Super 8: Lovelace trägt das weiße Band Nebraskas

by on 01/17/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 18. und 19. Januar 2014

cutrin empfiehlt Lovelace von Rob Epstein und Jeffrey Friedman auf DVD

© Studiocanal

© Studiocanal

Lovelace lief vor einem Jahr im Panorama der Berlinale, hat es in Deutschland aber anschließend nicht mehr in die Kinos geschafft. Nun ist der Streifen aber auf DVD erschienen und lädt zur gemütlichen Einstimmung auf das diesjährige Berliner Filmfestival ein, dass ja gar nicht mehr so weit entfernt ist. Eine Zielgruppe hat Lovelace auf jeden Fall: der Film ist ein Biopic über die Pornodarstellerin und spätere Frauenrechtsaktivistin Linda Lovelace (Amanda Seyfried), die als junges Mädchen von ihrem Freund (Peter Sarsgaard) dazu gebracht wurde, im erfolgreichsten Film aller Zeiten mitzuspielen: Deep Throat. Sicher, Lovelace kein Meisterwerk, die Schauspieler liefern aber durchweg solide Leistungen ab, allerhand Star-Cameos sorgen für Unterhaltung und nicht zuletzt wirft Lovelace ein interessantes Schlaglicht auf den Streifen, den die meisten nur als den Film kennen, in dem ein Mädchen ihre Klitoris im Rachen hatte.

dennis empfiehlt Super 8 von J.J. Abrams am Sonntag, den 19. Januar 2014 um 20:15 Uhr auf Pro 7:

Universal Pictures Germany

Universal Pictures Germany

E.T. ist erwachsen geworden. So ließe sich Super 8 von J.J. Abrams in einem Satz zusammenfassen.
Zugegeben, wenn man weiß, dass Steven Spielberg diesen Film produziert hat, kann man stellenweise auch den Geist von E.T. erkennen, und das schon an der Parallele des Themas. Trotzdem trägt der Film unbestreitbar die eindeutige Handschrift von J.J. Abrams. Am prägnantesten ist hier wohl die immerwährende akustische Präsenz der Elemente auf der Tonspur, wie z.B. das Ächzen und Knarzen des Metalls, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht. Die Aliens sind nicht mehr klein und niedlich wie 1982, sondern groß und auch irgendwie bedrohlich, sofern man sie mal richtig und in völliger Größe zu Gesicht bekommt.
Doch trotz dieser Entwicklung ist der Film mit seinen filmischen Referenzen auf den – wie der Titel schon andeutet – Amateurfilm, auch eine schöne Hommage an das Heimkino und somit auch an die ersten filmischen Gehversuche von Spielberg und Abrams selbst.

filmosophie empfiehlt Nebraska von Alexander Payne im Kino:

© Paramount

© Paramount

Sicher habt ihr das auch schon mal erlebt: Eine Postwurfsendung verspricht euch einen horrenden Gewinn und für eine Milisekunde erliegt ihr dem Irrglauben, dies könnte tatsächlich wahr sein. So ergeht es auch dem Rentner Woody (Bruce Dern). Er jedoch ist sich sicher, dass die versprochene Million Dollar für ihn in Nebraska zur Abholung bereit liegt. Als sein Sohn (Will Forte) begreift, dass er seinen Vater nicht vom Gegenteil überzeugen kann, erklärt er sich bereit, ihn auf der Reise zu begleiten. In wunderschönen schwarz-weiß Bildern erzählt Alexander Payne von einem emotionalen Road-Trip, der Vater und Sohn zurück in die Vergangenheit führt und einander näher bringt. Nebraska begeistert durch seinen sensiblen Humor, den wir (warum eigentlich?!) nur im amerikanischen Independent Kino finden und gehört zu den absoluten Highlights meiner Festival-Saison 2013.

ben empfiehlt Das weiße Band – eine deutsche Kindergeschichte von Michael Haneke am Sonntag, den 19. Januar 2014 um 20:15 Uhr auf 3sat

© Warner Home Video

© Warner Home Video

Es gibt Wochenenden, an denen überhaupt gar nichts Empfehlenswertes im Fernsehen kommt. Andererseits gibt es Wochenenden, an denen es schwer fällt, sich für einen Film zu entscheiden. Zurecht empfiehlt dennis dieses Wochenende Super 8 und ich würde mich seiner Empfehlung auch anschließen, doch 3sat hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn der Sender zeigt zur selben Zeit Das weiße Band – eine deutsche Kindergeschichte von Michael Haneke. Und wenn ein Film wirklich das Prädikat „Empfehlenswert“ verdient, dann ist es meiner Meinung nach dieses beeindruckende Mystery-Historiendrama. Die Geschichte über eine Dorfgemeinschaft, in der unerklärliche Dinge geschehen, ist nicht nur wunderbar und fesselnd erzählt, sondern besticht vor allem durch eine gewaltige Bildsprache in Schwarz-Weiß. Bedauerlicherweise gelang es Haneke mit zwei Oscar-Nominierungen (Kinematographie & Bester ausländischer Film) nicht, auch eine der begehrten Trophäen mit nach Hause zu nehmen. Verdient hätte er es allemal. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte sich diese Gelegenheit definitiv nicht entgehen lassen!

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