Teenager im Kloster, auf Partys oder Weltrettungsmission

by on 10/31/2013

Flattr this!

Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung 

am 02. und 03. November 2013

 


cutrin empfielt: Die Nonne von Guillaume Nicloux im Kino

© Camino Filmverleih

© Camino Filmverleih

Wer nach einer Alternative zu den in dieser Woche anlaufenden Blockbustern sucht, könnte eventuell im Drama Die Nonne von Guillaume Nicloux fündig werden, der Anfang des Jahres auch im Wettbewerb der Berline lief. Einen Preis gab es nicht und auch die Kritiker zeigten durchwachsene Reaktionen, und doch finde ich, dass die Geschichte um ein junges Mädchen (Pauline Étienne), das gegen seinen Willen in ein Kloster gesteckt wird und dort mit sadistischen Ordensschwestern zu kämpfen hat, durchaus einen Blick wert ist. Ja, das Drama hat eindeutig Schwächen und Isabelle Huppert als lesbische Nonne weckt teils eher Voyeurismus als aufrichtiges Mitgefühl für ihre tragische Figur. Am Ende bleibt aber doch ein intensives Filmerlebnis. Mehr Details könnt ihr hier noch einmal in meiner ausführlichen Kritik nachlesen.

 

patrick empfiehlt: Before Midnight von Richard Linklater auf Blu-Ray/DVD

© Prokino Filmverleih

© Prokino Filmverleih

Mein bisheriger Film des Jahres Before Midnight kommt endlich auf den Heimkino-Markt. Das schreit natürlich nach einer Zweitsichtung, denn die Erste ist schon lange her (Berlinale 2013). Wer die anderen beiden Filme kennt und mag (Before Sunrise und Before Sunset) wird nicht enttäuscht werden. Es ist schon ein Spoiler, nur das kleinste Detail über die Situation zu verraten, in der sich Jesse (Ethan Hawke) und Celine (Julie Delpy) befinden und wiedersehen. Die beiden Hauptdarsteller haben zusammen mit dem Regisseur Richard Linklater das Drehbuch des sehr dialoglastigen Films geschrieben. Das Tolle am Film und was mir besonders gut an der Trilogie gefällt, ist, dass sie mit dem Zuschauer zusammen reift. Zwischen den Teilen liegen jeweils neun Jahre. Der erste Film war noch sehr romantisch, jung und naiv und schon im zweiten waren sowohl die Protagonisten, als auch der Film an sich wesentlich reifer. Wie es nun im dritten Teil ist, werde ich nicht vorweg nehmen. Aber fest steht, dass der Film ein Erlebnis der besonderen Art ist, ein toller Film mit wunderbaren Dialogen und einem Charme und einer Anziehungskraft, die es selten gibt.

 

dennis empfielt: Percy Jackson – Diebe im Olymp von Chris Columbus am Samstag, 02.11. um 20:15 Uhr auf Sat.1

© FOX Deutschland

© FOX Deutschland

Ich wage mit diesem Tipp mal einen programmatischen Gegenentwurf zum Harry Potter-lastigen TV-Programm des letzten Wochenendes und des morgigen Sonntags, wo sich die Geschichte um den Zauberlehrling mit dem Zweiteiler Harry Potter und die Heiligtümer des Todes dem Ende zuneigt.
Percy Jackson – Diebe im Olymp erreicht sicherlich nicht die Komplexität an Dramaturgie, die die mittlerweile 8 Verfilmungen der Rowling-Bücher haben. Doch auch die Percy Jackson-Reihe bietet ein interessantes Fantasy-Setting, das definitiv Spannung und Spaß verspricht. Ähnlich wie Harry muss auch Percy mit einer, sagen wir mal, ungewöhnlichen Eltern-Konstellation zurecht kommen, sich erst seiner besonderen Fähigkeiten gewahr werden und diese zur Rettung der Welt einsetzen. Im Gegensatz zu den Verfilmungen der Harry Potter-Romane, haben die filmischen Umsetzungen von Percy Jackson aber noch nicht die düstere Atmosphäre erreicht, die die letzten Filme um den Zauberlehrling aus Hogwarts ausgezeichnet haben. Genau wie der erste Teil aus dem Harry Potter-Universum entstand auch Percy Jackson – Diebe im Olymp unter der Regie von Chris Columbus und so bietet der Film einen sehr amüsanten, unbeschwerten und kurzweiligen Fernsehabend.

 

ben empfiehlt das 62. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

© Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Das bereits am 31. Oktober eröffnete Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg bietet bis zum 10. November ein breit gefächertes Spektrum an neuen handverlesenen Filmen. Am 01. November feiert das Festival in Mannheim mit dem wundervollen neuen Folkmusic-Film Inside Llewyn Davis seine Eröffnung (hier könnt ihr cutrins Kritik lesen). Schwerpunkt des Festivals sind Regiearbeiten von Newcomern, die ihre Werke in den darauffolgenden Tagen im Zuge des Wettbewerbs präsentieren. Das Besondere des Festivals ist allerdings der offene Dialog mit Gleichgesinnten und den Filmemachern selbst. An den Treffpunkten Stadthaus No 1 in Mannheim und dem Heidelberger Schloss finden Besucher ein einladendes Areal, um in Kontakt zu treten und an den im Anschluss an die Filmvorführungen stattfindenden Q & A’s aktiv teilzunehmen. Ein cineastisches Miteinander ist damit garantiert!

 

filmosophie empfiehlt La Boum – Die Fete – Eltern unerwünscht am Sonntag, 3.11.2013 um 16:45 Uhr auf 3Sat:
© La Boum

© Universum

Dank der Zeitumstellung wird es ja nun schon Nachmittags dunkel. Somit kann der Fernsehabend durchaus auch mal um 16:45 Uhr beginnen. Mit La Boum – Die Fete – Eltern unerwünscht dürfen wir in die Vergangenheit reisen, genauer gesagt in unsere Jugend. Lange vor den peinlichen amerikanischen Highschool-Klamotten mit permanentem Fremdschämfaktor hat Claude Pinoteau mit La Boum einen charmanten Klassiker geschaffen, der nicht nur – aber auch – mit Hauptdarstellerin Sophie Marceau verzaubert. Liebeswirren aller Generationen bringen uns zum Schmunzeln und zum Mitfühlen und spätestens bei der finalen großen Party wollen wir trotz aller pubertärer Verwirrung unbedingt noch einmal 13 sein. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* 9+0=?

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.