Schwarzer Blitz – Ein Ostblockbuster mit Power

by on 12/05/2012

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© Universal

Die Popularität russischer Filme ist gemeinhin eher begrenzt. Sicher, irgendwer wird sich schon finden lassen, der Sergei Eisenstein, Elem Klimov oder Andrei Tarkowski erwähnt. Sicherlich zurecht, denn Werke wie beispielsweise Panzerkreuzer Potemkin, Komm und sieh und Stalker gehören zum Filmkanon. Aber machen wir uns nichts vor, es ist schon verdammt lange her, seit diese Meister ihren Beruf ausgeübt haben. Zwischendrin gab es zwar immer wieder Bedeutendes aus dem Riesenreich – Die Sonne, die uns täuscht von Nikita Michalkow wäre hier zu nennen -, insgesamt kam aber immer weniger aus dem Osten im Westen an.

Ob das der Realität entspricht oder nur subjektive Wahrnehmung ist, kann und möchte ich nicht näher ausführen. Tatsache ist, dass das internationale Kino weitestgehend ohne Vertreter aus Russland auskommt. Es gilt jedoch anzunehmen, dass dabei immer noch die frühere bipolare Weltordnung wirkt, also dass es durchaus eine Fülle an russischen Filmen jeglicher Couleur gibt, diese aber im Westen keine Rolle spielen. Nach und nach wird aber auch den Menschen hierzulande bewusst, dass in Russland großes Kino internationalen Formats gemacht wird. Vor allem der gebürtige Kasache Timur Bekmambetow hat viel dafür getan, Blockbuster made in Russia über die Grenzen des ehemaligen Ostblocks hinaus bekannt zu machen.

Mit Wächter der Nacht und Wächter des Tages sorgte er dafür, dass auch noch der letzte Hardcore-Westler anerkennen musste, dass aus Russland ordentliches Blockbuster-Kino kommen kann. Kein Wunder also, dass Hollywood auf ihn aufmerksam wurde und ihn unter anderem Wanted und Abraham Lincoln Vampirjäger inszenieren ließ. Aber auch als Produzent war und ist Timur Bekmambetow aktiv. Und in dieser Funktion hat er einen empfehlenswerten Superheldenfilm ermöglicht, der in unseren Breitengraden leider wenig bekannt ist: Schwarzer Blitz.

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Klingt zuerst einmal schwer nach The Flash, hat mit DC-Helden aber nichts zu tun. Schwarzer Blitz handelt von dem Studenten Dima, einem unscheinbaren Jungen, der so gar nicht heldenhaft ist. Insgeheim träumt Dima davon, einen schicken modernen Wagen zu haben, mit dem er Eindruck schinden kann. Sein Vater schenkt ihm jedoch einen klapprigen Wolga. Dima ist zunächst enttäuscht, bemerkt dann jedoch, dass das Auto ultraschnell fliegen kann! Dima nutzt die Fähigkeiten des Fahrzeugs aus, um sich zum anonymen Kriminalitätsbekämpfer Moskaus aufzuschwingen. Ein solch außergewöhnliches Auto weckt selbstredend Begehrlichkeiten bei finsteren Gestalten, von denen vor allen Dingen einer es auf den Super-Wolga abgesehen hat – koste es, was es wolle.

Der von Dmitri Kisseljow und Alexander Woitinski gedrehte Film orientiert sich deutlich an amerikanischen Superheldenfilmen, allen voran Spiderman, und folgt dementsprechend den Konventionen dieses Subgenres, ist aber keine reine Kopie. Schwarzer Blitz ist klassisches Blockbuster-Kino mit hohem Unterhaltungswert, astreinen Effekten und einer für westliche Seher ungewohnten Kulisse. Während schon beinahe in sämtlichen US-Großstädten phantastischer Ereignisse stattgefunden haben, ist es eine willkommene Abwechslung, stattdessen mal Moskau betrachten zu dürfen. Wenig überraschend bringt die Metropole alles mit, was eine Location für einen solchen Film braucht. Nur kennt man nicht jeden Straßenzug schon aus irgendeinem anderen Film.

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Freunde von Action-Superheldenfilmen sollten Schwarzer Blitz eine Chance geben. Das Genre erfindet er zwar nicht neu, ist aber ein würdiger und äußerst launiger Vertreter, der vergleichbaren US-Produktionen in nichts nachsteht.

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