Start der 69. Internationalen Filmfestspiele von Venedig

by on 08/29/2012

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„The Master“ von Paul Thomas Anderson
© The Weinstein Company

Heute starten die 69. Filmfestspiele von Venedig (29.08-08.09). Ohne Übertreibung kann man ja vom zweitwichtigsten Festival der Filmwelt nach Cannes sprechen, auch wenn das die Venezianer sicherlich ein wenig anders sehen; das älteste ist es jedoch ohnehin. Eigentlich ist es überflüssig zu erwähnen, doch die Jury ist wieder einmal hochkarätig besetzt, darunter mit Samantha Morton und Ari Folman, als Präsident fungiert Neon-Ästhet Michael Mann. Hier sind die meiner Meinung nach interessantesten offiziellen Beiträge:

 1. Paul Thomas Anderson: The Master 

Nach Boogie Nights, Magnolia und There Will Be Blood lasten freilich enorme Erwartungen auf Anderson, doch ersten Reaktionen zufolge enttäuscht das Regie-Wunderkind auch dieses Mal nicht. Heiß diskutiert wird das Sekten-Drama aufgrund der vermeintlichen Scientology-Bezüge ohnehin werden.

2. Terrence Malick: To the Wonder

Neuerdings scheint Malick ja beiläufig gemerkt zu haben, dass sein Output bisher nicht unbedingt gewaltig war. Nun folgt Film auf Film; dieser hier macht den Anfang. Man dürfte nach dem enorm ambitionierten The Tree of Life eher ein Nebenwerk erwarten, doch den eigenwilligen ehemaligen Philosophiedozenten sollte niemand unterschätzen.

3. Ulrich Seidl: Paradies: Glaube

Der inoffizielle Nachfolger Michael Hanekes, was Seelenqual angeht: Ulrich Seidl. 12 Jahre nachdem er in Venedig mit Hundstage den Großen Preis der Jury gewann, präsentiert er nun den zweiten Teil seiner Paradies-Trilogie. Laut eigener Aussage des Regisseurs wird „untersucht, was es heißt, das Kreuz auf sich zu nehmen“. Na dann!

4. Takeshi Kitano: Outrage Beyond

Ich persönlich mag Kitanos Filme nicht besonders, weil mich die Gewalt abstößt, aber Beachtung wird sein neuester Streich mit Sicherheit finden. Der Titel dürfte Programm sein. Inhaltlich erwarten den Zuschauer die üblichen Yakuza-Intrigen.

5. Brian de Palma: Passion

Obwohl The Black Dahlia bei weitem nicht so misslungen ist wie weithin behauptet, blieb de Palmas Comeback aus. Mit diesem Remake eines französischen Thrillers von 2010 bewegt er sich wieder einmal auf gewohntem Terrain. Dies könnte im schlimmsten Falle eine zwar technisch virtuose, aber schwülstige Altmänner-Phantasie à la  Femme Fatale ergeben, eventuell auch mehr.

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jonas reinartz hat in Köln Germanistik, Mittlere/Neuere Geschichte und Anglistik studiert. Generell ist er ein bisschen vernarrt in Kino und Literatur, in Naturwissenschaften eher weniger. Rezensionen für filmstarts.de und literaturkritik.de.

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