Tipps für ein entspanntes Nach-Weihnachtswochenende

by on 12/26/2013

Angewandte Filmosophie zum Wochenende

Wir geben euch Tipps für die cineastische Wochenendgestaltung

am 28. und 29. Dezember 2013

 


cutrin empfiehlt Only Lovers Left Alive von Jim Jarmusch im Kino

© Le Pacte

© Le Pacte

Wer Glitzervampire nicht mag, aber sich trotzdem gern eine moderne Version der uralten Kunstfiguren zu Gemüte führen will, den kann ich reinsten Gewissens auf Only Lovers Left Alive von Jim Jarmusch verweisen. Darin spielen Tom Hiddleston und die göttliche Tilda Swinton ein zwischen Tanger und Detroit pendelndes Vampirpärchen, dem die schlechten Angewohnheiten der Menschen, von ihnen verachtlich ‚Zombies‘ genannt, zu Schaffen machen. Es ist kaum noch reines Blut als Nahrung zu bekommen und die Umweltverschmutzung schreitet noch dazu ständig voran. Only Lovers Left Alive besticht nicht nur durch seine exzellenten Schauspieler, sondern auch, weil er den intellektuellen Bildungsbürgerwitz feiert und auf originelle Weise lauter akute Probleme der Menschheit anspricht. Und er hat einen der besten schroffen Gitarrensoundtracks des Jahres vorzuweisen.

 

dennis empfiehlt Moderne Zeiten von Charlie Chaplin am Sonntag, 29.12. um 20:15 auf ARTE

© United Artists

© United Artists

Gegen Ende des Jahres empfehle ich dringend noch einmal einen in vielerlei Hinsicht absoluten Klassiker von Charlie Chaplin. Die Geschichte des Menschen, der sprichwörtlich zwischen die Räder der Apparatur kommt, die er bedienen soll und der durch monotone Fließbandarbeit fast verrückt wird, wäre ohne Probleme auch in die heutige Zeit zu verfrachten. Auch die Tatsache, dass die Maschine, die dafür gedacht ist, dem Menschen zu helfen, sich auf einmal gegen ihnen wendet, ließe sich auch ins Heute adaptieren. Aber Moderne Zeiten ist nicht nur visionär, sondern auch auf filmischer Ebene sehenswert. Bezeichnend hierfür ist wohl die Szene, in der es Chaplin durch Inszenierung und einfache Filmsprache schafft, in einem Schwarzweißfilm eine eindeutig rote Fahne zu zeigen und dabei die Grenzen des Mediums überwindet – wie er das macht, müsst ihr selber sehen. Abgesehen von der von Chaplin selbst komponierten wunderschönen Filmmusik, macht auch der wohldosierte dramaturgische Einsatz von Ton in diesem Film am Ende der Stummfilmära, dieses Werk zu einem einmaligen Erlebnis.

 


filmosophie empfiehlt Loriots Pappa ante portas am Samstag, den 28.12.2013 um 11:45 Uhr auf EinsFestival:

© Universum

© Universum

Zugegeben: 11:45 Uhr ist nicht unbedingt die ideale Fernsehzeit. Auf der anderen Seite sind wir ja nach den Feiertagen durchaus auf Gemütlichkeit eingestellt. Also warum nicht mal vormittags einen Film ansehen? Zudem gehört Loriots Pappa ante portas mit Sicherheit zu den besten Komödien, die der deutsche Film hervorgebracht hat. Loriot gelingt es mal wieder, uns mit der Pointierung von Alltagssituationen zum Lachen zu bringen. Vielleicht ist die Geschichte vom pensionierten Herrn Lohse, dessen unerwartete Ganztagspräsenz die Familienstrukturen durcheinander würfelt, heute nicht mehr ganz zeitgemäß. Es zeichnet den Film jedoch nur umso mehr aus, dass er trotzdem auch heute noch schreiend komisch ist.

 

ben empfiehlt Triangle – Die Angst kommt in Wellen am 28.12. um 23:20 Uhr auf Pro7

© Ascot Elite Home Entertainment

© Ascot Elite Home Entertainment

Während das Fernsehen filmetechnisch üblicherweise nicht viel zu bieten hat, drehen die Sender über die Feiertage so richtig auf und zeigen einen Blockbuster oder Klassiker nach dem anderen. Die ARD ruft am 28./29. zum bundesweiten Iron Man-Wochenende auf und zeigt am Samstag den ersten und am Sonntag den zweiten Teil des wirklich sehr amüsanten Actionknallers. Empfehlen möchte ich euch allerdings den Mystery-Thriller Triangle – Die Angst kommt in Wellen mit Melissa George. Am Besten funktioniert der Film, wenn man so gut wie gar nichts über ihn weiß, weshalb ich an dieser Stelle auf eine kurze Handlungszusammenfassung verzichte. Nur so viel: wer sich drauf einlässt, wird mit einer etwas unheimlichen Schauergeschichte voller Twists und unvergesslicher Bilder belohnt. Sicher gibt es bessere Filme, aber so ganz ohne Erwartungen funktioniert der Thriller super und bescherte mir bei der ersten Sichtung sehr gute Unterhaltung.

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