Der erste Trailer zu Star Wars VII

by on 02/10/2013

In den letzten zwei Wochen hat mich keiner der neuen Trailer sonderlich vom Hocker gehauen. Deswegen und weil ich ein vom Sadismus zerfressener Fiesling bin, habe ich mir diese Überschrift ausgedacht, um euch stattdessen einen etwas anderen Trailer nahe zu bringen.  Am vergangenen Mittwoch hatte bei UniqueDaily ein Fanmade Trailer von Star Wars VII seine Premiere, den ich euch nicht vorenthalten will:

Der Trailer ist nicht der beste von Fans gemachte, den ich jemals gesehen habe. Eigentlich ist er vor allem ein buntes, actiongeladenes Rumgehampel, wie es die meisten an Episode I bis III gehasst haben. Warum will ich ihn euch trotzdem nicht vorenthalten? Wie gesagt, die großen Produktionsfirmen haben in den letzten zwei Wochen auch nicht grade die größten Kracher raus gehauen. Und das hier ist eine gute Gelegenheit, um ein paar Gedanken über die verkannte Kunst der Fanmade Trailer zu verlieren.

Erst einmal muss ich betonen, dass ich diesen Trailer hier nicht total misslungen finde. Er ist besser, als ich es selbst jemals zustande bringen könnte. Die Atmosphäre ist stimmig, es ist gut zusammen geschnitten und ja, er hat tatsächlich in mir dieses aufgeregte Kitzeln des hoffnungslosen Fanboys hervor gerufen. Und genau das ist doch das großartige an diesen Fanmade Trailern, über die doch recht häufig hergezogen wird. Klar,manche sind heillos kitschig oder einfach nur heillos…heillos. Aber gleichzeitig glaube ich, dass sie eine gewaltige Kreativlandschaft darstellen, deren Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist. Darüber hinaus sind es Trailer von Leuten, die Bock auf den betreffenden Film haben, für Leute, die mit ihnen genau diesen Bock teilen. Das Internet ermöglicht in dieser Hinsicht eine ganze neue Art von Partizipation an den eigenen Lieblingsprojekten und macht sie damit zumindest ein bisschen demokratischer und auch aufregender. Bei manchen Fanprojekten, wie jenen zu HBOs überaus beliebter Serie Game of Thrones, geht die Kreativität der Fangemeinde inzwischen sogar so weit, dass durch die hausgemachten Trailer ganze Erzählstränge mancher Charaktere weiter gesponnen werden.

Ein großer Dank muss dabei mit Sicherheit auch der Game-Industrie ausgesprochen werden. Szenen aus anderen Filmen zusammen schneiden, bis sie nach dem eigenen Wunschfilm aussehen ist ja die eine Kunst. Viele Fanmade Trailer benutzen inzwischen aber auch Material aus Computer- und Konsolenspielen, die die Story unter Umständen parallel zum filmischen Universum voran getrieben haben. Dass dieses Material mittlerweile auch für gute bis großartige und vor allem falsche Filmvorschauen benutzt wird, spricht nicht nur Bände über das Können mancher Fanboys, sondern auch über den Entwicklungsstand der Computer- und Konsolenspiele.

Auch das beweist der Trailer zu Star Wars VII recht eindrücklich, denke ich. In den Fanforen dürften Ideen lagern, von denen Hollywood zehn Jahre Filme produzieren könnte. Die Hälfte davon wären ziemlich furchtbare Filme, stimmt. Die andere Hälfte hätte aber durchaus Potenzial, zumindest als Input für geplagte Filmproduzenten und Autoren. Andererseits liegt der Reiz dieser Trailer vielleicht auch gerade in ihrem Charakter eines frommen Wunsches. Denn manchmal möchte man doch wirklich nur schwärmen und ein paar Gedankenspiele anstellen. Da wäre eine tatsächliche Umsetzung das Ende jeder schönen Illusion. Erst recht, wenn man Ryan Gosling als Link mit grüner Mütze und spitzen Ohren sähe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.