Tangerine L.A. – Drama, Baby!

Die Sonne steht tief am Abendhimmel über Los Angeles und taucht alles in ein leuchtend mandarinfarbenes Licht. Es ist dieses Licht, das dem Film seinen Namen gegeben hat: Tangerine L.A. von Sean Baker, eine kleine Sensation auf dem Sundance Festival 2015. In den Himmel zu...

The Neon Demon – Subversiv oder misogyn?

Als vor einigen Wochen Nicolas Winding Refns The Neon Demon seine Premiere in Cannes feierte, geschah, womit der Regisseur selbst wahrscheinlich am allermeisten rechnete: sein Film gehörte zu jenen an der Croisette, die die aufgescheuchte Kritikerschar am tiefsten spaltete. Große Kinokunst, postulierten die Einen, aufgeblasene...

Wer hat Angst vor Sibylle Berg – Zwischen Ausdruckstanz und Todesdramolett

Das Schreiben sei für sie nichts Heiliges, sagt Sibylle Berg. Thomas Mann finde sie doof und Günter Grass könne unter Garantie keinen Spagat. Deswegen müsse sie auf ihren Autorenfotos auch nicht den Kopf in die Hand stützen, weil es weiblichen Schriftstellerinnen im Gegensatz zu alten...

Berlinale Wettbewerb 2016: Soy Nero

Der trockene Streifen Land an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten hat in Filmen über die Jahre ikonischen Status erreicht. Jeder erkennt sofort die wüstenähnliche Einöde mit den kleinen, gedrungenen Büschen, zwischen denen der junge Mann (Johnny Ortiz) von zwei Grenzpolizisten geschnappt wird....

Kiss the Cook – So Schmeckt das Leben!

Was ist das Beste an der Berlinale? Na gut, abgesehen von den Filmen, vielleicht. Ganz genau: die Food Trucks, die in der Joseph-von-Eichendorff-Gasse kolumbianische Arepas, Spätzle, Kuchen und Kaffee verkaufen, der ohne Weiteres Herzklabastern auslöst. Wer die letzten Jahre nicht hinter dem Mond gelebt hat,...

Knight of Cups – Poetry in Motion

Knight of Cups / Terrence Malick / typische Ästhetik – aber immer wieder kleine Störungen: eine Straße in der Wüstenlandschaft, eine Ecke vom Satelliten im nordlichterhellten All / Kinder im Vorgarten / Homevideo-Ästhetik / Christian Bale in der Wüste / Arvo Pärt / Partyszenen /...

End of Watch

Wackelnde Handkameras und Found-Footage-Formate sind eine Pest. Ich werde nie verstehen, wieso solcherlei Filme immer noch Erfolg haben. Warum sich jemand überhaupt für eine solche ausdrucksarme, pseudoauthentische Art der Inszenierung entscheidet (Geld dürfte ein Faktor sein). End of Watch ist aber glücklicherweise kein Paranormal Activity...