Tonspur #1 – The Black Keys, John Barry & Arcade Fire

by on 06/19/2014

Immer wieder zücke ich während des Filmeschauens Notizbüchlein und Kuli, um mir fremde Songtextfragmente zu notieren oder hastig Titel und Künstler aus dem Abspann abzuschreiben. Ob original komponierter Score oder sorgfältig kuratierter Soundtrack, ohne Musik wären Filme nur halb so schön und reichlich überraschende Fundstücke aus dem Kino haben schon meine Playlists bereichert. Die absoluten Lieblinge dokumentiere ich deswegen in komprimierter Form – in meiner Tonspur.

© Katrin Doerksen

© Katrin Doerksen

Aus dem Film: Boyhood von Richard Linklater
Interpret: The Flaming Lips
Titel: Do You Realize?

Boyhood entstand über einen Zeitraum von 12 Jahren und ist mit seinen vielen popkulturellen Referenzen eine Art nostalgisch stimmende Chronik der westlichen Welt am Beginn des 21. Jahrhundert. Mit den Flaming Lips bin ich zurückgereist ins Jahr 2002.

Interpret: The Black Keys
Titel: She’s Long Gone

Für die Black Keys bin ich einfach immer zu haben. Umso größer war die Freude, sie im Soundtrack eines der schönsten Filme des Jahres zu entdecken. Im zeitgenössischen Rock-Einheitsbrei sticht die Band hervor, weil sie retro und modern gleichzeitig klingt. Und diese raue Stimme!

Interpret: Arcade Fire
Titel: Deep Blue

Deep Blue ist für mich einer der schönsten Songs von Arcade Fire überhaupt. Und wenn ich mir so den Text anschaue, scheint es fast, als sei er direkt für Boyhood verfasst worden.

Aus dem Film: 8 Frauen von Francois Ozon
Interpretin: Emmanuelle Béart
Titel: Pile ou Face

Die Gesangseinlagen aus 8 Frauen haben mich mehrheitlich ehrlich gesagt nicht vom Hocker gerissen. Außer eben diese hier. Schwung, eine kokette Stimme und oh, Emmanuelle.

Aus dem Film: Jenseits von Afrika von Sydney Pollack
Komponist: John Barry
Titel: Out of Africa – Theme

Aus einer Zeit, als ein Score noch nicht zum Großteil aus Brummbässen bestanden. Die Musik aus Jenseits von Afrika hat mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel und genau wie der Film funktioniert sie absolut überraschungslos klassisch – aber eben auch genauso zeitlos schön.

Aus dem Film: Das Geheimnis von Kells von Tomm Moore
Komponist: Bruno Coulais
Titel: Theme

Ach, für Folk von den Britischen Inseln hatte ich schon immer eine merkwürdige Schwäche, ob nun mit irischen Fideln oder eher schottisch dudelsacklastig. Das Geheimnis von Kells hat mich deswegen nicht nur inhaltlich und visuell sofort überzeugt, sondern auch akustisch.

Aus dem Film: Gabrielle – (K)eine ganz normale Liebe von Louise Archambault
Interpretin: Marie-Pierre Arthur
Titel: The Passenger

Dieses Lied von Iggy Pop sollte bei allen Menschen regelmäßig aus den Kopfhörern schallen. Und warum nicht in dieser weitgehend unbekannten Version? Langsamer, nachdenklicher, direkt etwas melancholisch. Und im Film hervorragend zur Protagonistin und ihrem Werdegang passend. War ich hin und weg.

Aus dem Film: Birdman von Alejandro Gonzáles Inárritu (Trailer)
Interpret: Gnarls Barkley
Titel: Crazy

Letzte Woche erschien der erste Trailer zu Birdman, und neben einigen für den Regisseur ungewöhnlichen Fantasy-Sequenzen war sein hervorstechendstes Stilmittel wohl dieser ehemalige Pop-Hit – interpretiert allerdings in einer langsamen, souligen Version.

Aus dem Film: I Origins von Mike Cahill
Interpret: Radiohead
Titel: Motion Picture Soundtrack

Mit diesem Namen gehört der Radiohead-Song natürlich einfach in einen Soundtrack. I Origins war zwar nicht unbedingt ein filmischer Durchbruch, seine Musikstücke waren aber punktgenau gewählt, wenn es darum ging, bei uns Zuhörern Affekte zu triggern. Radiohead hat den groß angelegten Pathos eben auch drauf.

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