten Pornostars drehen oder aber eben auf explizite Sex-Szenen verzichten können. Aber das hätte sicher einen qualitativ komplett anderen Film ergeben. Obwohl ich die Lösung mit den digital zusammengefügten Sex-Szenen etwas befremdlich finde, bin ich sehr gespannt auf das Endprodukt. Denn es muss schon ziemlich gut gemacht sein, um authentisch auszusehen und damit die Qualität des Films nicht zu schmälern.

Nymphomaniac wird aufgrund der Verzögerung auch auf keinem anderen Festival gezeigt werden. In Dänemark wird der Film am 25. Dezember 2013 in die Kinos kommen, in Deutschland vielleicht schon am 7. November 2013.

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