Robert Pattinson und Michael Cera auf Peyote

by on 09/25/2015

Angewandte Filmosophie zum Wochenende
Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung
am 26. und 27. September 2015

cutrin empfiehlt Life von Anton Corbijn in Kino

Caitlin Cronenberg © See-Saw Films

Caitlin Cronenberg © See-Saw Films

Als Regisseur wird Anton Corbijn überschätzt. Zu gewollt intellektuell kommen seine Filme oftmals daher, und manchmal auch als reine Oberfläche. Einiges davon kann man auch Life vorhalten, dem neusten Film des Niederländers. Aber das macht gar nicht viel, denn Dane DeHaan als James Dean bügelt alles im Alleingang aus. Wirklich. Wer hätte gedacht, dass dieser trotzige Junge aus Chronicle mal so fähig sein könnte? Und so sexy. Robert Pattinson spielt hingegen einen Fotografen vom Life Magazine, der James Dean für eine Fotoreportage nach Hause begleitet und dabei die ikonischen Aufnahmen schießt, die noch heute die besondere Aura des charismatischen Filmstars ausmachen. Wer sich neben dem Film ebenfalls für Fotografie begeistern kann, dürfte in Life ebenfalls den ein oder anderen Seelenstreichelmoment finden: wenn in der ersten Einstellung das Rotlicht in der Dunkelkammer aufflammt und überhaupt erst den Film belichtet, den wir zu sehen bekommen, dann kündigt sich schon eine spannende Abhandlung über Vergänglichkeit und das Festhalten der Zeitlichkeit an. Und es ist einfach schön. Hier meine ausführliche Festivalkritik von der Berlinale.

quadzar empfiehlt Crystal Fairy & The Magical Cactus von Sebastián Silva auf DVD

© Alive

© Alive

Im U.S.-Netflix habe ich vor kurzem einen trippigen Film gesucht und Crystal Fairy & The Magical Cactus gefunden. Der auf den Erfahrungen von Regisseur Sebastián Silva beruhende Film erzählt die Geschichte von Jamie (Michael Cera), einem ruhelosen Mittzwanziger, der sich noch nicht selbst gefunden hat, aber von Aldous Huxleys The Doors of Perception besessen ist und daher glaubt, mit einem Peyote-Trip seiner persönlichen Wahrheit näherkommen zu können. Zusammen mit seinen selbstsicheren chilenischen Freunden (Juan Andres Silva, José Miguel Silva, Augustín Silva) macht er sich auf den Weg, einen entsprechenden Kaktus zu finden. Dazu stößt auf die beschwippste Einladung von Jamie hin bald die sehr alternativ eingestellte Crystal Fairy (Gaby Hoffmann), die sich mit den anderen zwar gut versteht, von Jamie selbst aber wegen dessen Unsicherheit als Außenseiterin markiert wird. Mit teils sehr realistischen Dialogen und Gruppendynamiken wie auch einer angenehm effektlosen Trip-Sequenz (!) hat mich der Film nicht nur inhaltlich mehrmals positiv überrascht. Wenn ihr neugierig seid, müsst ihr allerdings zur DVD greifen, da das deutsche Netflix den Film nicht anbietet.

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