Sag nicht, wer du bist, im taghellen Arizona Dream

by on 08/21/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 23. und 24. August 2014

cutrin empfiehlt Sag nicht, wer du bist von Xavier Dolan im Kino

© KOOL Filmdistribution

© KOOL Filmdistribution

Sag nicht, wer du bist ist ein typischer Film von Xavier Dolan und gleichzeitig ist er das auch überhaupt nicht. Deswegen schätze ich, dass sich ungewöhnlich viele Kinogänger auf ihn einigen können, ob nun Fans des francokanadischen Jungregisseurs oder nicht. Sag nicht, wer du bist funktioniert wesentlich konventioneller als die sonstigen Filme Dolans: ein handwerklich einwandfreier Thriller, hitchcockeske Suspense, ein Gänsehaut heraufbeschwörender Score, beklemmende Atmosphäre, psychologisch interessante Figuren. Einmal mehr spielt der Regisseur darin selbst den Protagonisten namens Tom, der sich auf eine Farm im ländlichen Kanada begibt, um dort an der Beerdigung seines Freundes teilzunehmen. Die Mutter des Verstorbenen hat jedoch keine Ahnung von der sexuellen Orientierung ihres Sohnes. Bruder Francis (Pierre-Yves Cardinal) besteht darauf, dass das auch so bleibt. Sag nicht, wer du bist ist das gelungene Formexperiment eines Filmemachers, bei dem die Verletzung alles Konventionen sonst Normalität bedeutet. Hier gibt es meine ausführliche Kritik zum Film.

dennis empfiehlt Die langen hellen Tage von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß im Kino

Die langen hellen Tage_Poster

© BeMovie Filmverleih

Seit Donnerstag ist dieser Film nun endlich in den deutschen Kinos zu sehen und ich kann ihn Euch nur sehr ans Herz legen. Die langen hellen Tage bietet nicht nur die Gelegenheit Einblick in die eher unbekannte Kinonation Georgien zu gewinnen, sondern auch zu sehen, wie das post-sowjetische Land 1991 aussah und mit welchen Probleme es zu kämpfen hatte. Doch das Beste und vor allem sehenswerteste sind wohl die beiden jungen Hauptdarstellerinnen Lika Babluani und Mariam Bokeria, die mit diesem Film ihr Spielfilmdebüt geben und vor allem der Geschichte eine wunderbare Intensität verleihen, die den Zuschauer bis zum Ende fesselt. Wer sich auf diesen Film einlässt, der wird mit einer neuen Erfahrung aus dem Saal gehen und merken, dass der Film von Ekvtimishvili und Groß zu Recht bereits mehrere Preise gewonnen hat.
Meine Kritik zum Film findet ihr hier. Wer auch noch das Interview lesen will, das ich mit den beiden Regisseuren geführt habe, der wird hier fündig.

quadzar empfiehlt Arizona Dream von Emir Kusturica am Samstag, den 24. August 2014 um 20:15 Uhr auf ProSieben

© Studiocanal

© Studiocanal

Vor zwei Jahren habe ich mir einen Haufen Arthouse-DVD-Editionen schenken lassen, um mein Filmwissen aufzubessern. Ingmar Bergman war dabei, Volker Schlöndorff, Luis Buñuel und auch Emir Kusturica. Die letzten beiden und insbesondere der letzte dieser Regisseure hatten es mir besonders angetan. Arizona Dream ist wohl einer der zugänglicheren Filme dieses träumerisch-magischen Realisten. Der noch nicht ausgebrannte Johnny Depp geht als junger Mann seinen autoverkaufenden Onkel (Jerry Lewis) in Arizona besuchen, nur um in ein Liebesdreieck mit einer reichen Witwe (Faye Dunaway) und dessen Stieftochter (Lili Taylor) zu geraten. Daneben eine ungesunde Obsession mit Flugmaschinen, Verhalten, das generell wohl als grenzdebil beschrieben werden könnte (auf Vincent Gallo achten) und allerhand träumerische Bilder (fliegende Fische, um die Welt fliegende Luftballons, generell charmant-naiver Kitsch). Ich kratze nur an der Oberfläche. Lasst euch am besten selbst ein bisschen verträumen.

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