Spacecop L.A. 1991 – Eine Nation voller Aliens

by on 01/16/2013

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© Twentieth Century Fox

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Außerirdische kommen auf die Erde. Dort beginnen sie ein neues Leben und müssen sich mit den Menschen arrangieren. Doch die Fremdlinge werden nicht mit offenen Armen empfangen, sondern es wird ihnen mit rassistischen Ressentiments begegnet. Um welchen Film handelt es sich hierbei? Mit Sicherheit schießen nun einige Finger in die Höhe, denn es ist ja ganz klar, dass es sich unzweifelhaft um den Überraschungserfolg District 9 von Neill Blomkamp handelt. Berechtigte Vermutung – aber falsch. Schon lange vor dem südafrikanischen Regisseur wurde ein Film produziert, in dem Aliens nicht als fies-gemeine Invasoren dargestellt wurden, sondern als Einwanderer, als Immigranten, die in ihrer neuen Heimat mit Anfeindungen zu kämpfen haben. Der von Graham Barker inszenierte Film Spacecop L.A. 1991 (Originaltitel: Alien Nation) hat ebendiese Grundstory. Ich möchte aber niemanden hinters Licht führen: bis auf diese Parallele weist Spacecop L.A. 1991 in keinster Weise Ähnlichkeiten mit District 9 auf. Während Blomkamps Werk ein Science-Fiction-Drama darstellt, ist Spacecop L.A. 1991 ein Krimi. Ein ordentlicher Krimi, der sich von anderen Genrevertretern zuerst einmal allerdings nur dadurch abhebt, dass Aliens vorkommen.

Um euch ein Bild zu verschaffen, kommt nun erst einmal eine Zusammenfassung der Geschichte: Wir befinden uns in Los Angeles im Jahr 1991 (der deutsche Titel macht dies schon deutlich). Polizist Matt Sykes schiebt mit seinem Partner Dienst in dem Viertel, das von den menschenähnlichen außerirdischen Flüchtlingen, den Slags, bewohnt wird. Während eines Einsatzes wird Sykes’ Kollege von Slags brutal umgebracht. Sykes’ Hass auf die Fremdlinge wird dadurch nur noch größer. Ausgerechnet ihm, dem rassistischen Cop, wird als neuer Partner ein Slag zur Seite gestellt: Sam Francisco. Als erster Alien wurde er zum Detective befördert. Für Sykes ist das jedoch kein Grund, ihn deswegen weniger argwöhnisch zu betrachten. Als jedoch klar wird, dass Sam (bzw. George, denn so nennt Sykes seinen Partner, da er den dem Alien zugeteilten Namen „Sam Francisco“ albern findet) besondere Kenntnisse über außerirdische Drogen besitzt, was sie auf die Spur des Mörders führen kann, ändert sich das Verhältnis der ungleichen Polizisten.

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Lebewesen von einem anderen Planeten hätte es dafür zunächst einmal gar nicht unbedingt gebraucht. Auch weltliche Kulturdifferenzen hätten es getan. Aber Puertoricaner, Mexikaner oder Russen sind nun mal bei weitem nicht so cool wie extraterrestrische Einwanderer. Zudem hat der Einsatz von Aliens einen immensen Vorteil: Ihnen können allerhand Fähigkeiten oder Eigenarten angedichtet werden, die auf Menschen befremdlich wirken. Wer sonst wird schon von Buttermilch besoffen oder schiebt sich gerne rohes Biberfleisch zwischen die Zähne? Das kommt einfach gut und gibt einem Film eine besondere Note. Es täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass Spacecop L.A. 1991 weniger ein Science-Fiction- als ein Buddy-Cop-Film ist, der altbekannte Elemente aufgreift und verwertet. Dass sich Sykes und Francisco irgendwann im Laufe des Films respektieren und dann sogar anfreunden, woraufhin Sykes bemerkt, dass der Fremdling sich gar nicht so sehr von ihm unterscheidet, ist von Beginn an klar wie Kloßbrühe. Aber ist das schlimm? Nein, nicht wirklich, denn auch so ist Spacecop L.A. 1991 ein unterhaltsamer, mittlerweile leider etwas unbekannter Film.

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Es ist durchaus überraschend, dass dieses Werk so in Vergessenheit geraten ist. Qualitativ ist Spacecop L.A. 1991 auf einem guten Niveau. Die Maske ist gelungen, da wurde mit viel Liebe gearbeitet. Sie wirkt, soweit möglich, authentisch. Das würde selbstredend nicht viel nützen, wenn die Schauspieler Krampen wären. Aber Mandy Patinkin hat auch mit kiloweise Make-up noch mehr drauf als manch hochgejubelter Star von heute, und James Caan ist einfach nur saucool. Dass der Erfolg des Films offenbar ausreichend war, belegt die 22 Episoden umfassende Fernsehserie Alien Nation sowie die fünf produzierten Fernsehfilme Alien Nation: Dark Horizon, Alien Nation: Die neue Generation, Alien Nation: Millennium, Alien Nation: Der Feind ist unter uns und Alien Nation: Das Udara-Vermächtnis. Zumindest der ursprüngliche Film Spacecop L.A. 1991 hat es verdient, dass mehr Menschen ihn sich angucken. Zumindest diejenigen, die etwas für Sci-Fi-Buddy-Cop-Krimis mit einer Prise Humor übrig haben.

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