Pollock hat Insomnia in The Abyss und trifft den Blob

by on 06/20/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 21. und 22. Juni 2014

cutrin empfiehlt Pollock von Ed Harris am Samstag, 21.06.2014 um 20:15 Uhr auf Servus TV

© Columbia Tristar Film

© Columbia Tristar Film

Mal wieder traue ich mich an eine Empfehlung, die ich selbst noch nicht kenne und die es auf ihrem Sendeplatz natürlich schwer haben wird. Während einer Fußballweltmeisterschaft herrscht eben Sommerloch in Kino und TV. Wer sich für Deutschland gegen Ghana nicht erwärmen kann, kann es ja stattdessen mit Pollock versuchen: dem Biopic von und mit Ed Harris über den berühmten amerikanischen Künstler, Maler und abstrakten Expressionisten Jackson Pollock. Er machte schon aus dem Entstehungsprozess seiner Werke ein echtes Event und krempelte damit die Kunstwelt um. Der Film konzentriert sich aber auch auf Pollocks Alkoholsucht, seine schwierige Ehe, Depressionen und anderen inneren Dämonen. Ich versteh schon, Fußball hat momentan das Sagen. Aber der Festplattenrecorder soll ja auch nicht ganz verkümmern.

dennis empfiehlt Abyss – Abgrund des Todes von James Cameron am Sonntag, den 22.06.2014 um 20:15 Uhr auf ProSieben MAXX

The Abyss

© Fox Deutschland

Dieses Wochenende bietet wieder gleich zwei Bollywood Filme, doch ich will an dieser Stelle mal einen Film empfehlen, der auf anderen Art und Weise Tiefgang hat und dazu noch mit Ed Harris alias Jackson Pollock ist (siehe oben). Ich denke, dass Abyss – Abgrund des Todes von James Cameron, abgesehen von dem fast reißerisch deutschen Verleihtitel, zu den Science-Fiction Klassikern gehört. Das ist nicht nur der spannenden Story zu verdanken, die ein bisschen an das menschlich-epische Thema von Contact oder 2001 erinnert. Sondern auch der Tatsache, dass Cameron mit diesem Film eine Art Vorreiterrolle im Science-Fiction Genre der 80er/90er übernommen hat und sich ausgeklügelter und keineswegs übertriebener Spezialeffekte bedient hat, für die der Film nicht ganz zu Unrecht den Oscar für die besten visuellen Effekte bekommen hat. Es ist dieser balancierten Kombination zu verdanken, dass die Geschichte auf angehmene Weise realistisch bleibt und man sich doch immer wieder fragt, ob da unten in den Tiefen des Meeres doch nicht etwas unheimliches ist.

ben empfiehlt Insomnia von Christopher Nolan am Sonntag, den 22.06.2014 um 01:15 Uhr im ZDF

© Warner Home Video

© Warner Home Video

Christopher Nolans zweiter Film Insomnia ist zwar nicht so originell wie Memento und „nur“ ein Remake, trotzdem ist der Psychothriller aus dem Jahr 2002 sehr sehenswert und uneingeschränkt zu empfehlen. Zum einen aufgrund seiner atmosphärischen Dichte, zum anderen, weil der Film mit Al Pacino und Robin Williams grandios besetzt ist. Während das Geschehen im norwegischen Original von 1997 in einer norwegischen Stadt spielt, hat Nolan die Handlung einfach nach Alaska verlegt, denn in beiden Breitengraden scheint die Sonne unentwegt. Und diese nicht untergehen wollende Sonne macht Detective Dormer (Al Pacino), der zusammen mit einem Kollegen dort versucht, einen Mord aufzuklären, ziemlich zu schaffen. Die Lage spitzt sich zu, als Dormer bei einer Verfolgungsjagd versehentlich seinen Kollegen erschießt. Kurzerhand schiebt er die Schuld auf den gesuchten Mörder, der allerdings Zeuge Dormers Tat war.  Insomnia könnte euch mit dieser spannenden Handlung in der Nacht zum Sonntag kurzzeitig eure eigene Insomnia vergessen lassen. Einschalten lohnt sich!

© Studiocanal

© Studiocanal

filmosophie empfiehlt No Turning Back von Steven Knight im Kino

Zum ersten Mal in der Geschichte der Wochenendtipps werde ich heute einen Film empfehlen, den ich noch nicht gesehen habe, namentlich No Turning Back von Steven Knight, der unter dem Originaltitel Locke bei den vergangenen Filmfestspielen von Venedig zu sehen war. Warum ich den Film unbedingt sehen will? Erstens wegen Hauptdarsteller  Tom Hardy. Zweitens weil sich die Handlung – so wurde es mir zumindest von Kollegen berichtet – auf eine einzige Nacht, sogar auf eine einzige Autofahrt beschränkt. Auf derart reduzierte Inszenierungen steh ich total, weshalb mir wohl auch Cosmopolis als so ziemlich einzige gefallen hat. Drittens weil die Handlung dramatisch, aber nicht melodramatisch klingt. Aber ganz genau, kann euch das der italienische Kollege Pierpaolo Festa sagen, den ich in Venedig unter anderem zu diesem Film interviewt habe. Seine Zusammenfassung und Meinung zu No Turning Back bzw. Locke könnt ihr im Podcast-Special Venice ab ca. 7:20 min. hören.

quadzar empfiehlt Der Blob von Chuck Russell am Sonntag, den 22.06.2014 um 23:30 Uhr auf ProSieben MAXX

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

In den 80er-Jahren gab es mit Die Fliege von David Cronenberg und Das Ding aus einer anderen Welt von John Carpenter eine Reihe von Remakes zu Science Fiction – Horrorfilmen aus den 50er-Jahren. Die beiden genannten sind von der Qualität her Musterexemplare in einer See der Mittelmäßigkeit, aber auch Der Blob von Chuck Russell kann sich sehen lassen. Ursprünglich ein Film mit Steve McQueen über einen, nun ja, schleimigen Blob, der vom Himmel fällt, unbescholtene Kleinstadtbürger auflöst und unaufhaltsam wächst, geht es im Remake zusätzlich noch um eine geheime Regierungsverschwörung. Der von Shawshank Redemption und The Walking Dead bekannte Frank Darabont schrieb zusammen mit Russell das Drehbuch und verschafft dem Film einige erinnerungswürdige und, im Gegensatz zum Original Blob – Schrecken ohne Namen, auch sehr viel explizitere Momente. Genau wie Das Ding aus einer anderen Welt channelt Der Blob Lovecraft-Horror wie den Shoggoth und ist damit eine von vielen sehenswerten Lovecraft-inspirierten Horrorfilmen (im Gegensatz zu den meist unterdurchschnittlichen Direkt-Adaptionen).

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