The Amazing Spider-Man 2 – Premiere einer Berichterstattung

by on 04/17/2014

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Die letzten Wochen standen bei mir im Zeichen von Spider-Man. Nach der 30 Minuten Footage Preview und der Kritik zu The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro, habe ich mir nun auch die Pressekonferenz angehört und stand für euch bei der Deutschlandpremiere des Films am roten Teppich, um ein paar Fotos zu machen.
Doch nicht nur der Film hatte Premiere, sondern auch ich, denn ich war zum ersten Mal bei solch einem Live-Event vor Ort. Ich möchte Euch daher nicht nur vom Film erzählen, sondern auch meine Eindrücke des Tages beschreiben.

Pressekonferenz

© 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

© 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

Das erste Mal bin ich bei einer großen Pressekonferenz, die nicht im Rahmen eines Festivals stattfindet. Ich fühle mich im ersten Moment ein wenig deplatziert, als ich das renommierte Hotel Adlon am Brandenburger Tor betrete und mich durch die polierten Marmorhallen auf die Suche nach dem Ballsaal aufmache. Wie immer bin ich zu früh.
Desto näher der Beginn rückt, desto mehr füllt sich auch der Saal. Die Journalisten nehmen langsam Platz, die Kamerateams bauen im hinteren Teil des Saals ihre Technik auf, durch die Lautsprecher klingt sanfte Jazzmusik. Ich frage mich, wie man als junger Journalist und Filmkritiker wohl die eigene Angst überwinden kann, in so einer illustren Runde Fragen zu stellen. Ich werde meine Premiere dahingehend wohl auf ein anderes Mal verschieben. Doch zur gleichen Zeit frage ich mich, welche Fragen überhaupt sinnvoll sind. Meine Erfahrung bei den Pressekonferenzen der Berlinale zeigt, dass die Fragen, die wir als schreibende Zunft an die Filmteams stellen, von Zeit zu Zeit doch sehr banal sind. Aber ist mehr Tiefe überhaupt möglich in der Eile einer Pressekonferenz? Oder würden die Stars auch lieber tiefsinnigere Fragen bevorzugen?

Als auf einmal die Musik verstummt, werden alle still und die Spannung vor dem Auftritt der Stars ist zu spüren. Aus einer Seitentür tritt Steven Gätjen, der als Moderator die Pressekonferenz leitet. Dann der Auftritt der Stars, frisch vom Footshooting am Potsdamer Platz: Marc Webb, Emma Stone, Andrew Garfield, Jamie Foxx und Dane DeHaan. Es geht los.

Für Webb, Stone und Garfield, die alle auch beim ersten Teil dieser Neuauflage des Spider-Man-Franchises dabei waren, war es eine Herausforderung aber auch eine logische Konsequenz mit dem zweiten Teil dort anzuknüpfen, wo der erste aufhört. So ist es auch dem Film anzumerken, dass die Figuren gewachsen sind. Da grenzt es schon fast an Ironie, dass in dem Moment als Jamie Foxx alias Electro über seinen Neueinstieg in das Team berichten will, einer der beiden Scheinwerfer im Saal seinen Geist aufgibt.
Während Emma Stone bei ihren Antworten ein bisschen zurückhaltender wirkt, versprüht Andrew Garfield den Charme und die Leichtigkeit, die er auch in seine Rolle als Peter Parker/Spider-Man eingebracht hat. Zwar sei es als 30-jähriger, so Garfield, nun auch an der Zeit, entsprechende ältere Rollen zu spielen, doch – wie auch der Film zeigt – es hat ihm sichtlich Spaß gemacht in die Rolle des 18-jährigen Peter Parker zu schlüpfen.
Die quasi schon obligatorische Privatleben-Frage durfte leider auch nicht fehlen. Die ging dieses Mal an Emma Stone, die auch im wahren Leben mit Garfield liiert ist.

Neben den üblichen Glückwünschen zum gelungenen Film muss ich jedoch zugeben, dass die Fragen der Journalisten interessante Antworten zu Tage brachten. So z.B. die Anmerkung nach der Länge des Films. Es stimmt, mit mehr als zwei Stunden ist der Film relativ lang. Wie Webb auch kommentierte, ist es vorrangig kein Actionfilm. Während der erste Teil mehr die Verwandlung von Peter Parker zu Spider-Man zeigt, fokussiert sich der zweite Teil – wenn auch mit ein paar dramaturgischen Schwächen, wie ich finde – mehr auf die Figuren, z.B. auf die Geschichte zwischen Gwen und Peter.
Eine Frage, die mich überraschte und über die ich eigentlich nie nachgedacht habe, stellte ein Journalist an Andrew Garfield: „Haben Sie vor der Vertragsunterzeichnung darüber nachgedacht, welchen Einfluss die Rolle als Spider-Man auf ihre Karriere haben kann?“. Eine Frage, die Garfield sichtlich nachdenken lässt, denn er hat sie sich scheinbar selbst auch mehr als einmal gestellt. Wie es Foxx aber treffend formulierte, stellt sich diese Frage, seitdem Christian Bale Batman oder Robert Downey jr. Iron Man neu interpretiert haben und die Helden von ihrem comichaften Image herunter geholt haben, nicht mehr. Am Ende haben er und Dane DeHaan Recht: Jeder will eigentlich Spider-Man sein.

In der Regel sind wir Journalisten bei solchen Pressekonferenzen immer unter uns. Der Verleih hatte dieses Mal aber ein paar Fans die Chance gegeben, sowohl an der Pressekonferenz als auch an der Premiere teilzunehmen und auch Fragen zu stellen. Ganz erfrischend waren daher auch die Fan-Fragen, die vor Insiderwissen strotzten. Sie machten Regisseur Webb kurz nachdenklich, jedoch erwies auch er sich als Insider des Spider-Man Universums. Aber es stimmt. Was den Hardcore-Fan stutzen lässt, ist für den Film eine Chance: Er kann aus einem vielseitigen Universum schöpfen und dabei auch etwas Neues erschaffen – auch wenn es nicht 100-prozentig mit der Vorlage übereinstimmt.

Es war eine interessante Pressekonferenz und die Lacher blieben nicht aus. Am Ende fehlten vielleicht die notwendigen kritischen Töne zum Film, aber offen gesagt war es für mich eine interessante Erfahrung, bei so einer Situation dabei gewesen zu sein. Die Filmteams bauten ab, die Anwesenden tauschten sich aus und falls man sich noch nicht kannte, bot sich nun die Möglichkeit, neue Blogger-Kollegen kennen zu lernen, wie z.B. Benny vom VIVA-Blog Popcorn.

Premiere

Nach kurzer Pause und dem Versuch, ein paar Zeilen zu Papier zu bringen, mache ich mich ein paar Stunden später auf den Weg zum Potsdamer Platz, wo am Abend die Premiere stattfinden soll. Als ich im Sony Center ankomme, sehe ich die Masse an Fans, die bestimmt schon seit Stunden hier in der Kälte dieses Aprilabends warten mussten. Dabei erinnere ich mich daran, welche Vorteile es doch hat, als Filmkritiker in der Wärme des Kinosaals und Konferenzsäle arbeiten zu können und denke im gleichen Moment schon daran, dass mir das die nächsten drei Stunden auch bevorsteht.

Ich bahne mir meinen Weg durch die Massen von Fans auf der Suche nach dem Pressecounter. Dort gibt es den Presseausweis, Trinken und etwas zu Essen – ein weiterer Vorteil als Pressevertreter an solchen Events teilnehmen zu können. Auch hier, inmitten der Männer und Frauen mit ihren tollkühnen Fotografie-Apparaturen, komme ich mir als Neuling noch ein wenig deplatziert vor. Doch das legt sich schnell. Es ist Zeit, wir dürfen raus auf unsere Plätze.
Gut, dass ich warm angezogen bin. Es ist kalt draußen, trotz dem Frühling. Ich stehe oben in der dritten Reihe auf dem Podest der Fotografen, baue meine Kamera zusammen, komme mit den anderen Kollegen ins Gespräch und warte mit ihnen auf die Ankunft der Stars und Sternchen. Ab und zu fällt mein Blick auf die Masse an Fans, die sich an dem scheinbar nicht enden wollenden roten Teppich im Sony Center versammelt haben.
Über die Lautsprecher ist Steven Gätjen zu hören, der auch den Abend moderiert und die Stars begrüßt. Sobald die Menge zu kreischen beginnt, drehen sich unsere Blicke Richtung Anfang des Teppichs und wir fragen uns, wer gerade angekommen ist. Sobald die ersten Promis vor der Fotowand erscheinen, bricht schon das Blitzlichtgewitter los und der Kampf um ein Lächeln für die eigene Kamera beginnt. Ja, „mach uns den Spider-Man“ hallt es immer noch in meinen Ohren und ich merke wieder, in was für einem merkwürdigen aber auch aufregenden Business wir als Filmkritiker und Fotografen doch arbeiten.

(Für eine größere Ansicht auf die Bilder klicken)

Premiere "The Amazing Spider-Man 2" / Matthew Tolmach, Marc Webb, Emma Stone, Andrew Garfield, Dane DeHaan, Jamie Foxx

Matthew Tolmach (Produzent), Marc Webb, Emma Stone, Andrew Garfield, Dane DeHaan, Jamie Foxx (Foto: Dennis Basaldella)

Jamie Foxx, Emma Stone, Andrew Garfield, Dane DeHaan (Foto: Dennis Basaldella)

Jamie Foxx, Emma Stone, Andrew Garfield, Dane DeHaan (Foto: Dennis Basaldella)

Jamie Foxx, Emma Stone, Andrew Garfield (Foto: Dennis Basaldella)

Jamie Foxx, Emma Stone, Andrew Garfield (Foto: Dennis Basaldella)

Jamie Foxx und Emma Stone (Foto: Dennis Basaldella)

Jamie Foxx und Emma Stone (Foto: Dennis Basaldella)

Marc Webb und Emma Stone (Foto: Dennis Basaldella)

Marc Webb und Emma Stone (Foto: Dennis Basaldella)

Andrew Garfield (Foto: Dennis Basaldella)

Andrew Garfield (Foto: Dennis Basaldella)

Dane DeHaan (Foto: Dennis Basaldella)

Dane DeHaan (Foto: Dennis Basaldella)

Jamie Foxx (Foto: Dennis Basaldella)

Jamie Foxx (Foto: Dennis Basaldella)

Marc Webb (Foto: Dennis Basaldella)

Marc Webb (Foto: Dennis Basaldella)

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