The Lost Future is Chihiros Enemy

by on 05/23/2014

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Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 24. und 25. Mai 2014

dennis empfiehlt Oben von Peter Docter am Sonntag, den 25. Mai 2014 um 20:15 Uhr auf RTL

Oben-Poster

© Walt Disney Studios Motion Pictures

Ich kann mich noch ganz genau an die Umstände erinnern, unter denen ich Oben gesehen habe. Das war unten, am anderen Ende der Welt, in Melbourne, Australien. Und ja, ich habe geweint. Doch genug der Sentimentalitäten. Diesen Pixar-Animationsfilm habe ich auch noch aus anderen Gründen in guter Erinnerung. Der Film unter der Regie von Peter Docter ist in vielerlei Hinsicht ein Meisterwerk, das nicht ohne Grund zwei Oscars gewonnen hat. Die Story ist in ihrer Einfachheit schlichtweg genial und ein Plädoyer dafür das Leben zu genießen, denn das größte Abenteuer ist das Leben selbst. Und keine Angst, es wird alles gut. Doch auch die Dialoge des Films sind mit viel Wortwitz geschrieben und gepaart mit einer liebevollen Animation sowie der schönen Musik des „Pixar Hauskomponisten“ Michael Giacchino ergeben sie einen tollen Film, der manchem Realfilm problemlos das Wasser reichen kann. Doch die wahre Genialität des Films liegt in den nur wenigen Minuten, in denen Oben das herzerwärmende und am Ende doch tieftraurige Eheleben von Ellie und Carl Fredricksen erzählt – und das könnte ein Realfilm glaube ich keinenfalls besser machen.

filmosophie empfiehlt Enemy von Denis Villeneuve im Kino

© Capelight

© Capelight

Wer es mag, von einem Film verzaubert, aber auch verwirrt zu werden. Wer Psychospielchen mag und Gänsehaut-Feeling. Wer David Lynch Filme gerade deshalb so vergöttert, weil sie immer ein unheimliches Rätsel bleiben. Wer nicht genug von Jake Gyllenhaal kriegen kann und ihn gerne in mehr als nur einer Rolle sehen will. Für all jene ist Enemy dieses Wochenende ein absolutes Muss. Ein schüchterner Prof (Jake Gyllenhaal) trifft überraschend auf seinen selbstbewussten Doppelgänger (dementsprechend ebenfalls Jake Gyllenhaal). Doch dieses Treffen ist nicht von Freude, sondern von Angst und Misstrauen geprägt. Und das zurecht! Enemy ist ein subtiler, psychologischer Horrortrip, in dem die Realität sich immer gerade so weit verschiebt, dass wir ihre Verzerrung wahrnehmen, niemals aber so sehr, dass wir einen Unterschied in Worte fassen könnten. Ganz großes Kino!

cutrin empfiehlt All is Lost von J.C. Chandor auf DVD

© Square One Entertainment

© Square One Entertainment

Meine letzten Semesterferien habe ich damit verbracht, eine Hausarbeit über Schiffbruchsfilme zu verfassen. Einer der darin verglichenen Werke war All is Lost von J.C. Chandor, der im vergangenen Jahr auf dem Filmfestival von Cannes lief – und er ist mir während dieser Zeit der intensiven Auseinandersetzung tatsächlich sehr ans Herz gewachsen. Das Drama ist schon deshalb etwas besonderes, weil darin nur eine einzige namenlose Figur auftaucht: Unser Mann, gespielt von Robert Redford. Der macht das ziemlich großartig und trägt den Film über seine gesamte Laufzeit, hält die Spannung aufrecht und rührt uns zutiefst ohne dabei ein Wort zu verlieren. Eigentlich ist All is Lost für die große Leinwand gemacht. Wer ihn dort allerdings verpasst hat, sollte ihn jetzt schnellstens auf DVD nachholen. filmosophies ausführliche Kritik gibt es hier zu lesen.

quadzar empfiehlt Chihiros Reise ins Zauberland von Hayao Miyazaki am Samstag, den 24. Mai 2014 auf Super RTL

Chihiros Reise ins Zauberland

© Universum Film / Studio Ghibli

Ich kann nichts dafür, dass ich so langweilig bin und schon wieder einen Anime empfehle. Super RTL scheint momentan sehr auf Qualitäts-Anime fixiert zu sein, da geht es eben nicht anders. Chihiros Reise ins Zauberland ist einer der bekannteren Filme von Studio Ghibli und Hayao Miyazaki, erhielt er doch 2002 den Oscar für den besten Animationsfilm. Nicht, dass das letzte Wort in punkto Qualität wäre. Der Film dreht sich um die kleine Chihiro, die von ihren Eltern getrennt wird und fortan in einem Badehaus arbeiten muss, um besagte Eltern wiederzubekommen. Einem Badehaus für die Götter. Chihiros Reise ins Zauberland ist eine Liebeserklärung an den Shintoismus, der hinter allem, auch unbelebten Gegenständen, eine Identität in Form eines Geistes oder Gottes vermutet. Diese übersprudelnde Fantasie zeigt sich auch in dieser Alice im Wunderland – Geschichte. Dass der Film makellose Animation und makelloses Design hat, brauche ich bei Studio Ghibli nicht zu erwähnen. Zwar habe ich ihn noch nicht gesehen, aber den im Anschluss laufenden und von der Kritik geliebten Anime Ein Sommer mit Coo von Keiichi Hara werde ich mir wohl auch nicht entgehen lassen.

ben empfiehlt X-Men: Zukunft ist Vergangenheit von Bryan Singer im Kino

© Twentieth Century Fox

© Twentieth Century Fox

Alle Jahre wieder beglückt uns Twentieth Century Fox mit einem neuen Film aus dem X-Men Universum. Während mich X-Men: Erste Entscheidung aus dem Jahr 2011 sowohl optisch als auch unterhaltungstechnisch voll und ganz überzeugt hat, waren die eher verhaltenen Reviews zum letztjährigen zweiten Wolverine Film für mich Grund genug, diesen Film zu ignorieren. Das neueste Werk von Bryan Singer hat allerdings seit den ersten Schlagzeilen wieder meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit und auch der Trailer hat mich eingenommen und erzeugt in mir das Gefühl, dass es an X-Men: Zukunft ist Vergangenheit kein Vorbeikommen gibt. Allein der Titel ist bestechend: Zukunft ist Vergangenheit. In der Tat! Und auch das Konzept des Films könnte einen hohen Unterhaltungswert bieten, denn Bryan Singer schließt den Kreis zwischen den „alten“ und den „neuen“ Filmen (und vereint damit die Cast beider „Trilogien“) mit Hilfe einer Reise durch die Zeit à la Terminator. Die Inhaltsangabe liest sich auch ähnlich: In der Zukunft werden die Mutanten von Killer-Robotern gejagt und getötet. Um die Ausrottung zu verhindern, wird Wolverines Bewusstsein in die Vergangenheit geschickt, wo er den Bau dieser Roboter verhindern soll. Alles in Allem könnte X-Men: Zukunft ist Vergangenheit ein wirklich guter Sommer-Blockbuster werden. Und wer noch nicht so ganz überzeugt ist, dem sei gesagt: Der große Schauspieler Peter Dinklage (Game of Thrones) ist auch mit von der Partie!

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