Teen Agent – Der James Bond für Jugendliche

by on 10/23/2012

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Agenten, die ihrem Land im Kampf gegen das Böse dienen, sind nicht erst seit gestern beliebt, die Begeisterung für diese Berufshelden ist ungebrochen hoch. Da in wenigen Wochen James Bond 007: Skyfall in den deutschen Kinos anläuft, will ich einem Geheimdienstagenten Platz in der Flimmerkiste geben. Der trinkt jedoch nicht Martini bzw. Heineken im Auftrag ihrer Majestät, legt auch nicht reihenweise hübsche Frauen flach, noch hat er wirklich einen Plan von dem, was er da macht. Der Teen Agent – Der Spion, der aus der Highschool kam ist noch nicht mal bei einer Regierungsorganisation angestellt. Michael Corben, so sein Name, ist vielmehr ein stinknormaler Schüler aus Detroit, der eine richtig schlechte Note in Französisch hat und deshalb zusammen mit seiner Klasse und der Lehrerin Patricia Grober nach Frankreich muss, um dort die ihm so fremde Sprache zu erlernen. Alles normal soweit.

© Warner Bros

Doch da gibt es noch einen anderen Michael Corben, und der ist CIA-Agent. Die fiese Schurkin Ilsa Grunt murkst ihn am Flughafen ab – und setzt damit eine Reihe von Verwechslungen in Gang, in deren Mittelpunkt der Schüler Michael Corben steht. Da diverse Geheimdienste vom CIA-Mann Corben keine Infos bezüglich Aussehen und Alter hatten, wird der Teen mit selbigem Namen für den Agenten gehalten und gleich voll eingespannt. Als unerfahrener Luftikus tappt der natürlich in einige Fettnäpfe, aus denen er mit einigem Glück aber wieder herauskommt. Die Oberbösewichte sind ihm aber auf der Spur, gehen sie doch davon aus, dass der am Flughafen ermordete Michael Corben doch nicht der richtige war. Während dieser atemlosen Hatz geraten auch Michaels Klassenkameraden und die Französischlehrerin in den Kriminalfall.

© Warner Bros

Was nach einer actionreichen Teeniekomödie klingt, ist auch eine actionreiche Teeniekomödie. Leider ist sie in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten, obwohl Teen Agent – Der Spion, der aus der Highschool kam, der auch unter dem Namen Teen Agent – Wenn Blicke töten könnten bekannt ist, relativ regelmäßig am Wochenende im Mittagsprogramm irgendeines Privatsenders läuft. Mich konnte dieser Film schon vor langer Zeit begeistern, denn vor allen Dingen Jugendliche vermag er durchaus anzusprechen: hübsche Frauen, schnelle Autos, Action, Witz, Spannung. Dazu noch der „Charme“ der beginnenden 1990er Jahre. Michael macht hauptsächlich wegen Brillen, mit denen durch die Kleidung (von attraktiven Ladys) geschaut werden kann, außergewöhnlichen Turnschuhen und einem noch außergewöhnlicheren Lotus Esprit bei der Geschichte mit. Dadurch, dass die Hauptperson kein souveräner Agent à la James Bond sondern ein Durchschnitts-Teen ist, identifiziert sich der jüngere Zuschauer mit diesem Film. Vielleicht ging es aber auch nur mir so, was originär an den angesprochenen aufreizenden Damen und den aufheulenden Motoren gelegen haben könnte.

@ Warner Bros

Wer ein besonders gutes Gedächtnis besitzt, der wird sogar den Hauptdarsteller erkennen: Richard Grieco. Der wurde durch die Serie 21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer bekannt, fühlte sich zu Höherem berufen und verschwand schnell im B-Film-Universum. Teen Agent – Der Spion, der aus der Highschool kam war so ziemlich sein letzter Auftritt in einem Film, der nicht für 5,80 Euro im Hinterhof einer Schlachterei gedreht wurde. Die Darstellerin der Ilsa Grunt hingegen dürfte dem ein oder anderen Fernsehfan auch heute noch bekannt sein. Linda Hunt, der kleine schrumpelige Energiegnom, ist als Hetty Lange fester Bestandteil von Navy CIS: L.A.

Ja, das waren noch Zeiten, als das Agentendasein noch cool und aufregend war, durch die wissenschaftliche Unterstützung, eine Menge Dusel und ein paar Eier aber doch von beinahe jedem gemeistert werden konnte. So nett-naiv geht’s mittlerweile nicht mehr zu. Aber wenn ich in der Vergangenheit schwelgen will, muss ich ja nur die Programmzeitschrift im Auge behalten. Irgendwann wird Teen Agent – Der Spion, der aus der Highschool kam wieder ausgestrahlt – und ich sitz dann vor der Glotze und freu’ mir ’nen Ast.

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